Patrick Steeger

Ich kenne den bKV-Markt seit über 12 Jahren und weiß genau, worauf es ankommt. Die größten Fehler passieren bei der Tarifwahl. Lassen Sie uns das richtig angehen.

Patrick Steeger bKV-Experte Zum bKV-Tarifvergleich

Inhalt

Mitarbeiter binden?
Mit einer bKV? Easy.

Außerdem sparen Sie eine Menge Steuern & rennen der Konkurrenz davon. Besser geht’s nicht.

.Patrick Steeger

Bild zeigt Patrick Steeger, Geschäftsführer vom bKV Firmenservice
zuletzt aktualisiert: 13. März 2026

Inhalt

Was ist die betriebliche Pflegezusatzversicherung (bPV)?

Rund 450.000 Beschäftigte in Deutschland verfügen über eine betriebliche Pflegezusatzversicherung, ein Zuwachs von 14,8% gegenüber dem Vorjahr.

Die bPV ist ein noch relativ junges Instrument: Insgesamt bieten rund 60.000 Unternehmen eine vollständig arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung an, deren Teilbereich die bPV ist.

Laut einer Civey-Umfrage im Auftrag des PKV-Verbands würden 76% der Beschäftigten eine bPV begrüßen, für 64% ist sie sogar wertvoller als ein Diensthandy oder Jobticket.

Die durchschnittlichen Gesamtkosten eines Pflegeheimplatzes lagen Ende 2025 erstmals bei über 5.000 Euro monatlich, die monatliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr beträgt mittlerweile 3.245 Euro im Bundesdurchschnitt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die betriebliche Pflegezusatzversicherung ist eine Sozialleistung, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zusätzlich zum Gehalt anbieten, alle Mitarbeiter eines Unternehmens werden über einen Gruppenversicherungsvertrag gegen das Pflegerisiko versichert, ohne Gesundheitsprüfung, ohne Wartezeiten, mit Einheitsbeitrag für alle
  • Die durchschnittlichen Gesamtkosten eines Pflegeheimplatzes lagen Ende 2025 erstmals bei über 5.000 Euro monatlich, die monatliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr beträgt 3.245 Euro im Bundesdurchschnitt (261 Euro mehr als im Vorjahr), regional variieren die Eigenanteile um bis zu 70%
  • Arbeitgeberkosten pro Mitarbeiter und Monat: CareFlex Chemie 33,65 Euro (1.000 Euro Pflegemonatsgeld stationär), Hallesche FEELcare ab 13,30 Euro (300 Euro Pflegebudget), HanseMerkur BKPG 8,90 Euro (bis 1.000 Euro Pflegemonatsgeld oder 750 Euro plus 5.000 Euro Einmalzahlung)
  • Vier Steuermodelle stehen zur Verfügung: 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze (steuer- und SV-frei), Pauschalversteuerung nach § 40 EStG (maximal 1.000 Euro pro Jahr, keine SV-Beiträge), Pauschalversteuerung nach § 37b EStG (30% pauschal, maximal 10.000 Euro pro Jahr, SV-Beiträge fallen an), Nettolohnversteuerung (Arbeitgeber trägt alle Steuern und SV-Beiträge)

Was ist eine betriebliche Pflegezusatzversicherung?

Die betriebliche Pflegezusatzversicherung ist eine Sozialleistung, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zusätzlich zum Gehalt anbieten, entweder freiwillig oder im Rahmen eines Tarifvertrages.

Alle Mitarbeiter eines Unternehmens werden über einen Gruppenversicherungsvertrag gegen das Pflegerisiko versichert. Die bPV ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, die als Teilleistungsversicherung nur einen Bruchteil der tatsächlichen Pflegekosten abdeckt.

Was unterscheidet die bPV von privaten Pflegezusatzversicherungen?

Die bPV verzichtet auf Gesundheitsprüfung und Wartezeiten, alle Mitarbeiter zahlen denselben Beitrag unabhängig vom Alter, und der Schutz kann bei Ausscheiden ohne erneute Gesundheitsprüfung fortgeführt werden. Das sind die drei entscheidenden Unterschiede zu privaten Pflegezusatzversicherungen, die genau diese Hürden aufbauen.

Es gibt keine Gesundheitsprüfung. Auch Mitarbeiter mit Vorerkrankungen, Behinderungen oder höherem Alter profitieren vom Versicherungsschutz. In der privaten Pflegezusatzversicherung würden diese Mitarbeiter entweder abgelehnt oder müssten massive Risikozuschläge zahlen.

Es gibt keine Wartezeiten, der Versicherungsschutz greift sofort. Für alle Mitarbeiter gilt derselbe Einheitsbeitrag, unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand. Ein 25-jähriger Azubi zahlt genauso viel wie ein 58-jähriger Abteilungsleiter mit Diabetes.

Bei Ausscheiden aus dem Unternehmen (Renteneintritt, Kündigung) kann der Schutz ohne erneute Gesundheitsprüfung auf eigene Kosten weitergeführt werden. Jeder Mitarbeiter wird versichert (außer bereits in einen Pflegegrad eingestufte Personen), es gibt eine Aufnahmegarantie.

Ich sehe regelmäßig Unternehmen, die 50.000 Euro in Recruiting stecken, um eine Fachkraft zu ersetzen, die wegen Pflege ausgestiegen ist. Dabei hätten 15 Euro pro Monat für eine bPV gereicht, um sie zu halten.

Warum reicht die gesetzliche Pflegeversicherung nicht?

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist ausdrücklich als Teilleistungsversicherung konzipiert.

Die Leistungen wurden zuletzt zum 01.01.2025 um 4,5% angehoben (PUEG – Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetz), aber die finanzielle Lücke bleibt massiv.

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung 2025/2026:

PflegegradPflegegeld (ambulant)PflegesachleistungTages-/NachtpflegeVollstationäre Pflege
PG 1131 € (Entlastungsbetrag)
PG 2347 €796 €721 €805 € + Leistungszuschlag
PG 3599 €1.497 €1.357 €1.319 € + Leistungszuschlag
PG 4800 €1.859 €1.685 €1.855 € + Leistungszuschlag
PG 5990 €2.299 €2.085 €2.096 € + Leistungszuschlag

Trotz dieser Leistungen und der seit 2022 existierenden aufenthaltsabhängigen Leistungszuschläge (§ 43c SGB XI) bleibt eine massive finanzielle Lücke. Die durchschnittlichen Gesamtkosten eines Pflegeheimplatzes lagen Ende 2025 erstmals bei über 5.000 Euro monatlich.

Wie hoch ist der Eigenanteil in der stationären Pflege?

Der Eigenanteil setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen und wird durch aufenthaltsabhängige Leistungszuschläge gemindert. Je länger der Aufenthalt, desto höher der Zuschlag der Pflegekasse.

Die Eigenanteile im Überblick:

AufenthaltsdauerEinrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE)Unterkunft & VerpflegungInvestitionskostenEigenanteil gesamt
Bis 12 Monate (15% Zuschlag)1.437 €967 €476 €2.880 €
Ab 12 Monate (30% Zuschlag)1.183 €967 €476 €2.626 €
Ab 24 Monate (50% Zuschlag)845 €967 €476 €2.288 €
Ab 36 Monate (75% Zuschlag)423 €967 €476 €1.866 €

Laut Verband der Ersatzkassen beträgt die monatliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr mittlerweile 3.245 Euro im Bundesdurchschnitt, 261 Euro mehr als im Vorjahr. Die Haupttreiber sind gestiegene Pflegepersonalkosten.

Wie stark variieren die Eigenanteile regional?

Die Eigenanteile variieren enorm je nach Bundesland, um bis zu 70%. Im ersten Jahr der stationären Pflege reichen die Gesamteigenanteile von rund 2.443 Euro in Sachsen-Anhalt bis zu 3.696 Euro im Saarland beziehungsweise 3.694 Euro in NRW. In Baden-Württemberg und NRW liegen die Kosten traditionell am höchsten, bedingt durch höheres Lohnniveau, höheren Fachkräfteanteil und stärkere Tarifbindung.

Wie funktioniert die bPV?

Die bPV kann verschiedene Leistungsformen umfassen. Das Pflegemonatsgeld ist eine feste monatliche Geldzahlung bei ambulanter und/oder stationärer Pflege, frei verfügbar.

Das Pflegebudget ist ein monatliches Budget für Pflegedienstleistungen, Pflegehilfsmittel, Betreuung. Es gibt Einmalzahlungen bei Eintritt der eigenen Pflegebedürftigkeit.

Care- und Case-Management bietet Beratungs-, Betreuungs- und Organisationsleistungen, auch für pflegebedürftige Angehörige. Assistance-Leistungen umfassen Pflegeplatzgarantie, telefonische Pflegeberatung, Vermittlung von Dienstleistungen. Die Familienabsicherung ermöglicht Mitversicherung von Lebenspartnern, Kindern, Eltern, Schwiegereltern.

Welche bPV-Tarife gibt es am Markt?

Es gibt mehrere etablierte Tarife am Markt mit sehr unterschiedlichen Leistungsprofilen und Kosten. Ich zeige Ihnen vier Tarife mit echten Zahlen und Leistungen.

CareFlex Chemie: Tarifvertrag für über 500.000 Beschäftigte

CareFlex Chemie ist die bundesweit erste tarifliche Pflegezusatzversicherung für eine ganze Branche, vereinbart zwischen dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der IG BCE. Seit dem 01.07.2021 sind über 500.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmaindustrie abgesichert.

Das Konsortium besteht aus R+V (45%), DFV (35%) und Barmenia (20%).

Die Basisabsicherung wird vollständig vom Arbeitgeber finanziert:

PflegegradAmbulante PflegeStationäre Pflege
PG 1
PG 2300 €/Monat1.000 €/Monat
PG 3300 €/Monat1.000 €/Monat
PG 4300 €/Monat1.000 €/Monat
PG 51.000 €/Monat

Der Kollektivbeitrag beträgt 33,65 Euro pro Monat pro Mitarbeiter, komplett vom Arbeitgeber getragen. Es gibt keine Gesundheitsprüfung, keine Wartezeiten, sofortiger Schutz. Das Pflegemonatsgeld wird steuer- und sozialversicherungsfrei im Leistungsfall zu 100% ausgezahlt.

Mitarbeiter können den Schutz individuell aufstocken mit vereinfachter Gesundheitsprüfung (Mini-GP). Die Aufstockungsbeiträge für 1.000 Euro zusätzliches Pflegemonatsgeld:

AlterStationärAmbulantGesamt
20 Jahre8,00 €5,49 €13,49 €
30 Jahre11,70 €7,49 €19,19 €
40 Jahre17,00 €11,30 €28,30 €
50 Jahre25,50 €17,00 €42,50 €
60 Jahre40,90 €26,90 €67,80 €

Zusätzlich können Familienangehörige (Ehe-/Lebenspartner, Kinder, Eltern, Schwiegereltern) mit privilegiertem Zugang und vereinfachten Gesundheitsfragen mitversichert werden.

Hallesche FEELcare: Pflegebudget plus Malteser-Kooperation

Das Pflegekonzept FEELcare der Hallesche richtet sich gezielt an die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf und wird in exklusiver Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst umgesetzt. Der Unterschied zu anderen Tarifen: Das Pflegebudget steht dem Mitarbeiter als Pflegeperson zur Verfügung, das heißt wenn ein Angehöriger ab PG 2 pflegebedürftig ist.

Monatliches Pflegebudget für die Pflege von Angehörigen:

KomponenteMonatliches PflegebudgetBeitrag pro Monat/MA
Budget Stufe 1300 €13,30 €
Budget Stufe 2600 €24,90 €
Budget Stufe 3900 €32,00 €

Einmalzahlung bei eigenem Pflegefall ab PG 2:

EinmalzahlungBeitrag pro Monat/MA
15.000 €6,20 €
20.000 €8,30 €
25.000 €10,30 €

Bei Arbeitsunfall als Ursache verdoppelt sich die Einmalzahlung. Die Leistungen umfassen telefonische Pflegeberatung, persönlicher Pflege-Case-Manager, Organisation von Fahrdiensten, Pflegehilfsmitteln, Ärzte-Begleitung, Hospizplätzen, Pflegepersonal-Vermittlung, Hausnotruf-System der Malteser. Es handelt sich um eine geprüfte Nachhaltigkeitslösung (Beschäftigungssicherung, soziale Absicherung, Work-Life-Balance).

HanseMerkur BKPG: Modularer Baustein ab 8,90 Euro

Der Tarif BKPG der HanseMerkur ist ein modularer Pflege-Baustein innerhalb der betrieblichen Krankenversicherung. Der Monatsbeitrag beträgt 8,90 Euro als Einheitsbeitrag für alle Mitarbeiter im Alter 15 bis 67.

Die Leistung ab PG 2: Wahlweise bis zu 1.000 Euro Pflegemonatsgeld ODER bis zu 750 Euro pro Monat plus 5.000 Euro Einmalzahlung. Die Leistungsdauer beträgt 36 Monate oder bis zur Höchstaltersgrenze von 67 Jahren.

Zusatzleistungen umfassen Pflegeplatzgarantie, telefonische Pflegeberatung, Assistance-Leistungen.

Der modulare Aufbau ermöglicht, dass Leistungen je nach Unternehmensbudget auf ambulante und/oder stationäre Pflege fokussiert werden können. Es gibt weltweiten Versicherungsschutz, auch bei Pflege im Ausland. Individuelle Aufstockung und Familienabsicherung zu Sonderkonditionen sind möglich.

DKV bKV-Pflegetarife: Zwei Bausteine für unterschiedliche Bedürfnisse

Die DKV bietet im Rahmen ihrer bKV zwei Pflegebausteine. Der Tarif BPSP (Pflege Schutz Paket) umfasst Informationen und Beratung rund um Pflege, Versorgungssicherheit, Vermittlung von Dienstleistungen sowie eine Einmalzahlung von 1.000 Euro bei Pflegefall eines Angehörigen.

Der Tarif Pflege Plus bietet Pflegemonatsgeld in vereinbarter Höhe für vollstationäre oder häusliche Pflege, buchbar ab 25 Mitarbeitern.

Welcher Tarif passt zu welchem Unternehmen?

Der direkte Vergleich zeigt, welche Unterschiede die Tarife haben:

CareFlex ChemieHallesche FEELcareHanseMerkur BKPGDKV BPSP
Beitrag/Monat/MA33,65 €ab 13,30 €8,90 €auf Anfrage
Leistung ambulant300 €/Monat (PG 2–4)Budget 300–900 €bis 1.000 € oder 750 € + Einmalzahlung1.000 € Einmalzahlung
Leistung stationär1.000 €/Monat (PG 2–5)Einmalzahlung 15.000–25.000 €bis 1.000 €Pflegemonatsgeld (Pflege Plus)
GesundheitsprüfungNeinNeinNeinNein
WartezeitenNeinNeinNeinNein
Assistance/Care-ManagementNein (Basis)Ja (Malteser)JaJa
FamilienabsicherungJa (Aufstockung)TeilweiseJa (Sonderkonditionen)Teilweise
Fortführung nach AusscheidenJaJaJaJa

Was kostet Unternehmen die bPV?

Die Kosten für eine bPV hängen vom gewählten Tarif, Leistungsumfang und der Unternehmensgröße ab. Hier sind die echten Arbeitgeberkosten der vorgestellten Tarife:

Anbieter / TarifBeitrag pro MA/MonatJährliche Kosten pro MABei 100 MA/Jahr
CareFlex Chemie (Basis)33,65 €403,80 €40.380 €
Hallesche FEELcare (300 € Budget)13,30 €159,60 €15.960 €
Hallesche FEELcare (600 € Budget)24,90 €298,80 €29.880 €
Hallesche FEELcare (900 € Budget)32,00 €384,00 €38.400 €
HanseMerkur BKPG8,90 €106,80 €10.680 €
Hallesche FEELcare (300 € Budget + 15.000 € Einmalzahlung)19,50 €234,00 €23.400 €

Alle Beiträge sind Einheitsbeiträge, unabhängig vom Alter der Mitarbeiter.

Die tatsächlichen Gesamtkosten für den Arbeitgeber hängen zusätzlich vom gewählten Steuermodell ab. Bei Nutzung der 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze fallen keine weiteren Steuer- oder Sozialabgaben an, sofern keine anderen Sachbezüge gewährt werden.

Sind die Beiträge zur bPV steuerlich absetzbar?

Die Beiträge sind grundsätzlich als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar und mindern somit den Gewinn des Unternehmens. Dies gilt unabhängig vom gewählten Steuermodell.

Welche Vorteile hat eine bPV für Mitarbeiter?

Die bPV bietet Mitarbeitern finanzielle Absicherung durch Schließung oder Verringerung der Pflegelücke, weniger finanzielle Sorgen bei Pflegebedürftigkeit, ob eigener Pflegefall oder Pflege von Angehörigen.

In den meisten Fällen finanziert der Arbeitgeber die Grundabsicherung komplett, die Mitarbeiter zahlen vergünstigte oder keine Beiträge. Das Pflegemonatsgeld kann ohne Nachweise frei verwendet werden.

Warum bekommen auch vorerkrankte Mitarbeiter Versicherungsschutz?

Beim Zugang und den Konditionen profitieren Mitarbeiter davon, dass es keine Gesundheitsprüfung gibt. Auch Mitarbeiter mit Vorerkrankungen, chronischen Krankheiten oder Behinderungen erhalten Versicherungsschutz, bei individuellen Verträgen wäre dies oft unmöglich oder extrem teuer.

Es gibt keine Wartezeiten und Aufnahmegarantie, sofortiger Schutz ab Vertragsbeginn.

Der betriebliche Basisschutz kann auf eigene Kosten und zu Sonderkonditionen individuell aufgestockt werden. Ehe-/Lebenspartner, Kinder, Eltern, Schwiegereltern können mitversichert werden.

Wie unterstützt die bPV im Pflegealltag?

Die Unterstützung im Alltag erfolgt durch Care- und Case-Management, Entlastung bei der Organisation der Pflege von Angehörigen, Beratung, Vermittlung von Pflegeplätzen, Fahrdiensten, Hilfsmitteln.

Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird gefördert: 80% der Pflegebedürftigen (3,3 Millionen) werden durch Angehörige zu Hause versorgt, 71% berichten von zeitlichen Vereinbarkeitsproblemen. Die bPV reduziert diese Doppelbelastung.

Die Verbesserung der Arbeitszufriedenheit ist messbar: 35% der Arbeitnehmer halten eine bPV sogar für wichtiger als eine Gehaltserhöhung. Nach dem Arbeitsverhältnis kann der Schutz bei Kündigung, Renteneintritt oder Arbeitgeberwechsel auf eigene Kosten ohne erneute Gesundheitsprüfung fortgeführt werden.

Fallbeispiel: Henkel AG (Erste bPV eines DAX-Konzerns)

Die Henkel AG & Co. KGaA war der erste DAX-Konzern in Deutschland, der eine betriebliche Pflegezusatzversicherung einführte, unter dem Namen CareFlex, als Pilotmodell gemeinsam mit der IG BCE und der DFV Deutsche Familienversicherung AG.

Seit dem 01. Januar 2019 profitieren alle rund 9.000 Mitarbeiter und Auszubildenden in Deutschland von einer Basisabsicherung für ambulante, stationäre und teilstationäre Pflege.

Erfahrungsbericht: Heinrich Rositzka, Elektromeister bei Henkel

Heinrich Rositzka, 62 Jahre, Elektromeister bei Henkel seit über 40 Jahren, berichtete im Deutschlandfunk über seine Erfahrung: „Das habe ich schon mit mir mitgetragen. Und ich kenne auch den einen oder anderen Fall, wo man tatsächlich dann an das Wohneigentum herangetreten ist und gesagt hat, das muss veräußert werden.“

Rositzka hatte sich den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung nie zugetraut:

„Ich weiß, dass diese Versicherungen recht teuer sind. Ich weiß auch, dass die Eingangsvoraussetzungen, also die Gesundheitsprüfung, sehr umfangreich sind.“

Durch die betriebliche Lösung erhielt er nun automatisch und ohne eigenes Zutun eine Pflegezusatzversicherung, ohne Gesundheitsprüfung, ohne Risikoaufschläge, vollständig arbeitgeberfinanziert.

Wie viel spart ein Henkel-Mitarbeiter im Pflegefall?

Angenommen, ein ehemaliger Henkel-Mitarbeiter wird pflegebedürftig mit Pflegegrad 3 und benötigt einen Platz im Pflegeheim. Zum Zeitpunkt der Einführung lag der durchschnittliche Eigenanteil in Düsseldorf bei rund 2.400 Euro monatlich. Kathrin Menges, Personalvorstand von Henkel, erklärte:

„Vor dieser hohen finanziellen und emotionalen Belastung möchten wir unsere Mitarbeiter schützen.“

Die Rechnung im Detail:

PostenBetrag
Gesamtkosten Pflegeheim/Monat (Bundesdurchschnitt)ca. 5.033 €
Leistung gesetzliche Pflegeversicherung (PG 3, stationär)1.319 €
Leistungszuschlag (15% EEE, 1. Jahr)ca. 253 €
Eigenanteil OHNE bPVca. 3.461 €
Leistung bPV (CareFlex Chemie, stationär PG 3)1.000 €
Eigenanteil MIT bPVca. 2.461 €
Monatliche Entlastung durch bPV1.000 €
Jährliche Entlastung12.000 €
Entlastung bei 6,7 Jahren Pflegedauer (Durchschnitt)ca. 80.400 €

Bei einer durchschnittlichen Pflegedauer von 6,7 Jahren und einem Pflegemonatsgeld von 1.000 Euro ergibt sich eine Gesamtentlastung von über 80.000 Euro, bei Arbeitgeberkosten von lediglich 33,65 Euro pro Monat während der Beschäftigungszeit.

Wie wird die bPV steuerlich behandelt?

Die steuerliche Behandlung der bPV folgt grundsätzlich denselben Regeln wie die gesamte betriebliche Krankenversicherung. Es stehen Arbeitgebern vier Abrechnungsmodelle zur Verfügung.

Modell 1: 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG)

Die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze ist die bevorzugte Variante für viele Unternehmen. Die bPV-Beiträge sind komplett steuer- und sozialabgabenfrei, solange alle Sachbezüge zusammen 50 Euro pro Monat pro Mitarbeiter nicht überschreiten.

Das Gesetz sagt ganz klar: „Sachbezüge bleiben außer Ansatz, wenn sie insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen. Jetzt kommt der entscheidende Punkt: Es handelt sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Bei Überschreitung wird der gesamte Betrag steuer- und abgabenpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil“.

Was müssen Sie beachten?

Die bPV konkurriert innerhalb der 50 Euro mit allen anderen Sachbezügen. Das heißt: Gutscheine, Essenszuschüsse und die bPV rechnen Sie zusammen. Die Leistung muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Der Mitarbeiter darf kein Wahlrecht auf Barauszahlung haben.

Beispiel mit dem HanseMerkur BKPG-Tarif: Sie zahlen 8,90 Euro pro Monat pro Mitarbeiter für die bPV. Zusätzlich gewähren Sie jedem Mitarbeiter einen monatlichen Tankgutschein im Wert von 40 Euro. Insgesamt: 8,90 Euro plus 40 Euro = 48,90 Euro. Sie bleiben unter der 50-Euro-Grenze. Es fallen keinerlei Steuern oder Sozialabgaben für Arbeitgeber und Arbeitnehmer an.

Würden Sie stattdessen den Hallesche FEELcare-Tarif mit 300 Euro Budget (13,30 Euro pro Monat) plus den 40-Euro-Tankgutschein wählen, lägen Sie bei 53,30 Euro. Die gesamten 53,30 Euro würden steuer- und abgabenpflichtig. Sie hätten die Freigrenze überschritten.

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • Keinerlei Steuern oder Sozialabgaben für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
  • Einfachste Umsetzung, kein Verwaltungsaufwand
  • Enge 50-Euro-Grenze schränkt Spielraum ein
  • Konkurrenz mit anderen Sachbezügen

Modell 2: Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 1 EStG

Wenn die Sachbezugsfreigrenze bereits ausgeschöpft ist, bietet sich die Pauschalversteuerung nach § 40 EStG an. Der Arbeitgeber versteuert die bPV-Beiträge mit dem Durchschnittssteuersatz seiner Arbeitnehmer. Maximal 1.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr sind möglich. Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an.

Wie funktioniert die Umsetzung?

Die bPV-Beiträge müssen jährlich gezahlt werden, damit ein sonstiger Bezug vorliegt. Ab 20 Mitarbeitern ist die Anwendung vereinfacht möglich, unter 20 Mitarbeitern muss die Pauschalisierung beim Betriebsstättenfinanzamt beantragt werden. Der Durchschnittssteuersatz muss jedes Jahr neu ermittelt werden.

Beispiel mit dem CareFlex Chemie-Tarif: Sie zahlen 33,65 Euro pro Monat pro Mitarbeiter, das sind 403,80 Euro pro Jahr. Sie zahlen die Beiträge jährlich im Voraus (zum Beispiel jeweils am 01. Januar). Ihr Durchschnittssteuersatz liegt bei 25%. Sie zahlen 403,80 Euro mal 25% = 100,95 Euro Pauschalsteuer pro Mitarbeiter und Jahr. Der Mitarbeiter erhält die Leistung steuerfrei, es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an.

Ihre Gesamtkosten pro Mitarbeiter und Jahr: 403,80 Euro (Versicherungsbeitrag) plus 100,95 Euro (Pauschalsteuer) = 504,75 Euro. Bei 100 Mitarbeitern: 50.475 Euro pro Jahr.

Die Vor- und Nachteile:

  • Keine Sozialversicherungsbeiträge
  • Für Arbeitnehmer steuerfrei
  • Meist günstiger als § 37b
  • Administrativ aufwendiger
  • Jährliche Ermittlung des Steuersatzes nötig
  • Nur jährliche Zahlweise möglich

Modell 3: Pauschalversteuerung nach § 37b EStG

Das Modell mit dem einfachsten Handling bei höheren Beiträgen ist die Pauschalversteuerung nach § 37b EStG. Es gilt ein pauschaler Steuersatz von 30% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Maximal 10.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr sind möglich.

Was kostet Sie das Modell?

Zusätzlich fallen Sozialversicherungsbeiträge an (§ 1 Abs. 1 Nr. 14 SvEV).

Flexible Zahlweise ist möglich: monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich. Das Modell muss einheitlich für alle teilnehmenden Mitarbeiter im Wirtschaftsjahr angewendet werden. Der Arbeitgeber kann die Arbeitnehmer-Sozialabgaben zusätzlich übernehmen, sodass für den Arbeitnehmer keine finanziellen Belastungen entstehen.

Beispiel mit dem Hallesche FEELcare-Tarif (300 Euro Budget plus 15.000 Euro Einmalzahlung): Sie zahlen 19,50 Euro pro Monat pro Mitarbeiter, das sind 234 Euro pro Jahr. Sie versteuern pauschal mit 30%: 234 Euro mal 30% = 70,20 Euro Pauschalsteuer. Zusätzlich Solidaritätszuschlag 5,5%: 70,20 Euro mal 5,5% = 3,86 Euro. Gesamt Steuern: 74,06 Euro.

Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammen circa 40% des Beitrags): 234 Euro mal 40% = 93,60 Euro. Sie übernehmen die Arbeitnehmer-SV-Beiträge zusätzlich.

Ihre Gesamtkosten pro Mitarbeiter und Jahr: 234 Euro (Versicherungsbeitrag) plus 74,06 Euro (Steuern) plus 93,60 Euro (Sozialversicherung) = 401,66 Euro. Bei 100 Mitarbeitern: 40.166 Euro pro Jahr.

Die Vor- und Nachteile:

  • Einfache Handhabung
  • Flexible Zahlweise
  • Hohe Obergrenze (10.000 Euro)
  • Höhere Gesamtkosten durch Sozialversicherungsbeiträge
  • 30% Pauschalsteuer

Modell 4: Nettolohnversteuerung (Barlohn)

Die Nettolohnversteuerung ist das mitarbeiterfreundlichste Modell mit dem höchsten Verwaltungsaufwand. Der Arbeitgeber erhöht das Bruttogehalt so, dass nach Abzug des bPV-Beitrags inklusive aller Steuern und Sozialabgaben der gleiche Nettolohn wie vorher herauskommt.

Wie rechnet sich das für Sie?

Für den Arbeitnehmer entstehen 0 Euro Belastung. Der Arbeitgeber trägt sämtliche Steuern und Sozialabgaben. Es ist eine individuelle Hochrechnung für jeden einzelnen Mitarbeiter nötig (Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuerpflicht). Es erfordert eine arbeitsvertragliche Regelung, die klar definiert, dass der Arbeitnehmer den bPV-Beitrag in Form eines Barlohns erhält.

Beispiel mit dem HanseMerkur BKPG-Tarif: Ein Mitarbeiter verdient 3.000 Euro brutto, 1.950 Euro netto (Steuerklasse 1, keine Kinder, keine Kirchensteuer). Sie wollen ihm die bPV (8,90 Euro pro Monat) über Nettolohnversteuerung gewähren, ohne dass sein Netto sinkt.

Sie erhöhen sein Bruttogehalt auf 3.023 Euro. Nach Abzug von Steuern (circa 400 Euro) und Sozialabgaben (circa 673 Euro) bleiben ihm weiterhin 1.950 Euro netto. Die 23 Euro Bruttoerhöhung decken den bPV-Beitrag (8,90 Euro) plus die darauf entfallenden Steuern und Sozialabgaben.

Ihre Mehrkosten pro Mitarbeiter und Monat: circa 23 Euro (Bruttoerhöhung) plus circa 9,20 Euro (Arbeitgeber-SV-Beiträge auf die Bruttoerhöhung) = circa 32,20 Euro. Pro Jahr: circa 386,40 Euro. Bei 100 Mitarbeitern: circa 38.640 Euro pro Jahr.

Die Vor- und Nachteile:

  • Arbeitnehmer hat keinen finanziellen Nachteil
  • Höchste Wertschätzung
  • Hoher administrativer Aufwand
  • Höhere Arbeitgeberkosten
  • Sozialversicherungsbeiträge auf den erhöhten Bruttolohn

Welches Steuermodell passt zu welchem Unternehmen?

Der direkte Vergleich zeigt, welche Unterschiede die Steuermodelle haben:

Sachbezug 50 €§ 40 EStG§ 37b EStGNettolohn
Steuerfreiheit ANJaJaJaJa
SV-Freiheit ANJaJaNein (AG kann übernehmen)Nein
Max. Betrag/Jahr600 €1.000 €10.000 €Unbegrenzt
Steuersatz AG0%Durchschnittssatz30% pauschalIndividuell
ZahlweiseFlexibelJährlichFlexibelFlexibel
VerwaltungsaufwandGeringMittelGeringHoch
Gesamtkosten AGNiedrigMittelMittel-HochHoch
Geeignet fürKleine Beiträge <50 €Mittlere BeiträgeHöhere BeiträgeWertschätzungsorientiert

Unabhängig vom gewählten Steuermodell können Arbeitgeber die bPV-Beiträge als Betriebsausgaben steuerlich gewinnmindernd geltend machen. Dies gilt sowohl für die Versicherungsbeiträge selbst als auch für die gegebenenfalls übernommene Pauschalsteuer.

Sonderfall: Entgeltumwandlung (gefordert, noch nicht umgesetzt)

Der PKV-Verband fordert nachdrücklich, Arbeitnehmern eine Entgeltumwandlung als Durchführungsweg für die bPV zu ermöglichen, analog zur bewährten Praxis in der betrieblichen Altersvorsorge.

In diesem Modell würde ein Teil des Bruttogehalts steuer- und sozialabgabenfrei in die Pflegevorsorge fließen.

Dies ist aktuell gesetzlich noch nicht vorgesehen und wird als wichtige politische Forderung zur Verbreitung der bPV angesehen.

Der PKV-Verband fordert zusätzlich:

  • Aufwendungen zur Absicherung der Pflegelücke als eigenständigen steuerlichen Fördertatbestand zu verankern,
  • Pflegezusatzversicherungen generell im Rahmen der Einkommensteuererklärung steuerlich abzugsfähig zu machen (wie die Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung),
  • auch Selbstständigen und Menschen ohne betriebliche Anbindung den steuerlich geförderten Zugang zu ermöglichen.

Welche Vorteile hat eine bPV für Arbeitgeber?

Die bPV bietet Arbeitgebern handfeste Vorteile über die reine Sozialleistung hinaus.

Mitarbeitergewinnung und -bindung

Die Mitarbeitergewinnung wird gestärkt durch Steigerung der Attraktivität bei Bewerbern, insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Die Mitarbeiterbindung profitiert von Förderung der Unternehmensidentifikation und Loyalität.

Personalplanung und Produktivität

Die Personalplanung wird unterstützt: Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen verhindert Ausfall von Fachkräften, 61% der Erwerbstätigen würden ihre Arbeitszeit reduzieren, um Angehörige zu pflegen. Es erfolgt eine Imageaufwertung und Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung.

Kalkulierbare Kosten und steuerliche Vorteile

Die Kosten sind kalkulierbar durch Einheitsbeiträge, die als Betriebsausgaben absetzbar sind. Steuerliche Vorteile ergeben sich: Je nach Modell steuer- und sozialversicherungsfrei oder pauschal versteuerbar.

Mitarbeiter vergessen Gehaltserhöhungen nach drei Monaten. Aber wenn Sie einem 55-jährigen Mitarbeiter sagen, dass er sich um seine pflegebedürftige Mutter kümmern kann, ohne finanziell unterzugehen, vergisst er das nie.

Fazit: bPV schließt Pflegelücke von über 3.000 Euro monatlich

Die betriebliche Pflegezusatzversicherung entwickelt sich zum wichtigen Baustein der Mitarbeiterbindung. Rund 450.000 Beschäftigte sind bereits versichert (+14,8% gegenüber dem Vorjahr), 76% der Beschäftigten würden eine bPV begrüßen, 64% halten sie für wertvoller als Diensthandy oder Jobticket.

Die Zahlen zeigen, warum das Thema dringlich wird:

  • Durchschnittliche Gesamtkosten Pflegeheimplatz: über 5.000 Euro monatlich
  • Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr: 3.245 Euro im Bundesdurchschnitt (+261 Euro gegenüber Vorjahr)
  • Regionale Schwankungen: 2.443 Euro (Sachsen-Anhalt) bis 3.696 Euro (Saarland)
  • Arbeitgeberkosten: 8,90 Euro (HanseMerkur BKPG) bis 33,65 Euro (CareFlex Chemie) pro Mitarbeiter/Monat
  • Entlastung im Pflegefall: über 80.000 Euro bei durchschnittlicher Pflegedauer (Beispiel Henkel)

Ich erlebe in Gesprächen mit Geschäftsführern immer wieder dasselbe: Wenn ein Mitarbeiter seine Mutter pflegen muss und sich den Eigenanteil von über 3.000 Euro pro Monat nicht leisten kann, geht er in Teilzeit oder kündigt ganz, um selbst zu pflegen. Was Sie das an Produktivitätsverlust, Recruiting und Einarbeitung kostet, übersteigt die Kosten einer bPV für die gesamte Belegschaft um ein Vielfaches.

80% der Pflegebedürftigen (3,3 Millionen) werden durch Angehörige zu Hause versorgt, 71% berichten von Vereinbarkeitsproblemen, 61% der Erwerbstätigen würden ihre Arbeitszeit reduzieren, um Angehörige zu pflegen.

Vier Steuermodelle stehen zur Verfügung: 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze (steuer- und SV-frei), Pauschalversteuerung § 40 EStG (maximal 1.000 Euro pro Jahr), Pauschalversteuerung § 37b EStG (maximal 10.000 Euro pro Jahr), Nettolohnversteuerung.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will bis Ende 2026 eine Pflegereform auf den Weg bringen. Ohne Reformen könnte der Beitragssatz zur Pflegeversicherung bis 2045 auf bis zu 6,95% steigen.

Der PKV-Verband fordert die Einführung der Entgeltumwandlung als Durchführungsweg, um die Verbreitung der bPV zu fördern.

Patrick Steeger

bKV-Experte

Über den Autor

Ich bin Patrick, Geschäftsführer von bKVfirmenservice.de. Seit 2015 beschäftige ich mich mit der betrieblichen Krankenversicherung – erst neun Jahre als Geschäftsführer in einem Versicherungskonzern, seit 2024 als unabhängiger Berater. Gemeinsam mit meinem Team unterstütze ich KMUs und Konzerne bei Benefits wie bAV, bKV und Gesundheitsbudgets. Mit diesem Blog teile ich meine Erfahrungen und zeige, wie Unternehmen Arbeitswelten schaffen, in denen Menschen gerne bleiben.
Kontakt

Brandbenefits GmbH
Niflandring 13
22559 Hamburg