Sie möchten Ihren Mitarbeitern eine betriebliche Krankenversicherung anbieten und fragen sich, was das Ganze eigentlich kostet?
Diese Frage höre ich in Beratungsgesprächen ständig, und ich verstehe den Hintergrund nur zu gut.
Als Geschäftsführer oder Personalverantwortlicher müssen Sie die Kosten im Griff haben, bevor Sie eine neue Leistung einführen. Gleichzeitig wollen Sie Ihren Mitarbeitern etwas Sinnvolles bieten, das auch wirklich ankommt.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen transparent, mit welchen Beiträgen Sie bei den verschiedenen Anbietern rechnen müssen, wie Sie durch geschickte Tarifwahl Steuern sparen und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Am Ende des Beitrags wissen Sie genau, was eine bKV für Ihr Unternehmen tatsächlich kostet.
Das Wichtigste in Kürze:
- Budgettarife starten ab 5,85 € pro Mitarbeiter und Monat bei der Württembergischen und reichen bis über 50 € bei Premium-Tarifen mit hohem Jahresbudget.
- Bis 50 € monatlich bleibt die bKV steuer- und sozialversicherungsfrei für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wenn Sie die Sachbezugsfreigrenze einhalten.
- Die tatsächlichen Kosten liegen nach Steuerabzug rund 30 % niedriger, weil Sie die Beiträge als Betriebsausgaben geltend machen können.
- 2026 haben einige Anbieter ihre Beiträge erhöht, darunter R+V und Gothaer. Die Allianz hat dagegen einzelne Bausteine sogar gesenkt.
Wie teuer ist eine betriebliche Krankenversicherung?
Eine bKV kostet Sie je nach Anbieter und Tarifmodell zwischen 5,85 € und über 60 € pro Mitarbeiter und Monat. Diese große Spanne erklärt sich durch unterschiedliche Budgethöhen, Leistungsumfänge und Zusatzoptionen wie die Beitragsbefreiung in Elternzeit.
Für Sie als Entscheider ist dabei wichtig zu verstehen: Der reine Beitrag ist nicht gleich Ihre tatsächliche Kosten. Durch den Betriebsausgabenabzug und die Sachbezugsfreigrenze können Sie die effektiven Kosten deutlich senken. Dazu komme ich später noch im Detail.
Budgettarife, Bausteintarife und Kompakttarife im Überblick
Der bKV-Markt bietet Ihnen drei grundsätzliche Tarifmodelle, die sich in Flexibilität und Kostenstruktur deutlich unterscheiden. Welches Modell für Ihr Unternehmen passt, hängt davon ab, wie viel Gestaltungsspielraum Sie haben möchten und welche Leistungen Ihre Mitarbeiter tatsächlich brauchen.
Budgettarife: Maximale Flexibilität für Ihre Mitarbeiter
Budgettarife sind aktuell das beliebteste Modell am Markt, und das aus gutem Grund. Sie legen ein jährliches Gesundheitsbudget pro Mitarbeiter fest, typischerweise zwischen 300 € und 1.500 €. Ihre Mitarbeiter entscheiden dann selbst, wofür sie dieses Budget nutzen möchten.
Das kann Zahnbehandlung sein, eine neue Brille, Vorsorgeuntersuchungen oder Heilpraktiker-Leistungen. Diese Wahlfreiheit kommt bei Belegschaften erfahrungsgemäß sehr gut an, weil jeder Mitarbeiter andere Prioritäten hat. Der eine braucht dringend eine neue Brille, die andere investiert lieber in Physiotherapie.
Bausteintarife: Gezielte Absicherung einzelner Bereiche
Bausteintarife ermöglichen Ihnen eine gezielte Auswahl einzelner Leistungsbereiche. Sie wählen konkrete Bausteine wie Zahnersatz, Krankenhaus oder Vorsorge und zahlen nur für das, was Sie tatsächlich anbieten möchten.
Dieses Modell eignet sich besonders, wenn Sie aus Mitarbeiterbefragungen wissen, welche Leistungen besonders gefragt sind. Ein Handwerksbetrieb mit vielen körperlich arbeitenden Mitarbeitern setzt vielleicht auf den Krankenhaus-Baustein, während ein IT-Unternehmen eher Sehhilfen und Vorsorge priorisiert.
Kompakttarife: Einfache Standardlösungen ohne viel Aufwand
Kompakttarife bündeln häufig benötigte Leistungen zu einem Gesamtpaket mit festen Erstattungsgrenzen. Sie eignen sich für Unternehmen, die eine unkomplizierte Standardlösung suchen und nicht viel Zeit in die Konfiguration investieren möchten.
Der Nachteil: Sie haben weniger Einfluss auf den genauen Leistungsumfang und zahlen möglicherweise für Bereiche, die Ihre Mitarbeiter gar nicht nutzen.
Anbietervergleich: Was kosten Budgettarife bei Hallesche, Allianz und Co.?
Die Beiträge variieren erheblich zwischen den Anbietern. Bei einem Budget von 300 € pro Jahr liegen die günstigsten Tarife bei unter 10 €, während Sie bei 1.500 € Budget mit 40 bis 50 € rechnen müssen.
Ich habe Ihnen die aktuellen Beiträge der wichtigsten Anbieter für die gängigsten Budgetstufen zusammengestellt. Diese Zahlen stammen direkt von den Anbieter-Websites und sind auf dem Stand Januar 2026.
Monatliche Beiträge für 300 € Jahresbudget
| Anbieter | Tarif | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| Gothaer | FlexSelect | 9,90 € |
| Hallesche | FEELfree | 9,95 € |
| ARAG | BudgetFlex Komfort | 10,91 € |
| Münchener Verein | GemeinsamGesund Budget | 12,30 € |
| Barmenia | WellYou pure | 12,90 € |
| DKV | Budgetbausteine | 15,68 € |
Sie sehen schon hier: Die Preisunterschiede sind beachtlich. Zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter liegen fast 60 % Preisunterschied für das gleiche Budget.
Monatliche Beiträge für 600 € Jahresbudget
| Anbieter | Tarif | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| Hallesche | FEELfree | 19,75 € |
| Barmenia | WellYou pure | 20,80 € |
| Münchener Verein | GemeinsamGesund Budget | 20,90 € |
| Hallesche | FEELfree_plus | 22,88 € |
| DKV | Budgetbausteine | 25,97 € |
Bei 600 € Budget bewegen sich die meisten Anbieter zwischen 19 und 26 € monatlich. Diese Budgethöhe ist für viele Unternehmen ein guter Kompromiss: Die Beiträge bleiben deutlich unter der Sachbezugsfreigrenze, und Ihre Mitarbeiter haben genug Budget für relevante Gesundheitsleistungen.
Monatliche Beiträge für 1.200 € Jahresbudget
| Anbieter | Tarif | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| Continentale | Choose1200 | 27,60 € |
| Hallesche | FEELfree | 36,16 € |
| DKV | Budgetbausteine | 40,21 € |
| Hallesche | FEELfree_plus | 41,96 € |
Mit 1.200 € Jahresbudget bieten Sie Ihren Mitarbeitern eine wirklich umfassende Absicherung. Die Beiträge liegen zwischen 27 und 42 € und damit noch im steuerfreien Bereich unter 50 €.
Monatliche Beiträge für 1.500 € Jahresbudget
| Anbieter | Tarif | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| Hallesche | FEELfree | 42,24 € |
| Münchener Verein | GemeinsamGesund Budget | 45,70 € |
| Hallesche | FEELfree_plus | 49,00 € |
Bei 1.500 € Budget wird es interessant: Die Hallesche FEELfree_plus mit 49,00 € liegt noch knapp unter der Sachbezugsfreigrenze von 50 €. Das ist aktuell das höchste Budget, das Sie noch vollständig steuerfrei anbieten können.
Beitragserhöhungen bei bKV-Anbietern: R+V und Gothaer erhöhen 2026 deutlich, Allianz senkt Stationärtarife
Der bKV-Markt ist in Bewegung. Zum 01.01.2026 haben einige Anbieter ihre Beiträge teilweise deutlich angehoben, während andere den entgegengesetzten Weg gehen. Für Sie als Entscheider ist das relevant, wenn Sie gerade Angebote vergleichen oder bestehende Verträge überprüfen.
R+V PROFIL: Preiserhöhung zwischen 14 und 18 Prozent
Die R+V hat ihren Budgettarif PROFIL Gesundheitsbudget spürbar verteuert:
- Budget 300 €: von 13,31 € auf 15,25 € (+ 14,6 %)
- Budget 1.500 €: von 45,10 € auf 53,14 € (+ 17,8 %)
Besonders die 1.500-€-Variante ist damit über die Sachbezugsfreigrenze gerutscht und löst zusätzliche Steuern aus. Das sollten Sie bei der Kalkulation berücksichtigen.
Gothaer: Premium- und XL-Tarife für Neukunden geschlossen
Die Gothaer hat einen radikalen Schnitt gemacht. Die Tarife FlexSelect Premium und FlexSelect XL sind für Neukunden seit Januar 2026 nicht mehr abschließbar. Bestandskunden zahlen teilweise bis zu 50 % mehr als vorher.
Der Hintergrund: Diese Tarife ohne Sublimits waren kalkulatorisch nicht mehr tragfähig. Die Mitarbeiter haben das Budget stärker ausgeschöpft als ursprünglich kalkuliert, was die Kosten für den Versicherer in die Höhe trieb.
Der Basis-Tarif FlexSelect bleibt verfügbar und hat eine Beitragsstabilität bis Ende 2026 garantiert. Wenn Sie bei der Gothaer bleiben möchten, ist das aktuell die einzige Option für Neuverträge.
Allianz senkt Krankenhaus-Bausteine um bis zu 31 Prozent
Hier eine erfreuliche Nachricht: Die Allianz hat im August 2025 ihre Stationärtarife deutlich gesenkt:
- Baustein Krankenhaus: von 24,79 € auf 21,13 € (– 14,8 %)
- Baustein Krankenhaus bei Unfall: von 4,94 € auf 3,39 € (– 31,4 %)
Diese Preissenkung gilt für Neu- und Bestandskunden. Wenn Krankenhaus-Leistungen für Ihre Belegschaft relevant sind, lohnt sich ein Blick auf die Allianz-Bausteine.
Wer ist der günstigste bKV-Anbieter in Deutschland?
Die Württembergische bietet mit dem StartBudget300 den günstigsten Einstieg am gesamten Markt. Für nur 5,85 € monatlich pro Mitarbeiter erhalten Ihre Beschäftigten ein Gesundheitsbudget von 300 € im Jahr. Das ist weniger als ein Kaffee pro Woche.
| Tarif | Budget | Ohne Zahnersatz | Mit Zahnersatz |
|---|---|---|---|
| StartBudget300 | 300 € | 5,85 € | 7,96 € |
| Budget600 | 600 € | 19,82 € | 23,38 € |
| Budget900 | 900 € | 24,33 € | 29,87 € |
| Budget1200 | 1.200 € | 28,48 € | 35,70 € |
Der niedrige Preis hat einen Hintergrund: Der StartBudget300 verzichtet auf einige Leistungen, die andere Tarife standardmäßig enthalten. Außerdem sind die Tarife bereits ab drei Beschäftigten abschließbar, was für kleinere Unternehmen interessant ist.
Für Sie als Unternehmer kann das trotzdem eine clevere Strategie sein. Mit einem bKV-Beitrag von unter 6 € haben Sie noch über 44 € Spielraum bis zur Sachbezugsfreigrenze. Diesen Spielraum können Sie für andere Benefits wie Tankgutscheine oder Essenszuschüsse nutzen.
Die günstigsten bKV-Anbieter je nach Budgethöhe
Bei den mittleren Budgetstufen zeigt sich ein differenzierteres Bild. Je nach gewünschter Budgethöhe sind unterschiedliche Anbieter am günstigsten:
| Budgetstufe | Günstigster Anbieter | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| 300 € | Württembergische StartBudget300 | 5,85 € |
| 600 € | Hallesche FEELfree | 19,75 € |
| 900 € | Continentale Choose | ca. 23 € |
| 1.200 € | Continentale Choose1200 | 27,60 € |
| 1.500 € | Hallesche FEELfree | 42,24 € |
Wer gehört zu den teuersten bKV-Anbietern in Deutschland?
Am oberen Ende der Preisskala finden Sie Tarife wie den R+V PROFIL mit 1.500 € Budget für 53,14 € monatlich oder den Münchener Verein mit Beitragsbefreiung für 48,00 €. Diese Tarife liegen über oder knapp an der Sachbezugsfreigrenze von 50 € und lösen gegebenenfalls zusätzliche Steuern und Sozialversicherungsbeiträge aus.
| Budgetstufe | Teuerster Anbieter | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| 300 € | DKV Budgetbausteine | 15,68 € |
| 600 € | DKV Budgetbausteine | 25,97 € |
| 1.000 € | Münchener Verein mit BB | 34,50 € |
| 1.500 € | R+V PROFIL (ab 2026) | 53,14 € |
Teurer bedeutet nicht automatisch besser
Ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch bessere Leistungen. Einige günstigere Anbieter bieten vergleichbare oder sogar umfangreichere Leistungen. Die DKV beispielsweise ist bei fast allen Budgetstufen der teuerste Anbieter, ohne dass die Leistungen das rechtfertigen würden.
Mein Rat: Lassen Sie sich nicht vom Preis blenden, weder nach oben noch nach unten. Schauen Sie sich die konkreten Leistungen an und prüfen Sie, ob diese zu den Bedürfnissen Ihrer Belegschaft passen. Ein genauer Tarifvergleich lohnt sich immer.
bKV als Sachbezug: Wie funktioniert die steuerliche Behandlung?
Ja, die bKV gilt steuerlich als Sachbezug nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG. Das eröffnet Ihnen erhebliche Steuervorteile, wenn Sie die Spielregeln kennen. Und genau hier liegt für viele Unternehmen der entscheidende Hebel, um die tatsächlichen Kosten deutlich zu senken.
Die zentrale Regel lautet: Bis zu 50 € monatlich pro Mitarbeiter bleiben Sachbezüge komplett steuer- und sozialversicherungsfrei. Das gilt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Kein Lohnsteuerabzug, keine Sozialversicherungsbeiträge, keine zusätzliche Bürokratie.
Welche Fallstricke gibt es bei der Sachbezugsfreigrenze?
Bevor Sie jetzt einen Tarif für 49,90 € abschließen, sollten Sie drei wichtige Punkte beachten:
Die 50-€-Grenze gilt für alle Sachbezüge zusammen, nicht nur für die bKV. Wenn Sie bereits Tankgutscheine über 30 € gewähren, haben Sie nur noch 20 € Spielraum für die bKV. Rechnen Sie also vorher zusammen, welche Sachbezüge Sie bereits gewähren.
Bei Überschreitung wird der gesamte Betrag steuerpflichtig. Schon ein Cent über 50 € macht die komplette Summe aller Sachbezüge steuerpflichtig, nicht nur den übersteigenden Teil. Dieses Alles-oder-Nichts-Prinzip ist vielen Unternehmern nicht bewusst und kann zu bösen Überraschungen führen.
Die Prüfung erfolgt jeden Monat neu. Eine Überschreitung in einem Monat betrifft nur diesen einen Monat. Wenn Sie also im Januar durch eine Einmalzahlung über die Grenze kommen, sind die anderen elf Monate davon nicht betroffen.
Steuerliche Behandlung der bKV: Wie versteuert man die bKV richtig?
Sie haben vier verschiedene Möglichkeiten, die Beiträge zur bKV steuerlich zu behandeln. Welches Modell für Sie am besten passt, hängt von der Beitragshöhe und Ihrer individuellen Situation ab.
Modell 1: Steuerfreier Sachbezug bis 50 € monatlich
Wenn Ihr bKV-Beitrag die 50-€-Grenze einhält und Sie keine weiteren Sachbezüge gewähren, bleibt alles steuer- und sozialversicherungsfrei. Das ist die einfachste und günstigste Variante.
Für Sie als Arbeitgeber bedeutet das: Sie zahlen nur den reinen Versicherungsbeitrag, keine zusätzlichen Abgaben. Für Ihre Mitarbeiter bedeutet das: Die bKV-Leistungen kommen zu 100 % bei ihnen an, ohne dass ihr Nettogehalt belastet wird.
Modell 2: Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 1 EStG mit geteilten Sozialabgaben
Bei Überschreitung der Sachbezugsfreigrenze können Sie die bKV mit einem individuellen Pauschsteuersatz von etwa 20 % versteuern. Diese Variante hat zwei Voraussetzungen: Sie brauchen mindestens 20 versicherte Mitarbeiter und eine vorherige Bewilligung durch Ihr Finanzamt.
Die Sozialversicherungsbeiträge teilen sich bei diesem Modell Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das bedeutet: Ihre Mitarbeiter haben einen kleinen Abzug vom Nettogehalt, aber deutlich weniger als bei der regulären Versteuerung.
Modell 3: Pauschalversteuerung nach § 37b EStG ohne Belastung für Mitarbeiter
Diese Variante funktioniert ohne vorherige Genehmigung und ist deshalb administrativ einfacher. Sie zahlen pauschal 30 % Lohnsteuer und übernehmen als Arbeitgeber beide Sozialversicherungsanteile, also auch den Arbeitnehmeranteil.
Der große Vorteil: Ihre Mitarbeiter haben keinerlei Abzüge vom Nettogehalt. Die bKV kommt bei ihnen zu 100 % an. Für viele Unternehmen ist das die beste Lösung, wenn sie ein höheres Budget anbieten möchten und die 50-€-Grenze überschreiten.
Modell 4: Individuelle Versteuerung über die Lohnabrechnung
Die bKV wird dem Bruttogehalt hinzugerechnet und ganz normal versteuert. Diese Variante ist administrativ aufwendig und für die Mitarbeiter am unattraktivsten, weil sie die vollen Abzüge tragen.
In der Praxis rate ich von diesem Modell ab, es sei denn, Sie haben spezielle Gründe dafür. Die Pauschalversteuerung nach § 37b ist fast immer die bessere Wahl.
Beispiel: Steuerersparnis für ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitern
Zahlen sagen mehr als Worte: Ich zeige Ihnen jetzt anhand eines Beispiels, wie hoch die Kosten tatsächlich sind und welchen Unterschied die richtige Tarifwahl am Ende des Tages ausmacht.
Ausgangssituation für das Rechenbeispiel:
- Unternehmen mit 50 Mitarbeitern
- Tarif: Hallesche FEELfree mit 1.200 € Jahresbudget
- Monatsbeitrag: 36,16 € pro Mitarbeiter
- Keine weiteren Sachbezüge
- Unternehmenssteuersatz: 30 % (typisch für GmbH)
Da der Beitrag von 36,16 € unter der 50-€-Grenze liegt, greift die Steuerbefreiung vollständig. Es fallen weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge an.
| Pro Mitarbeiter | Gesamt (50 MA) | |
|---|---|---|
| Brutto-Kosten monatlich | 36,16 € | 1.808,00 € |
| Brutto-Kosten jährlich | 433,92 € | 21.696,00 € |
| Steuerersparnis (Betriebsausgaben) | 130,18 € | 6.508,80 € |
| Netto-Kosten jährlich | 303,74 € | 15.187,20 € |
Ihre tatsächlichen Kosten liegen also bei 25,31 € pro Mitarbeiter und Monat statt 36,16 €. Das entspricht einer Ersparnis von 30 % durch den Betriebsausgabenabzug. Ihre Mitarbeiter haben keinerlei Abzüge und erhalten trotzdem ein Gesundheitsbudget von 1.200 € im Jahr.
Beispiel: Überschreitung mit Pauschalversteuerung nach § 37b
Nehmen wir an, Sie möchten ein höheres Budget anbieten und wählen den Hallesche FEELfree_plus mit 1.500 € Budget für 49,00 € monatlich. Sie gewähren aber bereits Tankgutscheine über 10 € und überschreiten damit die Sachbezugsfreigrenze. Also entscheiden Sie sich für die Pauschalversteuerung nach § 37b.
| Berechnung | Betrag | |
|---|---|---|
| bKV-Beitrag | 49,00 € | |
| Pauschalsteuer (30 %) | 49,00 € × 30 % | 14,70 € |
| SV-Beiträge Arbeitgeber | 49,00 € × 20,65 % | 10,12 € |
| SV-Beiträge Arbeitnehmer (vom AG übernommen) | 49,00 € × 20,65 % | 10,12 € |
| Brutto-Kosten Arbeitgeber | 83,94 € | |
| Steuerersparnis (30 %) | – 25,18 € | |
| Netto-Kosten Arbeitgeber | 58,76 € |
Die Bruttokosten steigen auf 83,94 € pro Mitarbeiter. Nach Betriebsausgabenabzug bleiben Nettokosten von 58,76 €. Der entscheidende Vorteil: Ihre Mitarbeiter haben keinerlei Abzüge und erhalten ein Gesundheitsbudget von 1.500 € im Jahr.
Innerhalb der Sachbezugsfreigrenze sparen Sie fast die Hälfte der Kosten
Der Vergleich zwischen beiden Varianten macht den Unterschied deutlich. Die Zahlen zeigen, warum die Einhaltung der Sachbezugsfreigrenze so wichtig ist:
| Innerhalb Freigrenze | Mit Pauschalversteuerung | |
|---|---|---|
| Budget für Mitarbeiter | 1.200 € | 1.500 € |
| Nominalbeitrag | 36,16 € | 49,00 € |
| Tatsächliche Netto-Kosten | 25,31 € | 58,76 € |
| Kosten pro Euro Budget | 2,1 Cent | 3,9 Cent |
Das Budget steigt um 25 %, aber die Nettokosten verdoppeln sich nahezu. Pro Euro Budget zahlen Sie bei Überschreitung fast doppelt so viel. Die Sachbezugsfreigrenze optimal auszunutzen, ist deshalb aus wirtschaftlicher Sicht fast immer die bessere Wahl.
Anleitung: Wie finde ich den passenden bKV-Tarif für mein Unternehmen?
Die richtige Tarifwahl hängt von mehreren Faktoren ab. Ich führe Sie durch die fünf wichtigsten Schritte, damit Sie systematisch zur besten Lösung kommen.
Schritt 1: Bestehende Sachbezüge prüfen und Spielraum berechnen
Bevor Sie überhaupt Angebote einholen, sollten Sie wissen, wie viel Budget Sie für die bKV haben. Gewähren Sie bereits andere Sachbezüge wie Tankgutscheine, Essenszuschüsse oder Warengutscheine? Dann rechnen Sie zusammen, wie viel Spielraum bis zur 50-€-Grenze bleibt.
Ein Beispiel: Sie gewähren bereits Tankgutscheine über 30 € monatlich. Dann haben Sie noch 20 € Spielraum für die bKV, wenn Sie steuerfrei bleiben möchten. Alternativ können Sie die bKV separat nach § 37b versteuern und die Sachbezugsfreigrenze für die Tankgutscheine erhalten.
Schritt 2: Bedürfnisse Ihrer Belegschaft analysieren
Welche Gesundheitsleistungen sind für Ihre Mitarbeiter besonders relevant? Die Antwort hängt stark von Ihrer Branche und Ihrer Belegschaftsstruktur ab.
In einem Handwerksbetrieb mit körperlicher Arbeit haben Vorsorge, Physiotherapie und Krankenhaus-Leistungen hohe Priorität. In einem Bürobetrieb sind vielleicht Sehhilfen, Zahnleistungen und Vorsorgeuntersuchungen wichtiger. Eine kurze Mitarbeiterbefragung kann hier wertvolle Hinweise liefern.
Schritt 3: Mindestmitarbeiterzahl und Zugangshürden prüfen
Die meisten Anbieter verlangen mindestens 5 bis 10 versicherte Mitarbeiter. Wenn Sie ein kleineres Unternehmen führen, schränkt das Ihre Auswahl ein.
Einige Anbieter im Überblick:
- Württembergische: ab 3 Mitarbeitern
- Münchener Verein: ab 5 Mitarbeitern (Budget 600+)
- Hallesche, Gothaer, Barmenia: ab 5 Mitarbeitern
- ARAG: ab 10 Mitarbeitern
- DKV: ab 10 Mitarbeitern
Schritt 4: Passende Budgethöhe festlegen
Für die meisten Unternehmen ist ein Budget zwischen 600 € und 1.200 € pro Jahr ein guter Kompromiss. Die Beiträge bleiben unter der Sachbezugsfreigrenze, und Ihre Mitarbeiter haben genug Budget für relevante Gesundheitsleistungen.
Wenn Sie das Maximum herausholen möchten, ist der Hallesche FEELfree_plus mit 1.500 € Budget für 49,00 € monatlich das höchste Budget, das noch unter der Sachbezugsfreigrenze bleibt.
Schritt 5: Mindestens drei Angebote einholen und vergleichen
Holen Sie Angebote von mindestens drei Anbietern ein. Achten Sie dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf diese Details:
- Sublimits: Gibt es Obergrenzen für einzelne Leistungsbereiche?
- Inkludierte Services: Sind Gesundheitstelefon, Terminservice oder Videosprechstunde dabei?
- Beitragsgarantien: Wie lange sind die Beiträge stabil?
- Beitragsbefreiung: Was passiert in Elternzeit oder bei längerer Krankheit?
Fazit: bKV-Kosten zwischen 5 € und 60 € monatlich, Steuervorteile senken die Belastung um 30 %
Eine betriebliche Krankenversicherung kostet Sie je nach Anbieter und Tarifmodell zwischen 5,85 € und über 60 € pro Mitarbeiter und Monat. Die tatsächliche Belastung liegt durch den Betriebsausgabenabzug rund 30 % niedriger als der nominale Beitrag.
Die wichtigste Stellschraube für Ihre Kostenoptimierung ist die Sachbezugsfreigrenze von 50 €. Tarife innerhalb dieser Grenze sind steuer- und sozialversicherungsfrei, was die Kosteneffizienz deutlich erhöht. Ein Tarif wie der Hallesche FEELfree mit 1.200 € Budget für 36,16 € monatlich kostet Sie nach Steuern nur 25,31 € und bietet Ihren Mitarbeitern echten Mehrwert.
Achten Sie auf die aktuellen Beitragsanpassungen 2026. R+V und Gothaer haben die Preise erhöht, die Allianz hat einzelne Bausteine sogar gesenkt. Ein aktueller Vergleich lohnt sich deshalb immer, bevor Sie sich festlegen.
Und wenn Sie unsicher sind, welcher Tarif zu Ihrem Unternehmen passt, lassen Sie sich von einem unabhängigen Berater unterstützen, der den Markt kennt und Ihre Interessen vertritt.