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Krankheitstage-Rechner: Wie viele Tage fehlen in Ihrem Betrieb?

Rechnen Sie aus, wie viele Krankheitstage in Ihrem Team im Jahr zusammenkommen, was sie kosten und wie Sie zum Bundesschnitt stehen.

Patrick Steeger
Geschäftsführer & Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Zuletzt aktualisiert
29. August 2026
Lesezeit
8 Min.
Ihre Angaben
50
23
AOK-Auswertung für 2025: 23,3 Tage je Beschäftigten.
48.000
21 %
Für 2026 rund 21,2 Prozent, ohne Umlagen.
Ergebnis pro Jahr
Krankheitstage gesamt1.150
davon über sechs Wochen460
Kosten je Krankheitstag264,00 €
Entgeltfortzahlung im Jahr303.600 €
Produktionsausfall im Jahr174.800 €
Belastung pro Jahr
478.000 €
Bundesschnitt für Ihr Team wären
1.165 Tage
Kosten je Krankheitstag im Detail
Entgeltfortzahlung218,18 €
Arbeitgeber-Sozialabgaben45,82 €
Produktionsausfall152,00 €
Entgeltfortzahlung und Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung tragen Sie unmittelbar. Den Produktionsausfall von 152 Euro je Ausfalltag hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin für 2024 aus 134 Milliarden Euro Ausfall und 881,5 Millionen Ausfalltagen abgeleitet.

Modellrechnung mit 220 Arbeitstagen im Jahr. Die Entgeltfortzahlung endet nach sechs Wochen je Krankheitsfall, der Rechner bildet diese Grenze nicht ab.

Ein einzelner Krankheitstag fällt im Alltag kaum auf. Über ein Jahr summieren sich die Tage zu einer Zahl, die viele Geschäftsführer beim ersten Blick überrascht. Der Rechner zeigt das Volumen, die Kosten und den Abstand zum Bundesschnitt.

Wie viele Krankheitstage sind je Beschäftigten normal?

Die Antwort hängt davon ab, wer zählt. Jede Krankenkasse wertet ihren eigenen Versichertenbestand aus, und der unterscheidet sich in Alter, Beruf und Branche. Diese vier Werte bilden den aktuellen Rahmen:

  • AOK, Auswertung für 2025: 23,3 Arbeitsunfähigkeitstage je Beschäftigten, nach 23,9 Tagen im Jahr 2024
  • BKK, Auswertung für 2025: 22,3 Fehltage je Beschäftigten
  • DAK, Auswertung für 2025: 19,5 Kalendertage je Beschäftigten
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2024: 20,8 Ausfalltage je Beschäftigten über alle Kassen

In Summe kamen im Jahr 2024 bundesweit 881,5 Millionen Ausfalltage zusammen. Der Krankenstand der AOK lag bei 6,5 Prozent, ein Zehntelpunkt unter dem Vorjahr. Seit 2022 hält sich das Niveau, ein Rückgang auf die Werte vor der Pandemie ist bisher ausgeblieben.

Gut zu wissen

Ein Teil des Anstiegs seit 2022 geht auf die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zurück. Seitdem erreicht jede Krankmeldung die Kasse automatisch, auch die kurzen. Vorher blieb mancher gelbe Schein in der Schublade liegen.

Was kostet ein Krankheitstag den Arbeitgeber?

Der direkte Teil lässt sich aus dem Gehalt ableiten. Sie teilen das Jahresgehalt durch die Arbeitstage und rechnen den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung hinzu.

Kosten je Krankheitstag = Jahresgehalt ÷ 220 Arbeitstage × (1 + Arbeitgeberanteil)

Für 2026 liegt der Arbeitgeberanteil bei rund 21,2 Prozent. Darin stecken 7,3 Prozent Krankenversicherung und die Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 2,9 Prozent. Dazu kommen 9,3 Prozent Rentenversicherung, 1,3 Prozent Arbeitslosenversicherung und 1,8 Prozent Pflegeversicherung.

Bei 48.000 Euro Jahresgehalt sind das rund 264 Euro je Ausfalltag. Bundesweit summierte sich die Entgeltfortzahlung im Jahr 2024 auf 82 Milliarden Euro, davon 69,1 Milliarden Euro Gehalt und 13,0 Milliarden Euro Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat die Summe aus dem Sozialbudget abgeleitet. Binnen drei Jahren ist sie um zehn Milliarden Euro gestiegen.

Dazu kommt, was liegen bleibt. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beziffert den Produktionsausfall für 2024 auf 134 Milliarden Euro, den Ausfall an Bruttowertschöpfung auf 227 Milliarden Euro. Auf den einzelnen Ausfalltag gerechnet sind das 152 Euro Produktionsausfall und 257 Euro Wertschöpfung.

Warum wiegen Langzeitfälle beim Krankenstand so schwer?

Nur 3,3 Prozent aller Krankmeldungen dauern länger als sechs Wochen. Auf diese wenigen Fälle entfallen über 40 Prozent aller Ausfalltage. Psychische Erkrankungen führen dabei die Statistik der Falldauer an, mit durchschnittlich 28,5 Arbeitsunfähigkeitstagen je Fall.

Für Ihre Kalkulation heißt das zweierlei. Die Entgeltfortzahlung endet nach sechs Wochen je Krankheitsfall, danach übernimmt die Kasse mit dem niedrigeren Krankengeld. Die Lücke im Team bleibt trotzdem bestehen, oft über Monate. Der Rechner weist die Langzeittage deshalb getrennt aus.

Gut zu wissen

Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten nehmen am Ausgleichsverfahren U1 teil und bekommen einen Teil der Entgeltfortzahlung erstattet, je nach Kasse und gewähltem Satz zwischen 40 und 80 Prozent. Prüfen Sie bei jedem längeren Fall, ob der Erstattungsantrag gestellt wurde.

Wie senken Betriebe die Zahl ihrer Krankheitstage?

Atemwegsinfekte stehen hinter 36 Prozent aller Krankmeldungen und damit hinter der Masse der kurzen Fälle. Die langen Fälle kommen aus einer anderen Ecke: psychische Erkrankungen und Beschwerden am Bewegungsapparat. Beide reagieren stark darauf, wie früh jemand behandelt wird.

Genau an dieser Stelle wirkt eine betriebliche Krankenversicherung. Schnelle Facharzttermine und telemedizinischer Zugang verkürzen die Wartezeit vor der Behandlung, Vorsorgeuntersuchungen holen Beschwerden früher ans Licht.

Woher stammen die Zahlen zu Krankheitstagen?

Häufige Fragen zu Krankheitstagen

Wie viele Krankheitstage hat ein Beschäftigter im Jahr?
AOK-versicherte Beschäftigte fehlten im Jahr 2025 durchschnittlich 23,3 Arbeitsunfähigkeitstage, nach 23,9 Tagen im Jahr 2024. Die BKK zählt 22,3 Tage, die DAK 19,5 Kalendertage. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin rechnet über alle Kassen hinweg mit 20,8 Ausfalltagen je Beschäftigten für 2024.
Was kostet ein Krankheitstag den Arbeitgeber?
Teilen Sie das Jahresgehalt durch 220 Arbeitstage und rechnen Sie den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung von rund 21 Prozent hinzu. Bei 48.000 Euro Jahresgehalt sind das etwa 264 Euro Entgeltfortzahlung je Tag. Der Produktionsausfall kommt mit 152 Euro je Ausfalltag hinzu.
Wie lange zahlt der Arbeitgeber das Gehalt im Krankheitsfall?
Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz sechs Wochen je Krankheitsfall, sofern das Arbeitsverhältnis mindestens vier Wochen bestand. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld in Höhe von rund 70 Prozent des Bruttoentgelts. Bei einer neuen Erkrankung beginnt der Anspruch auf Entgeltfortzahlung erneut.
Bekommen kleine Betriebe einen Teil der Kosten zurück?
Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten nehmen am Ausgleichsverfahren U1 teil. Je nach Krankenkasse und gewähltem Erstattungssatz fließen zwischen 40 und 80 Prozent der Entgeltfortzahlung zurück. Finanziert wird das über eine monatliche Umlage auf das Bruttoentgelt.
Wie senkt eine betriebliche Krankenversicherung die Krankheitstage?
Sie verkürzt die Zeit bis zur Behandlung. Schnelle Facharzttermine, telemedizinischer Zugang und Vorsorgeuntersuchungen holen Beschwerden früher ans Licht. Da über 40 Prozent aller Ausfalltage aus Fällen über sechs Wochen stammen, wirkt jeder vermiedene Langzeitfall unmittelbar auf die Jahressumme.
Über den Autor
Patrick Steeger
Geschäftsführer & Versicherungsmakler (§ 34d GewO)

Patrick Steeger ist BDSF-zertifizierter Sachverständiger für die betriebliche Krankenversicherung, Versicherungsmakler (§ 34d GewO) und Geschäftsführer der bKV Firmenservice in Hamburg. Seit 2015 ist er auf die bKV spezialisiert und begleitet Unternehmen ungebunden und anbieterübergreifend. Seine Vergütung tragen die Versicherer, für Unternehmen entstehen keine Zusatzkosten.

BDSF-zertifizierter Sachverständiger für bKV (Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter)
Geschäftsführer der bKV Firmenservice (Brandbenefits GmbH, Hamburg)
Betriebswirt (FH Osnabrück) mit Schwerpunkt Personal und Finanzen
Über 12 Jahre Markterfahrung, seit 2015 auf die bKV spezialisiert
Über 250 ungebunden geprüfte Tarifkombinationen
Fachautor zu bKV-Themen, unter anderem für business-wissen.de
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