Die Allianz bKV gehört beim Thema Brille zu den stärksten Anbietern am Markt, und das liegt vor allem an einem Alleinstellungsmerkmal, das kein anderer Anbieter so anbietet: drei wählbare Sehhilfe-Optionen mit unterschiedlichen Erstattungslogiken.
Der Hintergrund ist einfach erklärt. Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet für Erwachsene keine Kosten für Brillen oder Kontaktlinsen, überhaupt nicht.
Eine bKV schließt diese Lücke direkt, und laut einer Allianz-eigenen Arbeitnehmer-Befragung gehört der Zuschuss für Sehhilfen mit 27 Prozent Nennungen zu den fünf beliebtesten bKV-Leistungen überhaupt.
Allianz bKV: Übersicht der Leistungen für Brille und Sehhilfen
Der Allianz-Budgettarif MeineGesundheit ist in fünf Jahresbudgetstufen von 300 bis 1.500 Euro erhältlich.
Innerhalb dieses Budgets wählen Mitarbeitende individuell aus allen abgesicherten Leistungsbereichen, Sehhilfen inklusive. Das Budget gilt vollständig ab dem ersten Versicherungstag, auch bei unterjährigem Beginn. Werden in einem kompletten Kalenderjahr keine Leistungen abgerufen, verdoppelt sich das Budget im Folgejahr.
Was die Allianz von allen Wettbewerbern unterscheidet, sind die drei wählbaren Sehhilfe-Optionen:
Option 1: Sehhilfe Standard mit 75 Prozent Erstattung
75 Prozent der Kosten für Brillen und Kontaktlinsen werden aus dem regulären Tarifbudget erstattet, operative Sehschärfenkorrekturen wie LASIK zu 100 Prozent. Das ist der günstigste Einstieg ohne Budgettrennung.
Option 2: Sehhilfe Extra mit 75 Prozent aus separatem Extrabudget
75 Prozent der Kosten für Brillen und Kontaktlinsen werden aus einem vollständig separaten Extrabudget erstattet, das dieselbe Höhe hat wie das gewählte Jahresbudget.
Bei 900 Euro Jahresbudget stehen also weitere 900 Euro ausschließlich für Sehhilfen zur Verfügung. LASIK wird zu 100 Prozent ebenfalls aus dem Extrabudget erstattet. Das Grundbudget bleibt vollständig für alle anderen Leistungen wie Vorsorge, Arznei und Heilpraktiker erhalten.
Das ist das Alleinstellungsmerkmal im Markt.
Option 3: Sehhilfe 100 mit vollständiger Kostenübernahme
100 Prozent der Kosten für Brillen, Kontaktlinsen und LASIK werden aus dem regulären Budget erstattet. Maximale Einfachheit für Mitarbeitende, dafür der höchste Monatsbeitrag der drei Optionen.
Die monatlichen Arbeitgeberbeiträge je Person sehen für alle Budgetstufen und Optionen so aus:
| Jahresbudget | Sehhilfe Standard (75 %) | Sehhilfe Extra | Sehhilfe 100 |
|---|---|---|---|
| 300 € | 13,90 € | 15,90 € | 17,90 € |
| 600 € | 22,90 € | 24,90 € | 30,90 € |
| 900 € | 32,90 € | 35,90 € | 44,90 € |
| 1.200 € | 41,90 € | 45,90 € | 59,90 € |
| 1.500 € | 49,90 € | 53,90 € | 69,90 € |
Quelle: Allianz bKV
Dazu kommen einige Besonderheiten, die in der Praxis besonders relevant sind. Es gibt keine Wartezeiten, voller Schutz gilt ab dem ersten Tag und laufende Behandlungen sind mitversichert.
Es gibt keine Gesundheitsprüfung, Vorerkrankungen sind eingeschlossen. Der Baustein Sehhilfe wurde seit Einführung nie in seiner Prämie erhöht, was für Arbeitgeber erhebliche Planungssicherheit bedeutet.
In entgeltfreien Zeiten wie Elternzeit bis zwölf Monate oder Arbeitsunfähigkeit ab dem 43. Tag bis zu 36 Monate greift eine Beitragsbefreiung. Und Angehörige können über MeineGesundheit E ohne Gesundheitsprüfung innerhalb der ersten zwölf Monate mitversichert werden.
Bei einem Arbeitgeberbeitrag von 35,90 Euro monatlich für das Budget 600 mit Sehhilfe Extra erhalten Mitarbeitende ein Gesundheitsbudget von 900 Euro plus ein separates Sehhilfe-Extrabudget von 900 Euro, also 1.800 Euro Jahresleistung.
Eine klassische Gehaltserhöhung mit demselben Arbeitgeberaufwand hätte dem Mitarbeitenden bei 3.000 Euro Brutto in Steuerklasse 1 nur rund 20 Euro netto gebracht. Der Mehrwert der bKV ist damit fast achtmal höher.
Vergleich: Brillenleistungen bei verschiedenen bKV-Anbietern
Wer die Allianz ernsthaft bewerten will, muss sie im Marktvergleich einordnen.
Die Anbieter unterscheiden sich nicht nur in der Erstattungshöhe, sondern vor allem in der Erstattungslogik: Manche arbeiten mit festen Sublimits innerhalb des Budgets, andere mit separaten Extrabudgets, und einige haben Einschränkungen, die im Kleingedruckten stecken und im Alltag teuer werden können.
Die folgende Tabelle zeigt, was die relevanten Anbieter beim Thema Sehhilfen konkret leisten und wo die entscheidenden Unterschiede liegen.
| Anbieter | Tarif | Sehhilfen-Erstattung | LASIK | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Allianz | Sehhilfe Extra | 75 % aus separatem Extrabudget (Höhe = Jahresbudget) | 100 % aus Extrabudget | Grundbudget bleibt vollständig erhalten |
| Allianz | Sehhilfe 100 | 100 % aus Budget | 100 % | Maximale Einfachheit |
| AXA FlexMed easy Plus | Budgettarif | bis 300 €/Jahr im Budget | Im Budget | Ab 12,98 €/MA |
| AXA FlexMed easy Premium | Budgettarif | bis 450 €/Jahr im Budget | Im Budget | Höchster absoluter Sehhilfebetrag im Budgettarif |
| SIGNAL IDUNA | GesundAKTIV | bis 300 €/Jahr | Im Budget | Dioptrien-Klausel beachten |
| HanseMerkur BKBT | Budgettarif | bis 450 €/Jahr je nach Budgetstufe | Bis voller Budgethöhe | Attraktiv bei höheren Budgetstufen |
| Hallesche FEELfree | Budgettarif | bis 180 €/Jahr | Im Budget | Sonnenbrillen mit Sehstärke explizit eingeschlossen |
| ottonova CrewCare | Budgettarif | 200–300 €/Jahr je Budgetstufe | 100 % | Erstattung skaliert mit Budgetstufe |
Quellen: Produktdokumente der jeweiligen Anbieter
Ein Detail, das im Vergleich oft übersehen wird: SIGNAL IDUNA hat eine Dioptrien-Klausel, bei der ohne Änderung der Sehschärfe um mindestens 0,5 Dioptrien reduzierte Erstattungshöchstsätze gelten.
Bei Allianz, AXA, Hallesche und ottonova gibt es keine solche Einschränkung. Hallesche FEELfree hat mit maximal 180 Euro den niedrigsten Sehhilfebetrag, schließt dafür aber als einziger Anbieter explizit Sonnenbrillen mit Sehstärke und Bildschirmarbeitsbrillen ein.
Beispiel: Beitragsvergleich bei 600 Euro Budget
Zahlen allein erzählen noch keine Geschichte, solange man sie nicht nebeneinanderlegt. Bei einem Jahresbudget von 600 Euro zeigt sich, wie unterschiedlich die Anbieter kalkulieren, und dass der günstigste Beitrag nicht automatisch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bedeutet.
HanseMerkur liegt vorne beim Preis, die Allianz mit Sehhilfe Extra liefert dafür ein vollständig separates Sehhilfe-Budget von weiteren 600 Euro zusätzlich zum Grundbudget. Der Aufpreis beträgt sieben Euro monatlich, der Leistungsunterschied bei einem Brillenkauf kann ein Vielfaches davon ausmachen.
| Anbieter | Tarif | Monatsbeitrag (600 € Budget) |
|---|---|---|
| HanseMerkur | BKB 600 | 17,90 € |
| AXA | FlexMed easy Plus 600 | 19,33 € |
| Hallesche | FEELfree 600 | 19,75 € |
| ottonova | CrewCare 600 | 22,54 € |
| Allianz | MeineGesundheit 600 (Sehhilfe Standard) | 22,90 € |
| Hallesche | FEELfree plus 600 | 22,88 € |
| AXA | FlexMed easy Premium 600 | 24,30 € |
| Allianz | MeineGesundheit 600 (Sehhilfe Extra) | 24,90 € |
Quellen: Produktdokumente der jeweiligen Anbieter
Der reine Beitrag entscheidet hier nicht. Entscheidend sind die Budgetstruktur, also ob Sublimit oder separates Extrabudget, die Kombinierbarkeit mit Zahnleistungen, die Beitragsstabilität und die Servicequalität im Leistungsfall.
Für welche Branchen sind Brillenleistungen besonders relevant?
Brillenleistungen sind nicht für alle Belegschaften gleich attraktiv. Am stärksten profitieren Branchen mit hohem Bildschirmarbeitsanteil oder besonderen Sehanforderungen:
- IT, Software und Technologie: Bildschirmarbeit ist der Arbeitsalltag, Fehlsichtigkeit und Kurzsichtigkeit sind überdurchschnittlich verbreitet. Bildschirmarbeitsbrillen können nach § 3 Abs. 3 ArbSchG ohnehin bezuschusst werden, die bKV bietet hier eine elegante Gesamtlösung
- Medien, Grafik und Design: Pixelgenaue Bildschirmarbeit erfordert optimale Sehkraft, der Wunsch nach hochwertigen Brillen ist in dieser Gruppe überdurchschnittlich hoch
- Finanzdienstleistungen, Beratung und Recht: Intensive Bild- und Dokumentenarbeit, Fehlsichtigkeiten bleiben oft unkorrigiert, weil die Kosten scheuen, die bKV senkt diese Hürde direkt
- Ingenieurwesen und Forschung: CAD-Arbeit, Mikroskopie und technische Zeichnungen stellen hohe Sehanforderungen, eine korrekte Sehkorrektur zahlt sich direkt in Produktivität aus
- Callcenter und Kundenservice: Ganztägige Bildschirmarbeit, Sehkraft und Konzentrationsfähigkeit hängen eng zusammen
- Pflege und Gesundheitswesen: Dosierungen lesen, Patientenakten, Geräteüberwachung machen Sehhilfen direkt sicherheitsrelevant
- Einzelhandel und Logistik: Scanner-Arbeit, Kommissionierung und digitale Kassensysteme erhöhen die Nahsicht-Anforderungen durch Digitalisierung kontinuierlich
Unternehmen mit überdurchschnittlichem Bildschirmarbeitsanteil ab rund 50 Prozent der Belegschaft sollten die Sehhilfe-Leistung aktiv im Recruiting kommunizieren. Der Alltagsnutzen ist für diese Zielgruppe unmittelbar erlebbar, im Gegensatz zu abstrakteren bKV-Bausteinen wie Krankenhaus oder Krankentagegeld.
Eine Brille braucht fast jeder, und wer weiß, dass sein Arbeitgeber einen erheblichen Teil davon übernimmt, erinnert sich daran bei der nächsten Jobentscheidung.
Fazit: Brillenleistungen der Allianz bKV im Überblick
Die Allianz bKV liefert beim Thema Sehhilfen das strukturell stärkste Angebot im Markt. Das dreistufige Optionssystem gibt Arbeitgebern eine Flexibilität, die kein anderer Anbieter so aufgebaut hat.
Wer eine Belegschaft mit hohem Bildschirmarbeitsanteil hat, fährt mit der Sehhilfe Extra Option am besten: Das Grundbudget bleibt vollständig für alle anderen Gesundheitsleistungen erhalten, und Mitarbeitende haben gleichzeitig ein separates Jahresbudget in voller Budgethöhe nur für Brillen und Kontaktlinsen.
Das ist kein kleines Detail, sondern ein entscheidender Unterschied gegenüber Tarifen, die Sehhilfen als Sublimit ins Gesamtbudget einrechnen und damit faktisch andere Leistungen verdrängen.
Was im Marktvergleich auffällt: Günstigere Anbieter wie HanseMerkur oder AXA easy Plus liegen beim Monatsbeitrag vor der Allianz, haben aber feste Erstattungsobergrenzen für Sehhilfen und keine Extrabudget-Logik. Wer nur auf den Monatsbeitrag schaut, übersieht, dass sieben Euro Aufpreis monatlich bei einer einzigen Brillenanschaffung im Jahr mehrfach zurückgewonnen werden können.
Für Geschäftsführer und Personalverantwortliche ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung:
- Belegschaft mit hohem Bildschirmarbeitsanteil, also IT, Beratung, Medien, Finanzdienstleistungen: Sehhilfe Extra wählen, Extrabudget kommunizieren, im Recruiting aktiv einsetzen
- Belegschaft mit gemischten Anforderungen und Wunsch nach maximaler Einfachheit: Sehhilfe 100 wählen, 100-prozentige Erstattung ist ein klares und leicht vermittelbares Argument
- Belegschaft mit niedrigem Sehhilfebedarf oder kostenorientiertem Ansatz: Sehhilfe Standard als günstigsten Einstieg wählen und bei Bedarf später upgraden
Unabhängig von der gewählten Option gilt: Die Sehhilfe-Leistung der Allianz bKV ist beitragsstabil, seit Einführung nie erhöht worden und greift ohne Wartezeiten ab dem ersten Versicherungstag.
Das sind Argumente, die nicht nur im Gespräch mit Mitarbeitenden zählen, sondern auch in der langfristigen Budgetplanung des Arbeitgebers.
Wer noch keinen Vergleich der konkreten Konditionen für seine Belegschaftsgröße und Branche hat, sollte das nachholen, denn die Unterschiede zwischen den Anbietern sind bei diesem Leistungsbaustein größer als bei fast jedem anderen bKV-Thema.