Patrick Steeger

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Bild zeigt Patrick Steeger, Geschäftsführer vom bKV Firmenservice
zuletzt aktualisiert: 24. April 2026

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Wie steht es um den Fachkräftemangel in der Pflege?

Pflegeberufe sind der zweitgrößte Engpassberuf in ganz Deutschland.

Über 15.000 Stellen in der Gesundheits- und Krankenpflege und weitere 14.500 in der Altenpflege konnten in 2024 rechnerisch nicht besetzt werden. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pflegebedürftigen rasanter als je zuvor.

Was das bedeutet, welche Zahlen dahinterstecken und wohin die Entwicklung führt, zeige ich Ihnen hier.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Rund 5,7 Millionen Menschen in Deutschland waren in 2023 pflegebedürftig. Bis 2049 braucht Deutschland voraussichtlich bis zu 690.000 Pflegekräfte mehr als verfügbar sein werden
  • Pflegeberufe rangieren auf Platz 2 der größten Engpassberufe in Deutschland (Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2024)
  • Seit 2017 ist die Pflegebedürftigkeit um 57 Prozent gestiegen, das ist fast dreimal mehr als die demografische Alterung allein erklären würde
  • Pflegekräfte waren in 2024 durchschnittlich 28,5 Tage krankgeschrieben, das entspricht fast einem ganzen Monat
  • Die soziale Pflegeversicherung schloss das Jahr 2024 mit einem Defizit von 1,54 Milliarden Euro ab

Wie viele Pflegebedürftige gibt es in Deutschland?

In 2023 galten rund 5,7 Millionen Menschen in Deutschland als pflegebedürftig.

Seit 1999 hat sich diese Zahl fast verdreifacht. Während man 1999 noch von rund 2 Millionen Betroffenen ausging, waren es 2019 bereits über 4 Millionen, und 2024 überstieg die Zahl laut GKV-Spitzenverband erstmals die Marke von 6 Millionen.

Die Entwicklung lässt sich in Zahlen klar ablesen (Quelle: Statistisches Bundesamt, über sozialpolitik-aktuell.de):

JahrPflegebedürftige in Mio.
19992,02
20092,34
20194,13
20214,96
20235,69

Was hinter dieser Kurve steckt, ist alarmierend: Der AOK Pflege-Report 2024 hat errechnet, dass die Pflegebedürftigkeit seit 2017 um 57 Prozent zugenommen hat. Hätte man die Alterung der Bevölkerung einfach fortgeschrieben, wäre nur ein Anstieg von 21 Prozent zu erwarten gewesen.

Der tatsächliche Anstieg ist also fast dreimal so hoch. Dafür gibt es mehrere Gründe, unter anderem veränderte Begutachtungsmaßstäbe und eine breitere Erfassung von Bedarfslagen.

Besonders klar zeigt sich der Zusammenhang von Alter und Pflegebedarf, wenn man in die Altersgruppen schaut. Bei den 70 bis 74-Jährigen ist jeder Elfte pflegebedürftig. Bei Menschen ab 90 Jahren trifft es hingegen mehr als vier von fünf, nämlich 82 Prozent dieser Altersgruppe.

Das Anteilssystem des Pflegebedarfs macht klar: Je stärker Deutschland altert, desto steiler steigt die Kurve.

Von den 5,7 Millionen Pflegebedürftigen in 2023 wurden 85,9 Prozent, also rund 4,9 Millionen, zu Hause versorgt. Nur 14,1 Prozent lebten in stationären Einrichtungen.

Das hat direkte Konsequenzen für den Personalbedarf: Ambulante Pflegedienste und häusliche Versorgung tragen den Großteil der Last, mit deutlich weniger Sichtbarkeit als stationäre Einrichtungen.

Pflegebegutachtungen erreichen Rekordhoch

Ein weiterer Indikator für den Druck auf das System: Der Medizinische Dienst hat in 2024 insgesamt 3.398.000 sozialmedizinische Empfehlungen für die Pflegeversicherung ausgesprochen.

Davon entfielen 3.012.000 auf reguläre Begutachtungen zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit und 247.000 auf Begutachtungen mit verkürzter Begutachtungsfrist. Von den begutachteten Personen bekamen 31,2 Prozent den Pflegegrad 2, 24,4 Prozent den Pflegegrad 3 und 5,0 Prozent den höchsten Pflegegrad 5 zugesprochen.

Nur 9,8 Prozent wurden als nicht pflegebedürftig eingestuft.

Regionale Unterschiede, die viele überraschen

Pflegebedürftigkeit ist keine gleichmäßig verteilte Belastung. Der bundesweite Durchschnitt in 2023 lag bei 7 Prozent Pflegebedürftiger an der Gesamtbevölkerung.

In bestimmten Kreisen in Ostdeutschland, NRW, Hessen und dem Saarland erreicht dieser Anteil jedoch 9,1 bis 17,1 Prozent. In Teilen Bayerns und Baden-Württembergs liegt er hingegen unter 5,7 Prozent.

Für Pflegeeinrichtungen und Kommunalpolitik bedeutet das: Es gibt kein bundesweit einheitliches Problem, sondern sehr unterschiedlich stark betroffene Regionen, von denen manche schon heute strukturell überfordert sind.

Wie viele Pflegekräfte fehlen in Deutschland?

Mindestens 15.000 Stellen in der Gesundheits- und Krankenpflege und weitere rund 14.500 in der Altenpflege konnten in 2024 rechnerisch nicht besetzt werden. Das zeigt der KOFA-Jahresrückblick 2024 des IW Köln.

Bezogen auf alle Gesundheits- und Sozialberufe konnten mehr als 123.000 offene Stellen schlicht nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden. Das entspricht fast einem Viertel der gesamtdeutschen Fachkräftelücke.

Ein Blick auf den Engpassgrad macht das Problem noch greifbarer. Die Bundesagentur für Arbeit bewertet Engpassberufe mit Punkten von 1 bis 3. Pflegeberufe erreichen auf Fachkraftebene einen Gesamtpunktwert von 2,7, was Platz 2 aller Engpassberufe in Deutschland bedeutet.

In vier von sechs Engpassindikatoren erreichten Pflegeberufe sogar den Maximalwert von 3 Punkten:

  • Vakanzzeit: Höchstwert 3
  • Arbeitsuchenden-Stellen-Relation: Höchstwert 3
  • Berufsspezifische Arbeitslosenquote: Höchstwert 3
  • Abgangsrate aus Arbeitslosigkeit: Höchstwert 3

Ein Mangel mit strukturellen Wurzeln

Die Bundesagentur für Arbeit formuliert es direkt: In einer Reihe von Berufen, darunter explizit die Pflege, gibt es seit Jahren einen flächendeckenden Fachkräftemangel. Und es wird sich ohne gezielte Gegenmaßnahmen deutlich verschärfen.

Destatis hat in seiner Pflegekräftevorausberechnung berechnet, dass Deutschland bis 2049 zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte mehr benötigen wird als dann voraussichtlich verfügbar sind.

Selbst im günstigsten Szenario fehlen 280.000 Vollzeitkräfte. Im ungünstigsten Szenario, wenn nur demografische Entwicklungen eintreffen und keine positiven Arbeitsmarkttrends greifen, liegt die Lücke bei 690.000.

Der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften steigt von 1,62 Millionen in 2019 auf voraussichtlich 2,15 Millionen in 2049.

Wie viele Pflegekräfte gibt es aktuell in Deutschland?

Gut 1,77 Millionen Menschen waren im August 2025 sozialversicherungspflichtig in Pflegeberufen beschäftigt. Das klingt nach viel, reicht aber hinten und vorne nicht.

Und die Zahl täuscht: Über die Hälfte aller Pflegekräfte, genau 50,2 Prozent, arbeitet in Teilzeit. In der ambulanten Pflege liegt dieser Anteil sogar bei rund 68 Prozent.

Vollzeitstellen sind also deutlich seltener als die Gesamtzahl der Beschäftigten suggeriert. Rechnet man das in Vollzeitäquivalente um, wird der tatsächliche Personalumfang erheblich kleiner.

In der Altenpflege arbeiteten rund 647.000 Personen in sozialversicherungspflichtigen Stellen, in der Gesundheits- und Krankenpflege rund 1,26 Millionen. Das Qualifikationsniveau der rund 1,7 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Pflegeberufen verteilt sich dabei wie folgt (Stand 2023):

  • 1.056.000 auf Fachkräfteniveau
  • 515.000 als Helfer
  • 92.000 als Spezialisten
  • 33.000 auf Expertenniveau

Noch eine Zahl, die zeigt, wie angespannt die Lage ist: Seit 2022 wird das Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich von ausländischen Arbeitskräften getragen.

Deutsche Pflegekräfte sind netto gesehen rückläufig oder stagnieren. In 2024 arbeiteten mehr als 300.000 ausländische Pflegepersonen in Deutschland, fast jede fünfte Pflegekraft.

Allein in der Langzeitpflege lag der Ausländeranteil bei 21,7 Prozent, in der Krankenhauspflege bei 16,5 Prozent.

Woher kommen die ausländischen Pflegekräfte nach Deutschland?

Hinter der Gesamtzahl verbergen sich sehr unterschiedliche Zuwanderungsmuster. Die stärksten Wachstumsraten zeigen Pflegekräfte aus Asien und dem Nahen Osten. Seit 2015 hat sich die Zahl der Beschäftigten aus Syrien in der Pflege verzehnfacht, auf rund 17.000.

Aus den Philippinen arbeiten heute 18-mal so viele Pflegepersonen in Deutschland wie noch in 2015, rund 9.400 Personen. Aus Indien stieg die Zahl auf das Zehnfache, rund 8.800 Menschen.

Über die Westbalkan-Regelung waren bis Juni 2024 insgesamt 51.300 Pflegepersonen aus dem westlichen Balkan in Deutschland beschäftigt, und über das Programm Triple Win, das seit 2013 läuft, kamen rund 6.000 Pflegepersonen, darunter 2.500 von den Philippinen.

Der Anerkennungsweg für ausländische Pflegekräfte hat in 2024 einen Rekord erreicht: 32.500 ausländische Pflegefachkräfte wurden anerkannt, ein Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig warten laut Erhebung des bpa und Correctiv noch rund 11.000 ausländische Pflegekräfte auf die Anerkennung ihrer Qualifikation. Das Anerkennungsverfahren dauert im Schnitt 500 Tage. Das ist fast eineinhalb Jahre, in denen qualifizierte Kräfte nicht vollwertig eingesetzt werden können.

Warum gibt es Fachkräftemangel in der Pflege?

Mehrere Faktoren wirken gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig. Demografie und Berufsattraktivität treffen auf Arbeitsbedingungen, die viele Menschen aus dem Beruf drängen.

Demografischer Doppeldruck

Auf der einen Seite steigt die Zahl der Pflegebedürftigen rasant, auf der anderen Seite gehen erfahrene Pflegekräfte in Rente, und zu wenige Junge kommen nach.

Hohe körperliche und psychische Belastung

Pflegekräfte waren in 2024 durchschnittlich 28,5 Tage krankgeschrieben, das entspricht fast einem Monat pro Jahr. Der Vergleich mit dem Gesamtdurchschnitt aller Beschäftigungsgruppen (18,2 Tage in 2024) zeigt, wie stark die Belastung ausfällt. Besonders betroffen sind Altenpflegekräfte mit durchschnittlich 33,1 Fehltagen.

Die häufigsten Ursachen sind psychische Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.

Teilzeitfalle

Über die Hälfte aller Pflegekräfte arbeitet in Teilzeit. Das reduziert die verfügbaren Vollzeitkapazitäten massiv und führt dazu, dass die Gesamtbeschäftigtenzahl die reale Versorgungskapazität erheblich überschätzt.

Dazu kommt: Der Anteil der Beschäftigten, die Überstunden leisten, ist zwischen 2019 und 2023 immerhin von 77 auf 69 Prozent gesunken, was auf eine leicht verbesserte Personalsituation in Teilen hindeutet.

Imageproblem

Pflegeberufe gelten trotz steigender Löhne gesellschaftlich als wenig attraktiv. Viele gut ausgebildete Schulabgänger entscheiden sich für andere Wege.

Strukturelle Finanzierungsprobleme

Die soziale Pflegeversicherung schloss 2024 mit einem Defizit von 1,54 Milliarden Euro ab. Ausgaben von 68,20 Milliarden Euro standen Einnahmen von 66,66 Milliarden Euro gegenüber.

Für 2025 wird trotz Beitragserhöhung erneut ein Defizit von rund 500 Millionen Euro erwartet, und für 2026 sind staatliche Darlehen von 3,2 Milliarden Euro geplant. Wer das Pflegesystem langfristig stabilisieren will, kommt um eine grundlegende Finanzierungsreform nicht herum.

Löhne steigen, aber reichen das?

Pflegelöhne sind in den letzten Jahren überdurchschnittlich gestiegen. Das Median-Bruttomonatsentgelt für Pflegefachkräfte lag 2023 bei 4.056 Euro bundesweit. Zwischen 2019 und 2023 stieg das Medianentgelt von 3.402 Euro auf 4.004 Euro, ein Plus von 17,7 Prozent.

Zum Vergleich: Über alle Berufe hinweg wuchsen die Medianentgelte im selben Zeitraum um 8,9 Prozent. Pflegekräfte haben also überproportional profitiert.

Für 2026 und 2027 sind weitere gesetzliche Lohnerhöhungen vorgesehen. Die aktuellen Pflegemindestlöhne und die geplante Entwicklung sehen so aus:

QualifikationsstufeAktuell (bis 30.6.2026)Ab 1.7.2026Ab 1.7.2027
Pflegehilfskräfte16,10 Euro/Std.16,52 Euro/Std.16,95 Euro/Std.
Qualifizierte Pflegehilfskräfte (mind. 1-jähr. Ausbildung)17,35 Euro/Std.17,80 Euro/Std.18,26 Euro/Std.
Pflegefachkräfte (3-jähr. Ausbildung)20,50 Euro/Std.21,03 Euro/Std.21,58 Euro/Std.

Rund 1,3 Millionen Beschäftigte arbeiten in Einrichtungen, die unter diesen Pflegemindestlohn fallen. Die Erhöhungen betragen jeweils rund 2,6 Prozent in beiden Schritten.

Steigende Löhne sind ein wichtiges Signal, lösen aber das Mengenproblem nicht: Mehr Geld lockt Menschen in den Beruf, ersetzt aber nicht die strukturell fehlenden Fachkräfte.

Welche Pflegeberufe fehlen am meisten?

Pflegefachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Altenpflege fehlen am stärksten. Dazu kommen ausgeprägte Lücken in therapeutischen Berufen wie Physiotherapie und Ergotherapie.

Eine genaue Übersicht liefert der KOFA-Jahresrückblick 2024, der die Fachkräftelücken nach Berufsgattung und Anforderungsniveau aufschlüsselt:

Fachkraftebene, die fünf Berufe mit den größten Lücken:

BerufsgattungFachkräftelückeOffene StellenStellenüberhangsquote
Bauelektrik18.34322.97279,8 %
Kraftfahrzeugtechnik16.23824.01367,6 %
Gesundheits- und Krankenpflege15.03621.56969,7 %
Altenpflege14.50418.54678,2 %
Elektrische Betriebstechnik14.21817.35281,9 %

Spezialistenebene, die größten Lücken:

BerufsgattungFachkräftelückeOffene StellenStellenüberhangsquote
Kinderbetreuung und -erziehung20.47631.36465,3 %
Physiotherapie12.99415.15385,8 %
Ergotherapie5.3416.51682,0 %
Heilerziehungspflege4.3876.52667,2 %

Besonders auffällig: Bei Physiotherapeuten auf Spezialistenniveau konnten rechnerisch fast neun von zehn offenen Stellen nicht besetzt werden. 94 Prozent der Kliniken geben nach Angaben des Deutschen Pflegerats an, Stellen auf Allgemeinstationen nicht besetzen zu können. In der Altenpflege fehlen über 17.600 examinierte Fachkräfte, Tendenz steigend.

Ausbildung zieht an, reicht aber nicht

In 2025 begannen rund 64.300 Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachperson, 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt sind mit rund 158.000 Auszubildenden so viele in der Pflegeausbildung wie nie zuvor.

In 2024 haben bereits 37.400 Menschen die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, ein Anstieg gegenüber den 33.570 Absolventen in 2023. Und rund neun von zehn Absolventen geförderter Aus- und Weiterbildungen in der Pflege sind sechs Monate nach Maßnahmeende sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Das sind positive Signale. Gleichzeitig hat das ifo Institut errechnet, dass selbst mit dem Ausbildungsrekord die strukturelle Lücke nicht geschlossen werden kann. Dafür sind die Abgänge durch Renteneintritt, Teilzeitübergänge und Berufsausstieg zu groß, und der Anstieg der Pflegebedürftigen zu dynamisch.

Ein weiterer Aspekt: Das Durchschnittsalter beim Ausbildungsstart lag 2024 bei 24 Jahren, und 19 Prozent der Ausbildungsstarter waren sogar über 30 Jahre alt. Das zeigt, dass die Pflege zunehmend als Quereinstiegsbranche funktioniert, aber eben auch, dass keine ausreichende Nachwuchsbasis aus jungen Schulabgängern entsteht.

Pflegeinfrastruktur unter Druck

Hinter den Personalzahlen steckt eine Infrastruktur, die die wachsende Nachfrage kaum noch auffangen kann. Aktuell gibt es in Deutschland rund 11.666 vollstationäre Pflegeheime mit insgesamt 915.309 Plätzen, im Durchschnitt 78,5 Plätze pro Einrichtung.

Hinzu kommen rund 17.976 ambulante Pflegedienste, die rund 2,275 Millionen Patienten versorgen. In 2024 wurden 113 Pflegeheime neu eröffnet, aber 111 geschlossen. Der Nettozuwachs ist also minimal. Im ersten Halbjahr 2025 eröffneten 50 neue Pflegeheime bei 45 Schließungen.

Für pflegebedürftige Menschen und ihre Familien hat der Mangel auch direkte finanzielle Konsequenzen. Wer in einem Pflegeheim lebt, bleibt laut Caritas-Untersuchung durchschnittlich 25 Monate dort.

Die Gesamtkosten belaufen sich in dieser Zeit auf rund 77.000 Euro. Der durchschnittliche Eigenanteil allein für die Pflegekosten ohne Wohnen und Verpflegung liegt für das erste Jahr bei 3.108 Euro monatlich.

Das ist für viele Familien eine erhebliche Belastung, die direkt mit der Personalknappheit zusammenhängt: Wo nicht genug Fachkräfte da sind, steigen die Kosten pro Einrichtungsplatz.

Patrick Steeger

bKV-Experte

Über den Autor

Ich bin Patrick, Geschäftsführer von bKVfirmenservice.de. Seit 2015 beschäftige ich mich mit der betrieblichen Krankenversicherung – erst neun Jahre als Geschäftsführer in einem Versicherungskonzern, seit 2024 als unabhängiger Berater. Gemeinsam mit meinem Team unterstütze ich KMUs und Konzerne bei Benefits wie bAV, bKV und Gesundheitsbudgets. Mit diesem Blog teile ich meine Erfahrungen und zeige, wie Unternehmen Arbeitswelten schaffen, in denen Menschen gerne bleiben.
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