Die Württembergische Krankenversicherung AG ist einer der bKV-Anbieter, die ich bei kleineren Unternehmen immer wieder im Blick habe.
Und das aus einem einfachen Grund: Sie ist der einzige Anbieter im Markt, bei dem der Einstieg bereits ab drei Mitarbeitenden möglich ist, ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten.
Das macht sie für eine Kundengruppe interessant, die bei fast allen anderen Anbietern einfach durchfällt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Einstieg ab 3 Mitarbeitenden, das ist die niedrigste Mindestgröße im Marktvergleich
- Budgettarife in fünf Stufen von 300 bis 1.200 Euro Jahresbudget, Beitragsgarantie bis 31. Dezember 2026
- Günstigster Einstiegsbeitrag im Markt: StartBudget300 ab 5,85 Euro pro Mitarbeiter und Monat
- Zahnersatz ist optional und muss explizit dazugebucht werden, was Flexibilität gibt, aber auch Aufmerksamkeit erfordert
- Stationärer Schutz ist nicht im Budget enthalten, sondern als separater Baustein buchbar
Welche bKV-Tarife bietet die Württembergische Krankenversicherung AG?
Das Angebot der Württembergischen gliedert sich in drei Zugangswege: Budgettarife, Einzeltarife als Bausteine und die Kombination beider Modelle. Die Budgettarife wurden zum 01. Juli 2023 eingeführt und sind altersunabhängig kalkuliert, das heißt alle Mitarbeitenden bis 70 Jahre zahlen denselben Beitrag.
StartBudget300: Der günstigste Einstieg im Markt
Der StartBudget300 ist mit 5,85 Euro monatlichem Beitrag der günstigste Budgettarif, den ich im aktuellen Markt kenne.
Er bietet ein Jahresbudget von 300 Euro und deckt alle wesentlichen ambulanten Bereiche ab:
- Vorsorgeuntersuchungen,
- Präventionskurse,
- Schutzimpfungen,
- Heilpraktiker,
- Naturheilverfahren inkl. Osteopathie,
- Arznei- und Verbandsmittel,
- Heil- und Hilfsmittel,
- GKV-Zuzahlungen,
- freie Krankenhauswahl,
- Zahnbehandlung und kieferorthopädische Behandlung nach Unfall.
Zwei Sublimits sind wichtig zu kennen: Die Prophylaxe inkl. professioneller Zahnreinigung ist auf 40 Euro pro Jahr begrenzt, die Sehhilfen inkl. LASIK auf 90 Euro pro Jahr. Das ist in beiden Bereichen das niedrigste Limit der fünf Budgetstufen und sollte bei der Tarifwahl berücksichtigt werden.
Budget300 bis Budget1200: Die weiteren Budgetstufen
Der Budget300 hat dasselbe Jahresbudget wie der StartBudget300, ist mit 12,31 Euro monatlich aber deutlich teurer. Der Unterschied liegt in etwas höheren Sublimits bei Prophylaxe (80 statt 40 Euro) und Sehhilfen (120 statt 90 Euro). Außerdem unterscheiden sich die Tarife minimal im Leistungsumfang.
Die Beitragstabelle aller fünf Stufen im Überblick – für alle Mitarbeitenden bis 70 Jahre gilt ein einheitlicher altersunabhängiger Beitrag:
| Tarif | Jahresbudget | Beitrag ohne Zahnersatz | Beitrag mit Zahnersatz |
|---|---|---|---|
| StartBudget300 | 300 Euro | 5,85 Euro | 7,96 Euro |
| Budget300 | 300 Euro | 12,31 Euro | 13,85 Euro |
| Budget600 | 600 Euro | 19,82 Euro | 23,38 Euro |
| Budget900 | 900 Euro | 24,33 Euro | 29,87 Euro |
| Budget1200 | 1.200 Euro | 32,64 Euro | 37,84 Euro |
Zahnersatz ist bei allen Budgetstufen optional. Wer ihn einschließen möchte, zahlt die Differenz aus den beiden Spalten oben als Aufschlag. Wer ihn nicht braucht, spart den Betrag.
Zahnersatz-Einzeltarife: ZGF30, ZGF50, ZGF70
Alternativ zum optionalen Zahnersatz-Einschluss im Budget gibt es drei eigenständige Zahnersatz-Tarife für GKV-Versicherte, die sich separat oder als Ergänzung buchen lassen:
- ZGF30: 30 Prozent Erstattung auf Zahnersatz, 4,75 Euro monatlichem Beitrag für 21 bis 65 Jahre
- ZGF50: 50 Prozent Erstattung, 9,60 Euro monatlich
- ZGF70: 70 Prozent Erstattung, 13,88 Euro monatlich
Alle drei Tarife erstatten Kronen, Brücken, Implantate und Inlays nach dem jeweiligen Erstattungssatz.
BZGF20: Zahn und Brille kombiniert
Der BZGF20 kombiniert Zahnersatz mit 20 Prozent, Zahnprophylaxe mit 100 Prozent bis 80 Euro jährlich und Sehhilfen mit 125 Euro alle zwei Jahre. Mit 9,15 Euro monatlichem Beitrag für die Hauptaltersgruppe ist das ein solides Paket für Unternehmen, die einen Kombitarif suchen.
SGF und SGF+SEF: Privatpatient im Krankenhaus
Stationärer Schutz ist bei der Württembergischen nicht im Budgettarif enthalten.
Das ist ein wichtiger Punkt: Wer seinen Mitarbeitenden Chefarztbehandlung und Einbettzimmer ermöglichen möchte, muss den SGF-Baustein explizit dazubuchen. Der Vorteil: Dieser Baustein schmälert das Jahresbudget nicht, er ist ein vollständig separater Leistungsbereich.
Der SGF kostet für die Hauptaltersgruppe 26,76 Euro monatlichem Beitrag und deckt Chefarztbehandlung, Einbettzimmer und freie Krankenhauswahl ab.
Die SGF+SEF-Variante erweitert das um Auslandsreiseschutz und kostet 31,01 Euro monatlich.
VSF: Vorsorgeversicherung
Der VSF-Tarif erstattet ambulante Vorsorgeuntersuchungen über den GKV-Katalog hinaus. Er ist für GKV- und PKV-Versicherte buchbar und kostet 9,55 Euro monatlichem Beitrag für 21 bis 65 Jahre.
KTNF43: Krankentagegeld ab Tag 43
Für Mitarbeitende, bei denen das Unternehmen die Entgeltfortzahlung nach sechs Wochen absichern möchte, gibt es das KTNF43 mit Tagessätzen von 10, 15 oder 20 Euro ab dem 43. Krankheitstag. Der 10-Euro-Tagessatz kostet 7,70 Euro monatlichem Beitrag für die Hauptaltersgruppe.
RKM1: Auslandsreiseschutz
Wer den Auslandsschutz nicht über SGF+SEF buchen möchte, kann ihn als eigenständigen Jahresschutz RKM1 dazunehmen. Der Tarif gilt weltweit bei beliebig vielen Reisen und kostet 0,85 Euro monatlich bis 70 Jahre.
Wie hoch sind die Beiträge pro Mitarbeiter für die bKV bei der Württembergischen?
Die Besonderheit der Württembergischen ist die altersunabhängige Beitragskalkulation für alle Budgettarife. Ob ein Mitarbeitender 25 oder 55 Jahre alt ist: Der Beitrag ist bis 70 Jahre identisch. Das vereinfacht die Planung erheblich und macht die Kosten sehr gut vorhersehbar.
Für die Einzeltarife gelten altersabhängige Beiträge nach drei Altersstufen: 0 bis 20 Jahre, 21 bis 65 Jahre und 66 bis 75 Jahre. Für Mitarbeitende ab 71 Jahren und für Familienangehörige werden Beiträge auf Anfrage kalkuliert.
Was bedeutet die Beitragsgarantie der Württembergischen?
Die Württembergische hat für alle Budgettarife eine Beitragsgarantie bis 31. Dezember 2026 ausgesprochen.
Das bedeutet: Für die Tarife StartBudget300, Budget300, Budget600, Budget900 und Budget1200 bleiben die Beiträge bis zu diesem Datum garantiert stabil. Keine Anpassung, keine Überraschung im Jahresverlauf.
Das gibt Ihnen als Arbeitgeber eine klare Grundlage für Ihre Kostenplanung.
Was danach kommt, ist noch offen. Ein Blick auf die PKV-Tarifdaten der Württembergischen zum 01. Januar 2026 zeigt, dass im Bereich der privaten Krankenvollversicherung durchaus substanzielle Anpassungen vorgenommen wurden.
Einige ambulante Tarife stiegen um 13 bis 16 Prozent, stationäre Tarife um rund 9 bis 13 Prozent, Zahntarife um 14 bis 15 Prozent bei Kindern und Jugendlichen. Diese Anpassungen betreffen die bKV-Budgettarife nicht direkt, zeigen aber, dass die Württembergische bei steigendem Kostendruck bereit ist zu reagieren.
Für die Zeit nach Ablauf der Garantie sollten Sie das als Planungshinweis im Blick behalten.
Unsere Erfahrungen mit der bKV der Württembergischen: So bewerten wir das Angebot
Ich hatte die Württembergische vor allem bei Mandaten, bei denen die Unternehmensgröße unter zehn Mitarbeitenden lag, wo andere Anbieter einfach nicht buchbar sind. Ein Handwerksbetrieb mit sieben Angestellten zum Beispiel oder eine Kanzlei mit vier Mitarbeitenden.
In diesen Fällen ist die Württembergische oft die einzige echte Option im Markt.
Was macht die Württembergische beim bKV-Angebot wirklich gut?
Kleinstunternehmen haben bei anderen Anbietern keine Wahl
Der Einstieg ab drei Mitarbeitenden ist der größte Alleinstellungsvorteil der Württembergischen. Kein anderer relevanter bKV-Anbieter geht so weit runter. Für Kleinstunternehmen, Kanzleien, kleine Handwerksbetriebe und Startup-Teams ist das ein echter Türöffner.
Günstigster Einstiegsbeitrag im Markt
Der Beitrag beim StartBudget300 liegt bei 5,85 Euro monatlichem Beitrag pro Mitarbeiter. Das ist der günstigste Einstieg, den ich aktuell im Markt kenne. Für Unternehmen, die zum ersten Mal eine bKV einführen und das Thema mit möglichst geringem finanziellen Risiko testen wollen, ist das ein sehr niedriger Einstiegspunkt.
Beitragsgarantie schafft echte Planungssicherheit
Das Thema Beitragsgarantie ist ebenfalls bemerkenswert. Viele Anbieter sprechen von Beitragsstabilität, die Württembergische macht es konkret: Für alle Budgettarife gilt eine fixe Garantie bis 31. Dezember 2026.
Was danach kommt, weiß ich nicht, aber für den laufenden Planungshorizont ist das Transparenz, die andere Anbieter nicht so klar liefern.
Altersunabhängige Kalkulation schont ältere Belegschaften
Ein weiterer Punkt, der in der Praxis unterschätzt wird: Die altersunabhängige Beitragskalkulation. Bei Mitbewerbern steigt der Beitrag teils deutlich mit dem Alter. Bei der Württembergischen zahlen alle bis 70 Jahre gleich viel. Das ist für Unternehmen mit älterer Belegschaft ein echter Kostenvorteil.
Schnelle Abwicklung und starke Servicequalität
Die Abwicklung über die W&W-App mit Rückerstattung innerhalb von 24 Stunden ist gut. Das senkt die Hürde für Mitarbeitende, Belege einzureichen, was direkt auf die Nutzungsquote einzahlt.
Assekurata hat die Württembergische zuletzt mit „Exzellent“ in Sicherheit und Kundenorientierung und mit einem Spitzenplatz bei der Leistungsbearbeitung bewertet.
Stärken im Überblick:
- Günstigster Einstieg im Markt, StartBudget300 ab 5,85 Euro monatlichem Beitrag
- Einstieg bereits ab 3 Mitarbeitenden, kein anderer Anbieter geht so weit runter
- Altersunabhängige Beitragskalkulation bis 70 Jahre, besonders vorteilhaft für ältere Belegschaften
- Beitragsgarantie für alle Budgettarife bis 31. Dezember 2026
- Klinikbaustein ist eigenständig buchbar und schmälert das Budget nicht
- Freie Krankenhauswahl bereits im Budgettarif enthalten
- Schnelle Abwicklung über W&W-App, 24-Stunden-Rückerstattung in Servicezeiten
- Familienmitversicherung bis 25 Jahre ohne Gesundheitsprüfung
- Assekurata-Bestnote für Unternehmensqualität und Leistungsbearbeitung
Wo bleibt die Württembergische hinter den Erwartungen zurück?
Maximales Jahresbudget begrenzt den Leistungsumfang
Das größte strukturelle Problem des Angebots ist das maximale Jahresbudget von 1.200 Euro. Andere Anbieter wie die Allianz oder R+V bieten Stufen bis 1.500 Euro an. Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden ein wirklich breites Leistungsnetz anbieten wollen, stößt man bei der Württembergischen an eine Grenze, die nicht überschreitbar ist.
Sublimits bei Prophylaxe und Sehhilfen sind eng
Die Sublimits bei Prophylaxe und Sehhilfen sind eng. Beim StartBudget300 sind es 40 Euro für die professionelle Zahnreinigung pro Jahr. Das deckt nicht einmal eine einzelne Behandlung vollständig.
Beim Sehhilfen-Limit von 90 Euro im StartBudget300 sieht es ähnlich aus: Wer eine höherwertige Brille braucht, kommt damit nicht weit. Bei den höheren Budgetstufen verbessern sich die Sublimits auf 80 Euro (Prophylaxe) und 180 Euro (Sehhilfen), aber auch das ist im Marktvergleich eher unterer Mittelfeld.
Zahnersatz muss aktiv eingeschlossen werden
Zahnersatz ist nicht automatisch enthalten. Das klingt nach Kleinteiligkeit, aber in der Praxis führt es regelmäßig dazu, dass Mitarbeitende eine Leistung erwarten, die der Tarif nicht enthält, wenn der Arbeitgeber beim Einschluss nicht aktiv war.
Das Thema Kommunikation beim Onboarding ist also besonders wichtig.
Ich hatte vor einigen Tagen ein Erstgespräch und da ist genau das Thema aufgeploppt: Ein Geschäftsführer, der einen Budget600 laufen hatte, ohne Zahnersatz-Einschluss. Ein Mitarbeiter hatte eine Krone und wunderte sich, warum die Erstattung ausblieb.
Das ist kein Fehler des Tarifs, aber es zeigt, wie wichtig die saubere Einrichtung beim Start ist.
Schwächen im Überblick:
- Maximales Jahresbudget 1.200 Euro, keine 1.500-Euro-Stufe wie bei einigen Wettbewerbern
- Sehhilfen-Sublimit von 90 bis 180 Euro je nach Stufe, für höherwertige Brillen oft nicht ausreichend
- Prophylaxe-Sublimit von 40 bis 80 Euro, deckt professionelle Zahnreinigung oft nur teilweise
- Zahnersatz nicht standardmäßig enthalten, muss aktiv eingeschlossen werden
- Stationärer Schutz im Budget nicht enthalten, SGF-Baustein separat erforderlich
- Beitragsgarantie endet 31. Dezember 2026, was danach passiert ist offen
- Beiträge für Mitarbeitende ab 71 Jahren und Familienangehörige nur auf Anfrage
Fazit: Für welches Unternehmen ist die bKV der Württembergischen eine gute Wahl?
Die Württembergische ist die richtige Wahl, wenn Unternehmensgröße und Budgetrahmen die Entscheidung treiben. Wer unter zehn Mitarbeitenden hat und trotzdem eine bKV anbieten möchte, hat bei anderen Anbietern schlicht keine Wahl.
Die Württembergische füllt diese Lücke, und sie füllt sie mit einem soliden Produkt zu einem günstigen Preis.
Ich würde die Württembergische besonders empfehlen für:
- Kleinstunternehmen ab 3 Mitarbeitenden, für die kein anderer Anbieter zugänglich ist
- Handwerk, Kanzleien und kleine Dienstleister, die eine unkomplizierte Grundabsicherung suchen
- Arbeitgeber mit älterer Belegschaft, die von der altersunabhängigen Kalkulation profitieren
- Unternehmen, die mit einem günstigen Einstieg ins Thema bKV einsteigen wollen
- Betriebe, die eine klare Beitragssicherheit für die nächsten zwei Jahre wollen
Weniger geeignet ist die Württembergische für Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden ein maximales Leistungsnetz mit hohen Jahresbudgets, starkem Zahnschutz und stationärer Absicherung aus einer Hand anbieten wollen. Wer 15 Euro pro Mitarbeiter und Monat ausgeben möchte und dafür möglichst viel Leistung erwartet, findet bei anderen Anbietern mehr.
Die Frage, die Sie sich stellen sollten: Für wie viele Mitarbeitende brauche ich eine bKV, und was soll sie leisten? Wenn die Antwort auf die erste Frage unter zehn liegt, hat die Württembergische ein starkes Argument.
Wenn die Antwort auf die zweite Frage maximaler Leistungsumfang lautet, lohnt sich der Vergleich mit breiteren Produktpaletten.