Patrick Steeger

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Bild zeigt Patrick Steeger, Geschäftsführer vom bKV Firmenservice
zuletzt aktualisiert: 12. März 2026

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Fluktuationsrate in der Energiebranche (2026)

Die Energiebranche in Deutschland zeichnet sich durch eine der niedrigsten Fluktuationsraten aller Wirtschaftszweige aus.

Der Fluktuationskoeffizient für den Wirtschaftszweig „Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Entsorgungswirtschaft“ lag 2023 bei 17,5, fast halb so hoch wie der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt von 30,6.

Gleichzeitig steht die Branche vor einer massiven demografischen Herausforderung: In den nächsten 15 Jahren gehen voraussichtlich 70% der Beschäftigten in deutschen Energieversorgungsunternehmen in Rente.

Die Branche reagiert mit steigenden Beschäftigtenzahlen (+5,1% auf 224.621 im Jahr 2025) und Rekordinvestitionen von 48,5 Milliarden Euro.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Fluktuationskoeffizient der Energiebranche liegt bei 17,5 (2023) und damit 43% unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 30,6, nur die Öffentliche Verwaltung (13,6), die Metall- und Elektroindustrie (16,0) und die Finanzdienstleistungen (16,3) liegen niedriger
  • Die Beschäftigtenzahl stieg von 213.666 (2024) auf 224.621 (2025), ein Plus von 5,1%, seit 2015 ist die Beschäftigtenzahl um 32,7% gestiegen, ein klarer Trendwechsel nach jahrzehntelangem Rückgang
  • Der Bruttojahresverdienst liegt mit 82.738 Euro auf Rang 3 aller Wirtschaftszweige und 33% über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt, der Bruttostundenverdienst von 54,94 Euro ist fast doppelt so hoch wie der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt von 31,09 Euro
  • Drei Viertel der Unternehmen sehen im Fachkräftemangel ein wesentliches Risiko für die Energiewende, offene Stellen bleiben durchschnittlich 4 bis 6 Monate vakant und werden 2026 voraussichtlich 1,5-mal so lange unbesetzt bleiben wie im Vorjahr, in den nächsten 15 Jahren gehen 70% der Beschäftigten in Rente

Wie hoch ist die Fluktuationsrate in der Energiebranche?

Die Fluktuation in der Energiebranche liegt bei 17,5 und damit 43% unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 30,6. Dieser Wert bezieht sich auf den Wirtschaftszweig „Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Entsorgungswirtschaft“ und stammt aus der IW-Köln-Studie 2025 auf Basis der Bundesagentur für Arbeit.

Der Fluktuationskoeffizient wird berechnet als die durch zwei geteilte Summe aus allen begonnenen und beendeten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen eines Jahres, dividiert durch den durchschnittlichen Bestand an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung des gleichen Jahres, multipliziert mit 100.

Vereinfacht bedeutet ein Wert von 30: Auf jedem dritten Arbeitsplatz in Deutschland findet in einem Jahr ein Wechsel statt. Ein Wert von 17,5 bedeutet: Nur auf jedem sechsten Arbeitsplatz.

Die Energiebranche im Branchenvergleich:

WirtschaftszweigFluktuationskoeffizient
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung13,6
Metall- und Elektroindustrie sowie Stahlindustrie16,0
Herstellung von Vorleistungsgütern (Chemie, Kunststoff)16,0
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen16,3
Bergbau, Energie- u. Wasserversorgung, Entsorgungsw.17,5
Verarbeitendes Gewerbe17,7
Gesundheitswesen23,0
Insgesamt (Gesamtwirtschaft)30,6
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz30,8
Baugewerbe33,1
Information und Kommunikation46,4
Gastgewerbe62,1
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei73,4
Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ)127,0

Die Energiebranche liegt nur knapp über dem niedrigsten Wert aller Branchen (Öffentliche Verwaltung: 13,6).

Dieser niedrige Wert ist bemerkenswert und lässt sich auf mehrere strukturelle Faktoren zurückführen:

  • hohe Tarifbindung (TV-V),
  • überdurchschnittliche Vergütung,
  • Versorgungsauftrag mit Beschäftigungssicherheit (Energieversorgung kann weder zurückgefahren noch ins Ausland verlagert werden),
  • und kommunale Eigentümerstruktur vieler Stadtwerke.

Wie haben sich die Beschäftigtenzahlen in der Energiebranche entwickelt?

Die Beschäftigtenzahlen in der Energieversorgung steigen seit Jahren deutlich. 2025 waren 224.621 Menschen in der Branche beschäftigt, ein Plus von 5,1% gegenüber 2024 (213.666). Nachdem die Beschäftigtenzahlen seit 1998 tendenziell abgenommen hatten, zeigen sich in den letzten Jahren deutliche Zuwächse.

Die Entwicklung nach Sektoren zeigt, dass alle Bereiche wachsen:

Sektor20242025*Veränderung
Stromversorger153.554162.169+5,6%
Gasversorger40.56041.771+3,0%
Fernwärme-/Kälteversorger19.55220.681+5,8%
Gesamt213.666224.621+5,1%

*vorläufig, teilweise geschätzt. Die Daten stammen vom BDEW auf Basis Destatis.

Seit 2015 ist die Beschäftigtenzahl um 32,7% gestiegen, von 169.264 auf 224.621. Das ist ein klarer Trendwechsel nach jahrzehntelangem Rückgang. Getrieben wird dieser Anstieg durch die Energiewende, den massiven Netzausbau und die Digitalisierung der Infrastruktur.

Laut Destatis waren am 30. Juni 2025 insgesamt 294.547 Personen im Wirtschaftsabschnitt „Energieversorgung“ sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon 211.042 in Vollzeit und 83.505 in Teilzeit.

Diese Zahl ist höher als die BDEW-Zahl, da sie auch Unternehmen umfasst, die nicht BDEW-Mitglied sind.

Warum ist die Vergütung in der Energiebranche so hoch?

Die Energieversorgung zählt zu den bestbezahlten Branchen Deutschlands. Der Bruttojahresverdienst liegt 2024 bei 82.738 Euro und damit auf Rang 3 aller Wirtschaftszweige, 33% über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 62.235 Euro.

Nur zwei Branchen zahlen mehr:

WirtschaftsbereichBruttojahresverdienst (Vollzeit, €)
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen90.652
Information und Kommunikation83.565
Energieversorgung82.738
Freiberufliche, wissenschaftliche, technische Dienstleistungen79.637
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden68.312
Verarbeitendes Gewerbe66.217
Gesamtwirtschaft62.235
Baugewerbe52.134
Gastgewerbe38.722

In den neuen Bundesländern beträgt der Bruttojahresverdienst 69.080 Euro, in den alten Bundesländern 85.269 Euro. Inklusive Sonderzahlungen verdienten Vollzeitbeschäftigte in der Energieversorgung im April 2024 durchschnittlich 54,94 Euro pro Stunde. Nur die Finanzdienstleistungen lagen mit 55,99 Euro höher.

Der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt betrug 31,09 Euro. Die Energieversorgung zahlt damit 77% mehr als der Durchschnitt.

TV-V Tarifvertrag: Transparente Gehaltsstrukturen mit garantiertem Aufstieg

Der TV-V (Tarifvertrag Versorgungsbetriebe) gilt für die meisten Stadtwerke und Energieversorger und bietet langfristig attraktive Vergütungsstrukturen mit Stufenaufstieg nach Betriebszugehörigkeit. Der TV-V 2025 (gültig 01.06.2025 bis 31.05.2026) sieht eine durchschnittliche Erhöhung von 5,1% vor.

Ausgewählte Entgeltgruppen zeigen die Bandbreite:

EntgeltgruppeStufe 1 (Neueinstellung)Stufe 6 (Maximum)
E 73.939 €4.617 €
E 94.562 €5.655 €
E 125.525 €7.479 €
E 156.729 €9.800 €

Wer in Entgeltgruppe 15 einsteigt, verdient bereits 6.729 Euro monatlich. Nach einigen Jahren Betriebszugehörigkeit sind es 9.800 Euro. Diese transparenten Gehaltsstrukturen mit garantiertem Stufenaufstieg reduzieren gehaltsbedingte Wechselmotivation erheblich.

Wie gravierend ist der Fachkräftemangel in der Energiebranche?

Der Fachkräftemangel in der Energiebranche ist dramatisch.

Drei Viertel der Unternehmen sehen darin ein wesentliches Risiko für die Energiewende, bis zu 65% erwarten deutliche Kostensteigerungen durch den Fachkräftemangel. Das sind Ergebnisse der BDEW-Umfrage zur Fachkräftesicherung vom August 2025, durchgeführt zusammen mit Arthur D. Little.

Die Studie zeigt: Offene Stellen bleiben durchschnittlich 4 bis 6 Monate vakant, 2026 werden sie voraussichtlich 1,5-mal so lange unbesetzt bleiben wie im Vorjahr. Jährlich werden 18,84 Millionen Stunden für Bürokratie aufgewendet. 68% der Unternehmen sehen den größten Fachkräftebedarf bei Ausbildungsberufen, 59% bei Meistern. Erst danach folgen Master-/Diplomabschlüsse (45%) und Bachelorabschlüsse (38%).

Was die Unternehmen als Hauptursachen für den Fachkräftemangel nennen, zeigt die BDEW-Kurzumfrage 2024:

UrsacheAnteil der Unternehmen
Demografischer Wandel73%
Absolut steigender Personalbedarf durch Transformation56%
Steigende Komplexität der Anforderungen48%

Drei von vier Unternehmen sehen den demografischen Wandel als Hauptursache. Mehr als die Hälfte meldet, dass der Personalbedarf durch die Transformation absolut steigt. Fast die Hälfte kämpft mit steigender Komplexität der Anforderungen.

79,8% aller Bauelektriker-Stellen bleiben rechnerisch unbesetzt

Die KOFA-Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt für 2024 dramatische Engpässe in energiewenderelevanten Berufen. Die Fachkräftelücke beschreibt die Anzahl der Stellen, für die rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen zur Verfügung stehen.

BerufFachkräftelücke 2024StellenüberhangsquoteVeränderung vs. 2023
Bauelektrik-Fachkräfte18.34379,8%+2,9%
Elektrische Betriebstechnik14.200++10%
Elektrotechnik-Ingenieur:innen8.51983,1%
Schweiß-/Verbindungstechnik4.370+20%

Fast 80% aller ausgeschriebenen Stellen für Bauelektriker konnten 2024 rechnerisch nicht besetzt werden. Bei Elektrotechnik-Ingenieuren sind es sogar 83,1%.

Wenn Sie eine Stelle für einen Bauelektriker ausschreiben, haben Sie eine Chance von eins zu fünf, dass Sie jemanden finden. Die Gesamtfachkräftelücke in Deutschland lag 2024 bei knapp 487.029 Stellen, ein Rückgang um 14,6% gegenüber dem Vorjahr, der vor allem der schwachen Konjunktur geschuldet war.

560.000 fehlende Fachkräfte bis 2035

Eine von Prognos im Auftrag der DIHK durchgeführte Studie (Dezember 2024) zeigt die langfristige Dimension. Rund 250 Berufe sind für den Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserstoff relevant.

In diesen Berufen fehlen branchenübergreifend bis 2035 rund 560.000 Fachkräfte. Zu den aktuell 200.000 Beschäftigten in diesen Bereichen werden bis 2030 zusätzlich 300.000 Fachkräfte benötigt. In der noch jungen Wasserstoffindustrie wird ein Fachkräftebedarf von 50.000 bis 80.000 bis 2045 prognostiziert.

Warum ist der demografische Wandel für die Energiebranche besonders kritisch?

Der demografische Wandel trifft die Energiebranche härter als jede andere Branche in Deutschland.

In den nächsten 15 Jahren gehen voraussichtlich 70% der Beschäftigten in deutschen Energieversorgungsunternehmen in Rente. Das ist keine Prognose, das ist eine Deloitte-Analyse. Die Energiewirtschaft weist den höchsten Altersdurchschnitt aller Branchen in Deutschland auf.

Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung in der EU: Im Jahr 2024 waren von den rund 40,9 Millionen Erwerbstätigen (15 bis 64 Jahre) gut 9,8 Millionen zwischen 55 und 64 Jahre alt, das entsprach einem Anteil von 24,0%, dem höchsten Wert aller EU-Staaten. Der EU-Durchschnitt lag bei 20,1%. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter lag 2024 bei Altersrenten bei 64,7 Jahren (2004: Frauen 63,0, Männer 63,1).

Besonders gravierend sind die Auswirkungen in den technischen Berufen, wo der Altersdurchschnitt noch höher ist. Die Goethe-Universität Frankfurt und die Personalberatung Callidus Energie führen hierzu ein groß angelegtes Forschungsprojekt durch, das untersuchen soll, in welchen technischen Berufsgruppen in den nächsten Jahren ein besonderer Mangel zu erwarten ist.

Wie hoch ist der Krankenstand in der Energiebranche?

Der Krankenstand in der Branche „Energie, Wasser, Entsorgung und Bergbau“ liegt bei 7,3% (2024) und gehört damit zu den höchsten aller Branchen. Nur das Gesundheits- und Sozialwesen liegt mit 7,4% höher.

Im Vorjahr 2023 lag der Krankenstand bei 7,6%, ein leichter Rückgang.

Der Branchenvergleich zeigt die Position der Energiebranche:

BrancheKrankenstand 2024
Gesundheits- und Sozialwesen7,4%
Energie, Wasser, Entsorgung, Bergbau7,3%
Verarbeitendes Gewerbe7,3%
Öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung7,3%
Verkehr und Transport7,1%
Metallindustrie6,9%
AOK-Durchschnitt alle Branchen6,5%

Im Schnitt waren AOK-versicherte Beschäftigte 2024 an 23,9 Kalendertagen arbeitsunfähig. Die häufigsten Krankheitsarten: Muskel-Skelett-Erkrankungen (19,8% aller Fehlzeiten), Atemwegserkrankungen (15,1%), psychische Erkrankungen (12,5%, steigend von 11,9% in 2023).

Körperliche und psychische Belastungen treiben Krankenstand

Für die Branche Energie/Wasser/Entsorgung/Bergbau gelten besondere Belastungsprofile. Körperliche Belastungen umfassen Zwangshaltungen, ungünstige Umgebungsbedingungen (elektrische Gefährdungen, Staubbelastungen, Lärm, mechanische Gefährdungen).

Psychische Belastungen sind hohe Arbeitsintensität, Aufgabenkomplexität, Zeitdruck, Schichtarbeit und Arbeiten an Sonn- und Feiertagen.

Der Krankenstand von 7,3% liegt deutlich über dem Durchschnitt von 6,5%. Das bedeutet konkret: Von 100 Beschäftigten fehlen an jedem Tag durchschnittlich 7,3 wegen Krankheit. Bei 224.621 Beschäftigten in der Branche sind das täglich circa 16.400 kranke Mitarbeiter.

Wie hoch sind die Investitionen in die Energiewende?

Die Energieversorger investierten 2025 eine Rekordsumme von 48,5 Milliarden Euro, ein Plus von 27,7% gegenüber dem Vorjahr. Das ist kein abstraktes Finanzierungsvolumen, das ist Geld, das in Netze, Anlagen und Infrastruktur fließt.

Die Investitionen nach Sektoren:

Sektor2024 (Mrd. €)2025 (Mrd. €)Veränderung
Stromversorger31,540,8+29,7%
Gasversorger3,54,4+24,9%
Fernwärme-/Kälteversorger3,03,3+10,0%
Gesamt37,948,5+27,7%

Der größte Teil fließt in den Netzausbau: 33,2 Milliarden Euro allein für Fortleitungs- und Verteilungsanlagen der Stromversorger. Laut einer Studie des Dezernats Zukunft (2025) fallen bis 2045 Gesamtinvestitionen von rund 627 Milliarden Euro für den Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur an, durchschnittlich 31 Milliarden Euro pro Jahr. Die rund 900 Energieversorger benötigen unter derzeitigen Bedingungen bis zu 68 Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital bis 2035.

Welche Maßnahmen können Unternehmen der Energiebranche gegen Fachkräftemangel ergreifen?

Die Lage ist ernst, aber es gibt konkrete Handlungsoptionen. Die Branche hat erkannt, dass der Fachkräftemangel die Energiewende gefährdet, und reagiert bereits.

Ausbildung massiv ausbauen

68% der Unternehmen sehen den größten Fachkräftebedarf bei Ausbildungsberufen, 59% bei Meistern. Das ist ein klares Signal: Die Branche braucht vor allem gewerbliche Fachkräfte. Investieren Sie in eigene Ausbildungsplätze, kooperieren Sie mit Berufsschulen und machen Sie Ihre Ausbildungsberufe sichtbar. Die Vergütung ist bereits überdurchschnittlich (82.738 Euro Bruttojahresverdienst), das ist ein starkes Argument.

Bürokratie abbauen

18,84 Millionen Stunden werden jährlich für Bürokratie aufgewendet. Das ist verschwendetes Fachkräftepotenzial. Digitalisieren Sie Prozesse, standardisieren Sie Abläufe und setzen Sie auf politischer Ebene durch, dass bürokratische Hürden bei der Fachkräfteeinwanderung abgebaut werden.

Betriebliches Gesundheitsmanagement etablieren

Bei einem Krankenstand von 7,3% und 23,9 Fehltagen pro Jahr können Sie sich kein schlechtes Gesundheitsmanagement leisten. Rückenprävention, Schichtmodelloptimierung, betriebliche Krankenversicherung (bKV) und strukturiertes Eingliederungsmanagement (BEM nach § 167 SGB IX) reduzieren Langzeitausfälle und Folgekosten.

Ältere Beschäftigte länger halten

Wenn 70% der Belegschaft in den nächsten 15 Jahren in Rente gehen, müssen Sie alles daran setzen, diese Beschäftigten länger zu halten. Altersgerechte Arbeitsplätze, Wechsel von Schicht- in Tagarbeit, Teilzeitmodelle vor der Rente und Wissenstransfer-Programme helfen, das Know-how im Unternehmen zu halten.

Quereinsteiger und Fachkräfteeinwanderung nutzen

250 Berufe sind für den Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserstoff relevant. Nicht alle müssen von Anfang an Energieversorgungsspezialisten sein. Elektrofachkräfte aus anderen Branchen, Ingenieure aus dem Ausland und Quereinsteiger mit technischer Affinität können mit gezielter Weiterbildung schnell produktiv werden.

Fazit: „Niedrige Fluktuation trifft auf demografische Zeitbombe“

Die Energiebranche steht vor einem Paradox: Auf der einen Seite eine der niedrigsten Fluktuationsraten aller Wirtschaftszweige (17,5 vs. 30,6 gesamtwirtschaftlich), überdurchschnittliche Vergütung (82.738 Euro Bruttojahresverdienst, Rang 3) und steigende Beschäftigtenzahlen (+5,1% auf 224.621 in 2025).

Auf der anderen Seite der höchste Altersdurchschnitt aller Branchen mit 70% der Belegschaft vor der Rente in den nächsten 15 Jahren.

Die Zahlen zeigen deutlich, wo die eigentlichen Herausforderungen liegen:

  • 79,8% aller Bauelektriker-Stellen bleiben rechnerisch unbesetzt, bei Elektrotechnik-Ingenieuren sind es 83,1%
  • Offene Stellen bleiben 4 bis 6 Monate vakant, 2026 voraussichtlich 1,5-mal so lange wie im Vorjahr
  • Bis 2035 fehlen branchenübergreifend 560.000 Fachkräfte in energiewenderelevanten Berufen
  • Der Krankenstand liegt bei 7,3%, zweithöchster Wert aller Branchen, durchschnittlich 23,9 Fehltage pro Jahr
  • 18,84 Millionen Stunden fließen jährlich in Bürokratie statt in produktive Arbeit
  • Die Investitionen erreichten 2025 mit 48,5 Milliarden Euro einen Rekordwert (+27,7%), bis 2045 fallen Gesamtinvestitionen von 627 Milliarden Euro an

Ich arbeite seit über 12 Jahren mit Unternehmen an Gesundheitsförderung und Mitarbeiterbindung. Die niedrige Fluktuation in der Energiebranche ist ein Stabilitätsfaktor, aber der demografische Wandel und der Fachkräftemangel sind die eigentlichen Herausforderungen.

Führen Sie ein Energieversorgungsunternehmen oder ein Stadtwerk? Lassen Sie uns sprechen, wenn Sie sicherstellen möchten, dass Sie für die nächsten 15 Jahre gewappnet sind. Kontaktieren Sie mich für ein unverbindliches Gespräch.

Patrick Steeger

bKV-Experte

Über den Autor

Ich bin Patrick, Geschäftsführer von bKVfirmenservice.de. Seit 2015 beschäftige ich mich mit der betrieblichen Krankenversicherung – erst neun Jahre als Geschäftsführer in einem Versicherungskonzern, seit 2024 als unabhängiger Berater. Gemeinsam mit meinem Team unterstütze ich KMUs und Konzerne bei Benefits wie bAV, bKV und Gesundheitsbudgets. Mit diesem Blog teile ich meine Erfahrungen und zeige, wie Unternehmen Arbeitswelten schaffen, in denen Menschen gerne bleiben.
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