Wenn ein Mitarbeiter länger als sechs Wochen krank ist, endet die Lohnfortzahlung.
Das gesetzliche Krankengeld schließt die Lücke nur teilweise – je nach Gehalt fehlen schnell mehrere hundert Euro im Monat. Als Geschäftsführer oder Personalverantwortlicher fragen Sie sich vielleicht, ob die betriebliche Krankenversicherung hier helfen kann.
Die Antwort ist simpel: Ja, einige bKV-Anbieter haben spezielle Krankentagegeld-Bausteine im Programm, die Ihre Mitarbeiter ohne Gesundheitsprüfung absichern.
Was ist Krankentagegeld und wie unterscheidet es sich vom Krankengeld?
Krankentagegeld ist eine Geldleistung aus einer privaten Versicherung, die gezahlt wird, wenn jemand wegen Krankheit arbeitsunfähig ist und dadurch Einkommen wegfällt.
Es handelt sich um eine Zusatzversicherung zur GKV oder PKV, die einen fest vereinbarten Betrag pro Krankheitstag auszahlt. Anders als bei einer Schadensversicherung wird die Höhe nicht nach dem konkret entstandenen Schaden berechnet, sondern bei Vertragsabschluss als fester Tagessatz vereinbart.
Man spricht deshalb von einer Summenversicherung.
Welchen Zweck erfüllt das Krankentagegeld?
Das Krankentagegeld soll Einkommensausfälle durch längere Arbeitsunfähigkeit ausgleichen oder zumindest deutlich mindern. Für Ihre Mitarbeiter bedeutet das: Sie können laufende Kosten wie Miete, Kredite und Lebenshaltung weiter bezahlen, auch wenn das gesetzliche Krankengeld nicht ausreicht.
Gerade bei längeren Erkrankungen, die sich über Monate hinziehen können, wird das zur existenziellen Frage.
Stellen Sie sich folgende Situation in Ihrem Betrieb vor: Ein Mitarbeiter mit 3.500 Euro Bruttogehalt wird wegen eines Bandscheibenvorfalls länger arbeitsunfähig. Nach sechs Wochen endet die Lohnfortzahlung, das gesetzliche Krankengeld beträgt etwa 2.450 Euro brutto.
Nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge bleiben vielleicht 2.100 Euro netto übrig – statt der gewohnten 2.400 Euro. Die Lücke von 300 Euro monatlich summiert sich bei einer dreimonatigen Erkrankung auf 900 Euro. Genau hier setzt das Krankentagegeld an.
Wann beginnt das Krankentagegeld und wie lange wird gezahlt?
Das Krankentagegeld wird erst nach Ablauf einer vereinbarten Karenzzeit gezahlt. Bei Arbeitnehmern liegt diese meist bei 42 Tagen, also nach Ende der gesetzlichen Lohnfortzahlung.
Ab dem 43. Tag greift dann die Versicherung. In der privaten Krankentagegeldversicherung gibt es in der Regel keine feste maximale Bezugsdauer – die Leistung läuft grundsätzlich, solange eine ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit besteht. Das unterscheidet sie deutlich vom gesetzlichen Krankengeld, das auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren begrenzt ist.
Worin unterscheiden sich Krankengeld und Krankentagegeld?
Viele verwechseln diese beiden Begriffe. Der Unterschied ist aber fundamental und für Ihre Beratung wichtig:
| Gesetzliches Krankengeld | Privates Krankentagegeld | |
|---|---|---|
| Wer zahlt? | Gesetzliche Krankenkasse | Private Versicherung |
| Rechtsgrundlage | Gesetzliche Regelleistung für GKV-Mitglieder | Vertragliche Leistung aus Zusatzversicherung |
| Wie hoch ist die Leistung? | Ca. 70 % des Bruttos (max. 90 % des Nettos) | Vereinbarter Tagessatz (bis 100 % des Nettos möglich) |
| Wie lange wird gezahlt? | Max. 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren | Unbegrenzt, solange Arbeitsunfähigkeit besteht |
| Wann beginnt die Zahlung? | Nach 6 Wochen Lohnfortzahlung | Nach vereinbarter Karenzzeit |
| Wer hat Anspruch? | Alle GKV-Mitglieder automatisch | Nur wer einen Vertrag abgeschlossen hat |
Das gesetzliche Krankengeld deckt also nur einen Teil des bisherigen Einkommens ab. Die Differenz zum Nettoeinkommen – die sogenannte Krankengeldlücke – kann das private Krankentagegeld schließen. Je höher das Einkommen, desto größer wird diese Lücke, weil das Krankengeld bei der Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt ist.
Können Arbeitgeber das Krankentagegeld über eine bKV anbieten?
Ja, einige Versicherer bieten Krankentagegeld explizit als arbeitgeberfinanzierten bKV-Baustein an. Dieser funktioniert aber etwas anders als das klassische, individuell abgeschlossene Krankentagegeld.
Der Arbeitgeber schließt einen Gruppenvertrag ab und wählt einen pauschalen Tagessatz für alle oder eine definierte Gruppe von Mitarbeitern. Die Beiträge zahlt der Arbeitgeber, die Leistung erhält der Arbeitnehmer im Krankheitsfall.
Wie funktioniert das Krankentagegeld als bKV-Baustein in der Praxis?
Die Leistung startet typischerweise ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit – also parallel zum gesetzlichen Krankengeld, das nach Ende der sechswöchigen Lohnfortzahlung einsetzt.
Das bKV-Krankentagegeld ergänzt damit das Krankengeld und verringert die Einkommenslücke. Es ersetzt das gesetzliche Krankengeld nicht, sondern stockt es auf.
| Wählbare Tagessätze | Meist 5 € bis 25 € pro Tag, bei einigen Anbietern bis 30 € |
| Ab wann wird gezahlt? | Ab dem 43. Krankheitstag (nach Ende der Lohnfortzahlung) |
| Wer zahlt die Beiträge? | Arbeitgeber |
| Wer erhält die Leistung? | Arbeitnehmer |
| Ist eine Gesundheitsprüfung nötig? | Nein |
| Sind Vorerkrankungen mitversichert? | Ja |
| Wie lange wird gezahlt? | Unbegrenzt, solange Arbeitsunfähigkeit besteht |
| Sind Berufsunfälle eingeschlossen? | Bei den meisten Anbietern ja |
Bei einem Tagessatz von 20 Euro erhält ein Mitarbeiter also 600 Euro zusätzlich pro Monat (20 € × 30 Tage), wenn er länger als sechs Wochen krank ist. Das kann die Krankengeldlücke erheblich verringern oder bei niedrigeren Einkommen sogar vollständig schließen.
Welche Vorteile bietet das bKV-Krankentagegeld gegenüber einer individuellen Absicherung?
Das bKV-Krankentagegeld bietet mehrere handfeste Vorteile, die Sie als Arbeitgeber in der Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern nutzen können:
- Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung ist der wichtigste Punkt. Auch Mitarbeiter mit Vorerkrankungen, chronischen Erkrankungen oder bereits bestehenden Rückenproblemen erhalten den vollen Schutz. Im individuellen Markt würden genau diese Personen abgelehnt oder mit hohen Risikozuschlägen und Leistungsausschlüssen belegt. In der bKV sind sie ohne Einschränkungen mitversichert.
- Keine Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse bedeutet: Alle Mitarbeiter zahlen den gleichen Beitrag, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Gesundheitszustand. Die Kollektivkalkulation macht das möglich. Jemand mit Diabetes, Bluthochdruck oder psychischer Vorbelastung bekommt exakt denselben Schutz wie ein kerngesunder Kollege.
- Sehr geringe Arbeitgeberbeiträge resultieren aus der Gruppenkalkulation. Oft liegen die Kosten unter zehn Euro monatlich selbst bei einem Tagessatz von 25 Euro. Im Vergleich zu anderen Benefits ist das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgezeichnet.
- Sofortiger Schutz ohne Wartezeiten heißt: Der Schutz greift ab Vertragsbeginn. Neue Mitarbeiter sind vom ersten Tag an abgesichert, auch wenn sie kurz nach Eintritt erkranken sollten.
Wo liegen die Grenzen des bKV-Krankentagegeldes?
Das Krankentagegeld in der bKV hat auch Einschränkungen, die Sie ehrlich kommunizieren sollten:
Die Tagessätze sind meist gedeckelt – typischerweise auf 25 bis 30 Euro pro Tag. Bei einem Nettoeinkommen von 3.000 Euro und einer Krankengeldlücke von 500 Euro monatlich würde ein bKV-Krankentagegeld von 25 Euro täglich (= 750 Euro monatlich) die Lücke zwar mehr als schließen. Bei höheren Einkommen mit entsprechend größeren Lücken reicht der Maximalbetrag aber nicht aus.
Das KTG-Modul ist kein Standardbestandteil jeder bKV. Viele Anbieter führen es nicht im regulären Portfolio oder nur als optionalen Baustein, der extra hinzugebucht werden muss. R+V beispielsweise bietet überhaupt kein Krankentagegeld in der bKV an.
Die Positionierung als Benefit ist nicht ganz einfach. Einige Experten sehen Krankentagegeld in der bKV kritisch, weil es eher Gehaltsersatz als Gesundheitsleistung ist. Es erzeugt keinen direkten Gesundheitsmehrwert wie Zahnreinigung, Massage oder Vorsorgeuntersuchung, sondern greift erst im Schadensfall. Für die Mitarbeiterbindung im Alltag ist es daher weniger sichtbar als andere bKV-Leistungen.
Für Besserverdiener kann ein kombiniertes Setup sinnvoll sein: bKV-Krankentagegeld als Grundbaustein, der ohne Gesundheitsprüfung greift, plus individuelles privates Krankentagegeld zur vollständigen Lückenabsicherung. So profitiert der Mitarbeiter von beiden Welten.
Tarifbeispiele für Krankentagegeld in der bKV
Nicht alle bKV-Anbieter haben Krankentagegeld im Programm. Die folgende Übersicht zeigt, welche Versicherer entsprechende Bausteine anbieten, wie diese ausgestaltet sind und was sie kosten. Alle Angaben stammen aus offiziellen Produktinformationen der Versicherer, Stand 2026.
Wie ist das Krankentagegeld bei der Allianz ausgestaltet?
Die Allianz bietet in ihrer bKV einen modularen Krankentagegeld-Baustein an, der das gesetzliche Krankengeld ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit ergänzt. Der Tagessatz ist frei wählbar von 5 Euro bis maximal 25 Euro in 5-Euro-Schritten. Die Beiträge sind linear kalkuliert – jeder Euro mehr Tagessatz kostet proportional mehr.
| Tarifdetails | Konditionen Allianz Krankentagegeld |
|---|---|
| Wählbare Tagessätze | 5 €, 10 €, 15 €, 20 €, 25 € pro Tag |
| Ab wann wird gezahlt? | Ab dem 43. Krankheitstag (nach 6 Wochen Lohnfortzahlung) |
| Monatsbeitrag für 5 € Tagessatz | 4,05 € |
| Monatsbeitrag für 10 € Tagessatz | 8,10 € |
| Monatsbeitrag für 15 € Tagessatz | 12,15 € |
| Monatsbeitrag für 20 € Tagessatz | 16,05 € |
| Monatsbeitrag für 25 € Tagessatz | 20,00 € |
| Mindestgröße Unternehmen | Ab 5 Mitarbeitern |
| Gesundheitsprüfung | Keine |
| Wartezeiten | Keine |
| Vorerkrankungen | Vollständig mitversichert |
| Berufsunfälle und -krankheiten | Inkludiert |
Die Beitragsfreistellung für entgeltfreie Zeiten ist bei der Allianz besonders großzügig geregelt. Bei längerer Arbeitsunfähigkeit, Eltern- oder Pflegezeit bleiben die bKV-Beiträge bis zu 36 Monate beitragsfrei. Das bedeutet: Wenn ein Mitarbeiter länger krank ist und Krankentagegeld bezieht, muss der Arbeitgeber in dieser Zeit keine Beiträge für die bKV zahlen.
Der KTG-Baustein lässt sich mit den anderen Allianz-bKV-Bausteinen oder dem Budgettarif kombinieren. Mitarbeiter erhalten automatisch Zugang zu umfangreichen Gesundheits-Services wie Facharzt-Terminservice, Telemedizin und psychologischem Coaching. Auch Familienangehörige können diese Services kostenfrei nutzen, ohne selbst versichert zu sein.
Welche Konditionen bietet AXA beim FlexMed-Krankentagegeld?
AXA bietet unter dem Namen FlexMed verschiedene bKV-Tarife an, darunter FlexMed easy Plus, FlexMed easy Premium und FlexMed Privat Premium. In allen FlexMed-Tarifen lässt sich ein Krankentagegeld-Baustein unter dem Namen „Einkommensabsicherung“ hinzuwählen.
Die genauen Beiträge werden individuell mit dem Arbeitgeber ausgehandelt und sind nicht öffentlich verfügbar.
| Tarifdetails | Konditionen AXA FlexMed Krankentagegeld |
|---|---|
| Tagessatz | Individuell vereinbar (bis 100 % des Nettoverdienstes) |
| Ab wann wird gezahlt? | Ab dem 43. Tag (nach 6 Wochen Lohnfortzahlung) |
| Beitragskalkulation | Linear nach Tagessatz, Beiträge nach Vereinbarung |
| Mindestgröße Unternehmen | Oft ab 5 Mitarbeitern (je nach Tarif auch 10) |
| Gesundheitsprüfung | Keine |
| Wartezeiten | Keine |
| Beitragskalkulation nach Alter/Geschlecht | Nein, alters- und geschlechtsunabhängig |
| Wiedererkrankung | Vorherige AU-Tage werden innerhalb von 6 Monaten angerechnet |
Bei Wiedererkrankung innerhalb von sechs Monaten mit derselben oder einer ähnlichen Diagnose werden die vorherigen AU-Tage auf die Karenzzeit angerechnet. Das verhindert, dass jemand bei einer chronischen Erkrankung immer wieder die volle Karenzzeit durchlaufen muss.
Wenn der Arbeitgeber länger als sechs Wochen Lohn fortzahlt, etwa aufgrund eines Tarifvertrags oder einer betrieblichen Vereinbarung, greift das Krankentagegeld am Tag nach Wegfall der Entgeltfortzahlung. Es passt sich also flexibel an die betrieblichen Gegebenheiten an.
In den FlexMed-Tarifen sind zusätzliche Services wie Facharzt-Service, Telemedizin und Präventionsprogramme enthalten. Familienangehörige können zu Sonderkonditionen mitversichert werden, was gerade für Mitarbeiter mit Familie attraktiv sein kann.
Was macht die Hallesche bei der Karenzzeit anders als andere Anbieter?
Die Hallesche bietet ein besonders flexibles Modell mit zwei Krankentagegeld-Tarifen: KT und KT3K.
Das Besondere ist die frei wählbare Karenzzeit. Während andere Anbieter standardmäßig 42 Tage Karenz vorgeben, können Sie bei der Hallesche aus acht verschiedenen Stufen wählen.
| Tarifdetails | Konditionen Hallesche KT / KT3K |
|---|---|
| Maximaler Tagessatz | Bis 100 % des Nettoeinkommens möglich |
| Wählbare Karenzzeiten | 22, 29, 43, 64, 92, 183, 274 oder 365 Tage |
| Übliche Karenz in der bKV | 43 Tage |
| Leistungsdauer | Unbefristet (inkl. Sonn- und Feiertage) |
| Mindestgröße Unternehmen | Ab 10 Mitarbeitern |
| Gesundheitsprüfung | Keine |
| Wartezeiten | Keine |
| Beitragskalkulation | Altersabhängig (ca. 0,7–2 € pro 1 € Tagessatz/Monat) |
| Berufsunfälle und -krankheiten | Ohne Zusatzkosten mitversichert |
| Dynamik-Option | Automatischer Anstieg zum Inflationsausgleich wählbar |
Je nach gewählter Tarifstufe beginnt die KTG-Zahlung beispielsweise ab dem 22., 43. oder erst ab dem 365. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Für die arbeitgeberfinanzierte bKV ist die 43-Tage-Option üblich, weil sie nahtlos an die gesetzliche Lohnfortzahlung anschließt.
Eine kürzere Karenz von 22 oder 29 Tagen kann aber sinnvoll sein, wenn der Arbeitgeber keine sechs Wochen Lohn fortzahlt, etwa bei bestimmten Arbeitsverhältnissen.
Der Tarif KT3K bietet erweiterte Wartezeitoptionen und längerfristige Leistungen für bestimmte Berufsgruppen. Die Details sind in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen geregelt. Eine Dynamik zum automatischen Inflationsausgleich kann als Option vereinbart werden, damit das Krankentagegeld mit steigenden Lebenshaltungskosten Schritt hält.
Im Gegensatz zu anderen Anbietern sind die Beiträge bei der Hallesche altersabhängig kalkuliert. Das bedeutet: Für einen 25-Jährigen ist der Beitrag niedriger als für einen 55-Jährigen. In der Praxis spielt das aber kaum eine Rolle, weil der Arbeitgeber einen Durchschnittsbeitrag für die gesamte Belegschaft zahlt.
Wie unterscheidet sich das SDK-Krankentagegeld von anderen Anbietern?
Die SDK (Süddeutsche Krankenversicherung) vermarktet ihre bKV unter dem Label „Gesundwerker“. Der Krankentagegeld-Tarif trägt die Bezeichnung TG6F und hat eine Besonderheit: Der minimale Tagessatz liegt bei 10 Euro, während andere Anbieter bereits ab 5 Euro starten.
| Tarifdetails | Konditionen SDK Gesundwerker TG6F |
|---|---|
| Wählbare Tagessätze | 10 €, 15 €, 20 €, 25 €, 30 € (in 5-Euro-Schritten) |
| Ab wann wird gezahlt? | Ab dem 43. Tag der AU |
| Beitrag pro 1 € Tagessatz | Ca. 0,51 € pro Monat (Alter 16–67) |
| Monatsbeitrag für 10 € Tagessatz | Ca. 5,10 € |
| Monatsbeitrag für 20 € Tagessatz | Ca. 10,20 € |
| Monatsbeitrag für 30 € Tagessatz | Ca. 15,30 € |
| Mindestgröße Unternehmen | Ab ca. 5 Mitarbeitern |
| Gesundheitsprüfung | Keine |
| Wartezeiten | Keine |
| Risikozuschläge | Keine (bei arbeitgeberfinanzierter bKV) |
| Wiedererkrankung | Vorherige AU-Tage werden im Jahreszeitraum angerechnet |
Bei Wiederholungsfällen im Jahreszeitraum werden vorangehende AU-Phasen angerechnet. Das ist wichtig für Mitarbeiter mit chronischen Erkrankungen oder wiederkehrenden Beschwerden, die mehrfach im Jahr arbeitsunfähig werden.
Die SDK bietet ausdrücklich eine Beitragsfreistellung für entgeltfreie Zeiten an: Ab AU länger als sechs Wochen, bei Eltern- oder Pflegezeit bleibt die Prämie bis zu 36 Monate pausiert. Der Arbeitgeber zahlt in dieser Zeit keine Beiträge, der Versicherungsschutz bleibt aber bestehen.
Im SDK-Modell sind kostenfreie Zusatzservices unter dem Namen ServicePLUS enthalten. Dazu gehören Gesundheitsberatung, Facharzt-Service und weitere Unterstützungsangebote. Ehepartner und Kinder können vergünstigt mitversichert werden, allerdings mit eigenem Beitrag.
Welche Besonderheiten hat das Barmenia-Krankentagegeld bei der Familienmitversicherung?
Bei Barmenia (nun BarmeniaGothaer) heißt der bKV-Krankentagegeldbaustein „BusinessClass kt“. Der Tarif richtet sich an Arbeitgeber mit Rahmenvereinbarung und hat eine einzigartige Besonderheit: Die Familienmitversicherung ist deutlich großzügiger geregelt als bei anderen Anbietern.
| Tarifdetails | Konditionen Barmenia BusinessClass kt |
|---|---|
| Tagessatz | Individuell vereinbar (bis 100 % des Nettoverdienstes) |
| Ab wann wird gezahlt? | Ab dem 43. Tag (nach 6 Wochen Lohnfortzahlung) |
| Leistungsdauer | Unbegrenzt, solange AU besteht (inkl. Sonn- und Feiertage) |
| Beitrag pro 1 € Tagessatz | Ca. 0,78 € pro Monat (Alter 16–67) |
| Monatsbeitrag für 10 € Tagessatz | Ca. 7,80 € |
| Monatsbeitrag für 15 € Tagessatz | Ca. 11,70 € |
| Monatsbeitrag für 20 € Tagessatz | Ca. 15,60 € |
| Mindestgröße Unternehmen | Ab 5 Mitarbeitern |
| Gesundheitsprüfung | Keine |
| Wartezeiten | Keine |
| Beitragskalkulation | Geschlechts- und altersunabhängig im Gruppenvertrag |
| Berufsunfälle und -krankheiten | Automatisch inkludiert |
| Wiedererkrankung | Vorherige AU-Tage zählen innerhalb von 6 Monaten zur Karenz |
Die Familienmitversicherung bei Barmenia erlaubt es, Ehepartner, Lebenspartner und Kinder bis 27 Jahre beim Arbeitgebervertrag mitzuversichern – vorausgesetzt, sie sind selbst erwerbstätig und lohnsteuerpflichtig. Der Arbeitgeber kann also auch den Partner eines Mitarbeiters in die bKV einschließen, wenn dieser Partner selbst arbeitet. Das ist ein echtes Differenzierungsmerkmal gegenüber anderen Anbietern.
Das Krankentagegeld wird unbegrenzt gezahlt, solange Arbeitsunfähigkeit besteht, inklusive Sonn- und Feiertage. Es gibt keine zeitliche Deckelung wie beim gesetzlichen Krankengeld. Berufsunfälle und Berufskrankheiten sind automatisch inkludiert, ohne dass dafür ein Zusatzbeitrag anfällt.
Bei Wiedererkrankung innerhalb von sechs Monaten mit derselben Krankheit zählen die vorherigen AU-Tage zur Karenz dazu. Wer also nach fünf Wochen Krankheit wieder arbeitet und drei Wochen später erneut wegen derselben Diagnose ausfällt, muss nicht wieder 42 Tage warten, sondern die Zeiten werden zusammengerechnet.
Warum bietet R+V kein Krankentagegeld in der bKV an?
Im R+V-GesundheitsKonzept PROFIL wird kein separater Krankentagegeld-Baustein angeboten. Offiziell heißt es auf der R+V-Webseite in den FAQ: „Nein, ein Krankentagegeld wird im R+V-GesundheitsKonzept PROFIL nicht angeboten.“ Damit ist R+V einer der wenigen großen bKV-Anbieter ohne diese Option.
| Tarifdetails | Status bei R+V |
|---|---|
| Krankentagegeld-Baustein | Nicht verfügbar |
| Alternative für Arbeitgeber | Externe Lösungen (private KTG) nötig |
| Mindestgröße für bKV | Ab 5 Mitarbeitern |
| Verfügbare bKV-Leistungen | Budget- und Bausteintarife für ambulant, Zahn, stationär |
| Familienmitversicherung | Ja, im GesundheitsKonzept PROFIL möglich |
| Beitragsfreie Weiterführung | Ja, bei Austritt oder Rentenbeginn enthalten |
Wenn Sie als Arbeitgeber Wert auf Krankentagegeld legen, müssen Sie bei R+V auf externe Lösungen ausweichen. Das kann eine separate Gruppenversicherung für Krankentagegeld bei einem anderen Anbieter sein oder Sie ermutigen Ihre Mitarbeiter, individuell ein privates Krankentagegeld abzuschließen.
R+V ermöglicht aber die Mitversicherung von Familienangehörigen im GesundheitsKonzept PROFIL und die beitragsfreie Weiterführung bei Austritt oder Rentenbeginn ist enthalten.
Bei den klassischen bKV-Leistungen wie ambulanten Zusatzleistungen, Zahnversorgung und stationären Leistungen ist R+V also durchaus gut aufgestellt – nur eben ohne Krankentagegeld.
Vergleich: Welcher Anbieter bietet welche Konditionen beim Krankentagegeld?
Die folgende Tabelle fasst alle Anbieter zusammen und ermöglicht einen direkten Vergleich der wichtigsten Tarifmerkmale:
| Anbieter | Tarifbezeichnung | Tagessatz-Spanne | Karenzzeit | Mindestgröße | Beitrag (Beispiel 10 €) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Allianz | Baustein Krankentagegeld | 5–25 € | Ab 43. Tag | 5 MA | 8,10 €/Monat | Beitragsfreistellung bis 36 Monate |
| AXA | FlexMed Einkommensabsicherung | Individuell (bis 100 % Netto) | Ab 43. Tag | 5 MA | Nach Vereinbarung | Alters-/geschlechtsunabhängig |
| Hallesche | KT / KT3K | Bis 100 % Netto | Wählbar (22–365 Tage) | 10 MA | Ca. 7–20 €/Monat (altersabh.) | 8 verschiedene Karenzzeiten |
| SDK | Gesundwerker TG6F | 10–30 € | Ab 43. Tag | 5 MA | Ca. 5,10 €/Monat | Günstigster Beitrag pro Euro |
| Barmenia | BusinessClass kt | Bis 100 % Netto | Ab 43. Tag | 5 MA | Ca. 7,80 €/Monat | Familienmitversicherung möglich |
| R+V | – | – | – | 5 MA | – | Kein KTG im Portfolio |
Fazit: Krankentagegeld in der bKV schließt die Einkommenslücke bei längerer Krankheit
Das Krankentagegeld als bKV-Baustein ist ein unterschätztes Instrument, um Ihre Mitarbeiter bei längerer Krankheit finanziell zu unterstützen. Nach sechs Wochen Lohnfortzahlung deckt das gesetzliche Krankengeld nur etwa 70 Prozent des Bruttolohns ab – die Differenz zum Nettoeinkommen belastet Betroffene erheblich.
Mit einem bKV-Krankentagegeld können Sie diese Lücke zumindest teilweise schließen, und zwar für alle Mitarbeiter ohne Gesundheitsprüfung.
Der große Vorteil gegenüber individueller Absicherung liegt in der Aufnahme ohne Gesundheitsfragen. Mitarbeiter mit Vorerkrankungen, chronischen Erkrankungen oder bereits bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen erhalten denselben Schutz wie kerngesunde Kollegen. Im individuellen Markt würden genau diese Personen oft abgelehnt oder mit hohen Aufschlägen belegt.
Was sollten Sie bei der Anbieterwahl beachten?
| Auswahlkriterium | Empfehlung |
|---|---|
| Günstigster Beitrag pro Euro Tagessatz | SDK (ca. 0,51 €/Monat pro 1 € Tagessatz) |
| Höchster wählbarer Tagessatz | SDK (bis 30 €) |
| Flexibelste Karenzzeit | Hallesche (8 Stufen von 22 bis 365 Tagen) |
| Längste Beitragsfreistellung | Allianz, SDK (bis 36 Monate) |
| Familienmitversicherung | Barmenia/Gothaer |
| Kein KTG verfügbar | R+V |
Bei höheren Einkommen deckt das bKV-Krankentagegeld allerdings nur einen Teil der Lücke ab, da die Tagessätze meist auf 25 bis 30 Euro begrenzt sind. Für Besserverdiener kann eine Kombination aus bKV-Baustein und individueller Krankentagegeldversicherung sinnvoll sein. Der bKV-Baustein liefert dann eine Grundabsicherung ohne Gesundheitsprüfung, die individuelle Police stockt auf das volle Nettogehalt auf.
In der Positionierung gegenüber Ihren Mitarbeitern sollten Sie klar trennen: bKV-Leistungen mit direktem Gesundheitsmehrwert wie Zahnvorsorge, Sehhilfen oder Massagen auf der einen Seite, Einkommensschutz durch Krankentagegeld auf der anderen. Das KTG-Modul ist ein ergänzender Benefit für den Fall der Fälle – weniger sichtbar im Alltag, aber umso wertvoller, wenn es darauf ankommt.