Ein hoher Krankenstand belastet das gesamte Unternehmen, weit über die betroffenen Mitarbeitenden hinaus. Die Lohnfortzahlung ist dabei nur der sichtbare Teil. Hinzu kommen Vertretung, Überstunden und liegengebliebene Aufgaben. Dieser Rechner macht die jährliche Gesamtbelastung transparent.
Wie funktioniert der Krankenstand-Rechner?
Aus Ihrer Mitarbeiterzahl und den Krankheitstagen pro Kopf ergibt sich die Zahl der Fehltage im Jahr. Diese multipliziert der Rechner mit den Kosten je Fehltag, die er aus dem Durchschnittsgehalt ableitet. Das Ergebnis ist die direkte jährliche Ausfallbelastung durch Entgeltfortzahlung.
Die Detailansicht zeigt, wie sich die Tageskosten aus dem reinen Lohn und dem Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung zusammensetzen. So bleibt jede Zahl nachvollziehbar.
Wie berechnen sich die Kosten je Fehltag?
Als Näherung teilen Sie das Jahresgehalt durch 220 Arbeitstage und rechnen den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung hinzu.
Kosten je Fehltag = Jahresgehalt ÷ 220 Arbeitstage × 1,20Der Faktor 1,20 bildet den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung von rund 20 Prozent ab. Bei 48.000 Euro Jahresgehalt entstehen so etwa 262 Euro reine Entgeltfortzahlung je Ausfalltag.
Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz trägt der Arbeitgeber diese Kosten bis zu sechs Wochen je Krankheitsfall, sofern das Arbeitsverhältnis mindestens vier Wochen bestand. Erst danach übernimmt die Krankenkasse mit dem deutlich niedrigeren Krankengeld.
Warum liegen die wahren Kosten höher?
Die Entgeltfortzahlung ist nur die halbe Wahrheit. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beziffert den reinen Produktionsausfall auf durchschnittlich 144 Euro je Fehltag, den Verlust an Bruttowertschöpfung sogar auf 249 Euro. Bei 20,8 Fehltagen je Beschäftigten summierten sich 2024 bundesweit 881,5 Millionen Ausfalltage.
Diese indirekten Kosten entstehen durch mehrere Effekte:
- Vertretung durch Kollegen, die eigene Aufgaben zurückstellen müssen
- Überstunden und Leiharbeit, die mit Zuschlägen deutlich teurer sind
- Qualitäts- und Terminverluste, wenn Wissen kurzfristig fehlt
- zusätzliche Belastung des Teams, die neue Ausfälle begünstigt
Wie lassen sich Fehltage senken?
Der wirksamste Hebel ist Vorsorge. Wer früh zum Facharzt kommt und Beschwerden rechtzeitig behandelt, fällt seltener und kürzer aus. Genau hier setzt eine betriebliche Krankenversicherung an.
Schnelle Facharzttermine, Vorsorgeuntersuchungen und telemedizinischer Zugang verkürzen Ausfallzeiten spürbar. Schon zwei gesunde Tage mehr pro Kopf und Jahr finanzieren den Beitrag zur bKV in vielen Belegschaften vollständig.