Patrick Steeger

Ich kenne den bKV-Markt seit über 12 Jahren und weiß genau, worauf es ankommt. Die größten Fehler passieren bei der Tarifwahl. Lassen Sie uns das richtig angehen.

Patrick Steeger bKV-Experte Zum bKV-Tarifvergleich

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.Patrick Steeger

Bild zeigt Patrick Steeger, Geschäftsführer vom bKV Firmenservice
zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2026

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Unsere Erfahrungen mit der R+V: Wie gut ist bKV wirklich?

Die R+V Krankenversicherung AG ist einer der bekanntesten Anbieter betrieblicher Krankenversicherungen in Deutschland.

Viele Unternehmen fragen uns, ob sich ein Vertrag bei der R+V lohnt und ob das Angebot zu ihrer Belegschaft passt. Nach mehreren Jahren Beratungserfahrung mit diesem Anbieter können wir das gut einschätzen.

Dieser Erfahrungsbericht zeigt Ihnen, was die R+V im bKV-Bereich anbietet, was die Tarife kosten, wo sie stark sind und wo sie hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die R+V bietet bKV unter dem Namen R+V-GesundheitsKonzept PROFIL an, aufgeteilt in Budgettarife, Bausteintarife und Kombinationen
  • Der Einstieg ist bereits ab 5 Mitarbeitenden möglich, ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten
  • Ab 01. Januar 2026 wurden die Beiträge deutlich angehoben, der Einstiegstarif kostet jetzt 15,25 Euro pro Mitarbeiter und Monat
  • Die R+V bietet kein Sublimit im Budgettarif, was ihr einen Vorteil gegenüber vielen Mitbewerbern verschafft
  • Beitragserhöhungen von über 100 Prozent in der Vergangenheit sind ein ernstzunehmendes Signal bei der Entscheidung

Welche bKV-Tarife bietet die R+V?

Das R+V-GesundheitsKonzept PROFIL ist in drei Varianten buchbar, die sich je nach Unternehmensgröße und Bedarf kombinieren lassen.

Die erste Variante ist der Budgettarif. Hier stellt die R+V jedem Mitarbeiter ein festes Jahresbudget zwischen 300 und 1.500 Euro zur Verfügung. Das Besondere: Es gibt keine Sublimits, das Budget kann also vollständig für eine einzige Leistungsart eingesetzt werden, zum Beispiel komplett für Zahnersatz oder komplett für Sehhilfen. Das ist im Marktvergleich nicht selbstverständlich und ein klares Plus für die R+V.

Die zweite Variante sind Bausteintarife. Hier wählen Sie gezielt einzelne Leistungsbereiche aus und kombinieren sie nach Bedarf. Zur Verfügung stehen Bausteine für Zahnersatz, stationäre Behandlung, ambulante Kostenerstattung, Auslandsreiseschutz, Heilpraktiker und Krankentagegeld.

Die dritte Variante ist das Kombimodell, also ein Budgettarif ergänzt um beliebig viele Bausteine. Das ist die flexibelste Option und passt gut für Unternehmen, die sowohl ambulante Versorgung als auch stationären Schutz anbieten wollen.

PROFIL Gesundheitsbudget: Fünf Budgetstufen

Der Budgettarif ist das Herzstück des R+V-Angebots. Er läuft in fünf Stufen, die sich nur im Jahresbudget und im Beitrag unterscheiden. Leistungsseitig sind alle Stufen identisch aufgebaut. Folgende Bereiche werden aus dem Jahresbudget erstattet:

  • Zahnvorsorge und Zahnbehandlung inkl. Zahnersatz, Kronen, Implantaten und Inlays
  • Sehhilfen, Kontaktlinsen und refraktive Chirurgie wie LASIK
  • Arznei-, Verbands- und Heilmittel, inkl. Osteopathie
  • Ambulante Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen über den GKV-Katalog hinaus
  • Ambulante Naturheilverfahren bei zugelassenen Heilpraktikern
  • Gesetzliche Zuzahlungen nach § 61 SGB V
  • Hilfsmittel nach GKV-Hilfsmittelverzeichnis

Stationäre Leistungen sind im Budgettarif ausdrücklich ausgeschlossen. Wer Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer anbieten möchte, muss dafür den Klinikbaustein dazubuchen.

PROFIL Klinik: Stationäre Absicherung als Baustein

Der Klinikbaustein ist für Unternehmen ab 10 Mitarbeitenden buchbar. Er gibt Ihren Mitarbeitern den Status eines Privatpatienten im Krankenhaus. Zur Wahl stehen zwei Varianten:

  • Klinik 2 PROFIL: Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung, stationäre Psychotherapie und ambulante Operationen inklusive
  • Klinik 1 PROFIL: Einbettzimmer und Chefarztbehandlung, mit identischen Zusatzleistungen

Konkret bedeutet das: Wenn ein Mitarbeiter ins Krankenhaus muss und Zweibettzimmer sowie Chefarzt kostet 2.041 Euro Eigenanteil, übernimmt die R+V beim Klinik 1-Tarif genau diesen Betrag.

Der Eigenanteil des Mitarbeiters liegt bei null Euro.

PROFIL Zahnbausteine: Vier Varianten

Zusätzlich zum Budgettarif oder als eigenständige Ergänzung gibt es vier Zahnbausteine. Sie unterscheiden sich in der Erstattungsart und im Jahresmaximum:

  • Dental 900 PROFIL: 100 Prozent Erstattung bis 900 Euro jährlich nach GKV-Vorleistung
  • Dental 1800 PROFIL: 100 Prozent Erstattung bis 1.800 Euro jährlich
  • Dental 70 Prozent PROFIL: 70 Prozent der Restkosten nach GKV-Leistung
  • Dental 900/90 PROFIL: 100 Prozent bis 900 Euro, darüber hinaus bis zu 90 Prozent der Restkosten

Bei allen Zahnbausteinen gilt: keine Zahnstaffeln, keine Wartezeiten.

Weitere Bausteine im Überblick

Neben Klinik und Zahn bietet die R+V noch weitere Einzelbausteine an. Besonders relevant für Unternehmen, deren Belegschaft viel reist oder Wert auf Naturheilverfahren legt:

  • Auslandsreise PROFIL: Weltweiter Schutz bei beliebig vielen Reisen pro Jahr, inkl. medizinisch sinnvollem Rücktransport
  • Heilpraktiker PROFIL: Erstattung ambulanter Heilpraktikerleistungen
  • Ambulant PROFIL: Privatärztliche ambulante Behandlung für Kassenpatienten, ab 10 Mitarbeitenden buchbar
  • Krankentagegeld PROFIL: Ab einem bestimmten Ausfallzeitraum, für Mitarbeitende ab 16 Jahren

Bündelrabatte bei Kombination

Wer mehrere Bausteine kombiniert, zahlt weniger als bei Einzelbuchung. Die R+V bietet strukturierte Pakete mit fixen Rabatten:

KombinationRabatt
Zahn 900 + Vorsorge (Plus-Paket classic)7,9 %
Zahn 1800 + Vorsorge (Plus-Paket comfort)7,1 %
Zahn 70 % + Vorsorge (Plus-Paket premium)6,2 %
Plus-Paket classic + Klinik classic3,4 %
Plus-Paket comfort + Klinik comfort5,0 %
Plus-Paket premium + Klinik premium5,0 %

Das macht die R+V attraktiv für Unternehmen, die ein breit aufgestelltes Gesamtpaket suchen, ohne jeden Baustein einzeln zu verhandeln.

Wie hoch sind die Beiträge pro Mitarbeiter für die bKV bei der R+V?

Zum 01. Januar 2026 hat die R+V die Beiträge für den PROFIL Budgettarif erneut angehoben. Die aktuellen Monatsbeiträge für obligatorische Kollektive ab 10 Mitarbeitenden sehen so aus:

TarifJahresbudgetMonatsbeitrag ab 01.01.2026
Gesundheitsbudget 300300 Euro15,25 Euro
Gesundheitsbudget 600600 Euroca. 26,60 Euro
Gesundheitsbudget 900900 Euroca. 35,00 Euro
Gesundheitsbudget 12001.200 Euroca. 45,50 Euro
Gesundheitsbudget 15001.500 Euro53,14 Euro

Für den Einstiegsbaustein bei den Klinik- und Zahnbausteinen liegen die Beiträge für Mitarbeitende zwischen 16 und 67 Jahren bei monatlich 4,77 Euro (Klinik classic) bis 23,21 Euro (Klinik comfort) sowie 7,35 Euro (Dental 900) bis 23,95 Euro (Dental 70 Prozent).

Beitragsentwicklung: Was die Geschichte zeigt

Ein Wort zur Beitragsstabilität, denn die ist für Unternehmen genauso wichtig wie die Leistung. Die R+V hat seit der Einführung der Budgettarife im Jahr 2022 mehrfach die Beiträge angepasst:

  • Juli 2022: Einführung der ersten Budgetstufen (300, 600, 900 Euro)
  • Ende 2023: Erweiterung um die Stufen 1.200 und 1.500 Euro, gleichzeitig Wegfall der Subbudgets
  • 1. Januar 2026: Erneute Erhöhung in allen Stufen, der Einstiegstarif stieg von 13,31 auf 15,25 Euro

In der Vergangenheit gab es laut unabhängigen Quellen Beitragserhöhungen von über 100 Prozent innerhalb weniger Jahre. Das ist keine Kleinigkeit und sollte bei der Entscheidung offen auf den Tisch.

Es bedeutet nicht automatisch, dass der Tarif schlecht ist, aber es zeigt, dass die Kalkulation in der Anfangsphase offensichtlich zu optimistisch war. Wer langfristig planen will, sollte das einkalkulieren.

Unsere Erfahrungen mit der bKV der R+V: So bewerten wir das Angebot

Ich hatte in den letzten Jahren mehrfach Mandate, bei denen die R+V entweder bereits lief oder ernsthaft in Betracht gezogen wurde. Hier ist meine ehrliche Einschätzung, ohne Schönfärberei in die eine oder andere Richtung.

Was macht die R+V mit ihrer bKV wirklich gut?

Der größte Vorteil des R+V-Budgettarifs ist das fehlende Sublimit.

In der Praxis bedeutet das: Mitarbeitende entscheiden selbst, ob sie das Budget für Zahnarzt, Brille oder Physiotherapie einsetzen. Viele Mitbewerber begrenzen Einzelpositionen, sodass zum Beispiel maximal 300 Euro für Zahnersatz genutzt werden können, egal wie hoch das Gesamtbudget ist.

Bei der R+V gibt es diese Deckelung nicht mehr, seit sie die Subbudgets mit der Überarbeitung 2023 abgeschafft hat.

Ebenfalls stark: Zahnersatz ist im Budgettarif inklusive, und das über den 3,5-fachen GOZ-Satz. Viele Anbieter schließen Zahnersatz im Budgettarif aus oder limitieren ihn stark. Für Belegschaften, bei denen hohe Zahnarztkosten ein Thema sind, ist das ein echter Vorteil.

Die Kombinierbarkeit ist vorbildlich. Budget plus beliebige Bausteine, mit strukturierten Rabatten für Pakete. Das gibt Ihnen als Arbeitgeber die Freiheit, ein Leistungsangebot zu schneidern, das genau zu Ihrer Belegschaft passt, ohne dass Sie zehn Einzelverträge verwalten müssen.

Der Familieneinschluss ist ebenfalls ein Plus: Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder in häuslicher Gemeinschaft können mitversichert werden. Das ist für Mitarbeiter mit Familie ein spürbarer Mehrwert.

Beim Thema Service bietet die R+V mehrere kostenfreie Zusatzleistungen, die über den eigentlichen Tarif hinausgehen:

  • Videotelefonie mit Ärzten
  • Facharztterminservice für schnellere Terminvergabe
  • Gesundheitstelefon rund um die Uhr
  • Mindance-App für psychische Gesundheit
  • Digitales Firmenportal zur Verwaltung der Mitarbeitenden

Das IVFP-Kompetenz-Rating hat die R+V für 2024 mit „Exzellent“ bewertet, Focus Money gab 2023 „Sehr gut“.

Wo bleibt die R+V hinter den Erwartungen zurück?

Das größte strukturelle Problem ist die Beitragsentwicklung. Eine Verdopplung der Beiträge innerhalb weniger Jahre ist kein Bagatelle. Für Unternehmen, die langfristig planen, bedeutet das Unsicherheit. Die R+V ist nicht der einzige Anbieter mit Beitragserhöhungen, aber die Dynamik ist stärker als bei stabileren Wettbewerbern wie der Allianz oder der Halleschen.

Wer stationären Schutz anbieten möchte, muss zwingend den Klinikbaustein dazubuchen. Der Budgettarif allein deckt keine Krankenhausleistungen ab. Das ist transparenter als bei manchen Anbietern, die stationäre Leistungen ins Budget einrechnen, aber das Budget dadurch faktisch aufbrauchen. Trotzdem ist es ein Kostenfaktor, den viele Unternehmen erst im Gespräch realisieren.

Nicht genutztes Jahresbudget verfällt zum Jahresende ohne Bonus und ohne Rückerstattung. Einige Mitbewerber bieten eine Budget-Bonus-Logik, bei der Mitarbeitende für Nichtnutzung eine Auszahlung oder einen Vortrag ins Folgejahr erhalten. Das ist bei der R+V nicht der Fall.

Ebenfalls schwach: Auslandsbehandlungen schmälern das inländische Jahresbudget. Es gibt keinen eigenständigen Auslandsschutz im Budgettarif. Wer das will, muss den separaten Auslandsreisebaustein dazubuchen.

Die Kommunikation gegenüber Mitarbeitenden beim Onboarding wird von Marktteilnehmern als verbesserungswürdig eingeschätzt.

In der Praxis heißt das: Mitarbeitende verstehen oft nicht sofort, wie sie die Leistungen abrufen und was sie konkret bekommen. Das drückt die Nutzungsquote, was wiederum den Benefit-Effekt für Sie als Arbeitgeber schmälert.

Fazit: Für welches Unternehmen ist die bKV der R+V eine gute Wahl?

Die R+V ist ein solider Anbieter mit einem der flexibelsten Budgettarife am Markt, vor allem wegen des fehlenden Sublimits und des eingeschlossenen Zahnersatzes. Wer eine bKV mit breitem ambulantem Leistungsspektrum sucht, die sich modular erweitern lässt, findet bei der R+V ein durchdachtes Produkt.

Ich würde die R+V besonders für folgende Unternehmen empfehlen:

  • Unternehmen, deren Belegschaft stark zahnlastige Bedürfnisse hat und das Budget flexibel einsetzen will
  • Arbeitgeber, die ein Kombipaket aus Budget und Klinikschutz suchen und Wert auf strukturierte Rabatten legen
  • Unternehmen mit Mitarbeitenden, für die auch Familienangehörige mitversichert werden sollen
  • Betriebe ab 10 Mitarbeitenden, die obligatorische Versicherung ohne Gesundheitsprüfung bevorzugen

Für Unternehmen, bei denen Beitragsstabilität an erster Stelle steht, würde ich die historische Entwicklung der R+V-Beiträge sehr genau im Blick behalten und im Anbietervergleich gezielt andere Optionen dagegenstellen. Die R+V ist kein Fehler, aber auch nicht für jedes Unternehmen automatisch die beste Wahl.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob die R+V gut oder schlecht ist, sondern ob dieser Tarif zu Ihrer Belegschaft passt. Welche Leistungen nutzen Ihre Mitarbeiter wirklich? Was kostet ein Wechsel langfristig, wenn die Beiträge weiter steigen? Das sind die Fragen, die im Tarifvergleich auf den Tisch müssen.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Bei rechtlichen oder steuerlichen Fragen wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt oder Steuerberater.

Patrick Steeger

bKV-Experte

Über den Autor

Ich bin Patrick, Geschäftsführer von bKVfirmenservice.de. Seit 2015 beschäftige ich mich mit der betrieblichen Krankenversicherung – erst neun Jahre als Geschäftsführer in einem Versicherungskonzern, seit 2024 als unabhängiger Berater. Gemeinsam mit meinem Team unterstütze ich KMUs und Konzerne bei Benefits wie bAV, bKV und Gesundheitsbudgets. Mit diesem Blog teile ich meine Erfahrungen und zeige, wie Unternehmen Arbeitswelten schaffen, in denen Menschen gerne bleiben.
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