Wie wird die bKV
richtig versteuert?
Mit unserem interaktiven bKV Steuerrechner berechnen Sie in wenigen Klicks die tatsächlichen Kosten einer betrieblichen Krankenversicherung für Ihr Unternehmen. Das Tool vergleicht automatisch alle vier Steuermodelle – vom steuerfreien Sachbezug bis zur Nettolohnvereinbarung – und zeigt Ihnen transparent, welche Variante für Ihre Mitarbeiterzahl am günstigsten ist.
§8 Sachbezug
Komplett steuerfrei bis 50€/Monat
§40 EStG
Pauschalversteuerung bis 1.000€/Jahr
§37b EStG
30% Pauschalsteuer, höhere Beiträge möglich
Nettolohn
Individuelle Versteuerung, keine Grenzen
| Was wird berechnet? | Grundlage | Prozentsatz | Betrag |
|---|---|---|---|
| bKV-Beiträge | - | 100% | 0,00 € |
| Lohnsteuer | - | 0% | 0,00 € |
| Solidaritätszuschlag | Lohnsteuer | 5,5% | 0,00 € |
| Kirchensteuer | Lohnsteuer | - | 0,00 € |
| Sozialversicherung (Arbeitgeberanteil) | |||
| Krankenversicherung | - | 7,3% | 0,00 € |
| Rentenversicherung | - | 9,3% | 0,00 € |
| Arbeitslosenversicherung | - | 1,3% | 0,00 € |
| Pflegeversicherung | - | 1,7% | 0,00 € |
| Ihre Gesamtkosten als Arbeitgeber | 0,00 € | ||
So unterscheiden sich die vier Steuermodelle bei Ihren Angaben:
§8 Sachbezug
§40 EStG
§37b EStG
Nettolohn
§8 Sachbezug – Die einfachste Lösung
Komplett steuer- und sozialversicherungsfrei bis 50€/Monat
- Sie als Arbeitgeber sind Versicherungsnehmer
- Beitrag wird direkt an den Versicherer gezahlt
- Maximal 50€ pro Monat und Mitarbeiter
- Muss zusätzlich zum Gehalt sein (keine Umwandlung)
- Darf nicht auf den Lohn angerechnet werden
§40 EStG – Für größere Unternehmen
Pauschalversteuerung mit Durchschnittssteuersatz, sozialversicherungsfrei
- Zahlung einmal jährlich (sonstiger Bezug)
- Maximal 1.000€ pro Mitarbeiter und Jahr
- Empfohlen ab 20 Mitarbeitern
- Muss beim Finanzamt beantragt werden
- Sozialversicherungsfreiheit nach SvEV beachten
§37b EStG – Für Premium-Pakete
30% Pauschalsteuer, aber sozialversicherungspflichtig
- Muss zusätzlich zum Arbeitslohn sein
- Maximal 10.000€ pro Mitarbeiter und Jahr
- Fester Steuersatz von 30%
- Sozialversicherungsbeiträge fallen an
- Muss einheitlich für alle Mitarbeiter gelten
So buchen Sie die bKV richtig in DATEV:
| Steuermodell | Lohnart | Bezeichnung | Einstellung |
|---|---|---|---|
| §8 Sachbezug | SAB07 |
Sachbezug steuerfrei | Steuer: frei, SV: frei |
| §37b EStG | 2770 |
Sachzuwendung netto pauschal | 30% Pauschal, SV-pflichtig |
2780 |
Übernahme AN-SV | Hochrechnung AN-Anteil | |
2790 |
Übernahme Steuer | Hochrechnung Steuer | |
| §40 EStG | 3810/3820 |
Bezüge besondere Pauschal. | Ø-Steuersatz, SV-frei |
| Nettolohn | SAB03/04 |
Sachbezug netto | Individuell, SV-pflichtig |
Modelle zur Versteuerung der bKV?
Die Abrechnung der bKV als steuerfreier Sachbezug
Die betriebliche Krankenversicherung gilt erst seit 2019 offiziell als Sachlohn – das hat das Bundesfinanzministerium damals klargestellt. Um die Tragweite dieser Entscheidung zu verstehen, schauen wir uns zunächst den Unterschied zwischen Sachlohn und Barlohn an.
- Barlohn ist das klassische Arbeitsentgelt, das Sie Ihren Mitarbeitern für ihre Arbeitsleistung zahlen. Der Begriff ist etwas irreführend, denn natürlich bekommen Ihre Mitarbeiter das Geld schon lange nicht mehr bar auf die Hand. Die Überweisung aufs Konto ist heute Standard – trotzdem sprechen wir weiterhin vom Barlohn.
- Sachlohn oder Sachbezug war ursprünglich die Bezahlung in Naturalien. Heute nutzen Arbeitgeber den Sachbezug vor allem als zusätzlichen Benefit zur Mitarbeitermotivation. Besonders beliebt sind Essens- oder Tankgutscheine. Seit 2019 zählt auch die betriebliche Krankenversicherung dazu.
Warum die Unterscheidung zwischen Bar- und Sachlohn so wichtig ist?
Ganz einfach: Sachbezüge bis 50 Euro monatlich sind für Ihre Mitarbeiter komplett steuerfrei. Das macht sie deutlich attraktiver als eine vergleichbare Gehaltserhöhung.
Allerdings müssen Sie aufpassen: Die 50 Euro sind eine Freigrenze, kein Freibetrag. Der Unterschied ist entscheidend.
Bei einem Freibetrag würden Sie bei einem Sachbezug von 100 Euro nur die überschreitenden 50 Euro versteuern.
Bei der Freigrenze funktioniert das anders – überschreiten Sie die Grenze auch nur um einen Cent, wird der komplette Sachbezug steuerpflichtig. Bei 50,01 Euro zahlt Ihr Mitarbeiter also auf die vollen 50,01 Euro Steuern und Sozialabgaben.
Pauschalversteuerung einer betrieblichen Krankenversicherung
Bei der Pauschalversteuerung übernimmt der Arbeitgeber die Lohnsteuer für den bKV-Beitrag. Je nach gewählter Variante fallen auch Sozialversicherungsbeiträge an. Diese kann der Arbeitgeber übernehmen, muss es aber nicht.
Sie haben die Wahl zwischen zwei Varianten im Einkommensteuergesetz. Beide funktionieren nur, wenn Ihre Mitarbeiter die bKV ausschließlich als Sachleistung erhalten und keine Geldzahlung alternativ wählen können.
Pauschalversteuerung nach § 40 EStG
Am besten zahlen Sie die Beiträge jährlich, dann gelten sie als sonstiger Bezug. Die Pauschalversteuerung nach § 40 EStG ist nur bis 1.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr möglich. Außerdem brauchen Sie mindestens 20 Mitarbeiter für diese Variante.
Ihr Steuerberater berechnet den Pauschalsteuersatz und beantragt die Versteuerung beim Finanzamt. Der Steuersatz muss jährlich überprüft werden, was einen kleinen Mehraufwand bedeutet. Der Vorteil: Die bKV-Beiträge bleiben als sonstiger Bezug sozialversicherungsfrei.
Pauschalversteuerung nach § 37b EStG
Bei der Pauschalversteuerung nach § 37b EStG können Sie jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich zahlen. Voraussetzung ist, dass Sie die bKV aus betrieblichen Gründen zusätzlich zum regulären Lohn gewähren. Die Pauschalisierung muss einheitlich für alle teilnehmenden Mitarbeiter innerhalb eines Wirtschaftsjahres erfolgen.
Die pauschalisierte Versteuerung melden Sie über die Lohnsteueranmeldung an. Maximal sind 10.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr möglich. Bei dieser Variante fallen Sozialversicherungsbeiträge an. Sie können die arbeitnehmerseitigen Beiträge übernehmen, müssen aber nicht. Falls Sie sie übernehmen, entsteht ein geldwerter Vorteil, der wieder versteuert werden muss.
Nettolohnversteuerung einer betrieblichen Krankenversicherung
Bei der Nettolohnversteuerung erhöhen Sie das Bruttogehalt Ihrer Mitarbeiter genau so weit, dass nach Abzug des bKV-Beitrags plus aller anfallenden Steuern und Sozialabgaben exakt der gleiche Nettolohn herauskommt wie vorher. Ihre Mitarbeiter haben also keinerlei finanziellen Nachteil. Sämtliche Kosten für Steuern und Sozialabgaben der bKV tragen Sie als Arbeitgeber.
Natürlich kostet Sie diese Variante mehr als andere Modelle. Sie zeigen Ihren Mitarbeitern damit aber echte Wertschätzung. Mittelfristig profitieren Sie von höherer Motivation und stärkerer Mitarbeiterbindung.
Für die Umsetzung brauchen Sie eine klare arbeitsvertragliche Regelung zur bKV. Diese muss wie bei Sachbezug und Pauschalversteuerung auch eindeutig festhalten, dass der Arbeitnehmer die bKV-Beiträge als Barlohn erhält.
Versteuerung einer betrieblichen Krankenversicherung als geldwerter Vorteil
Bei der Versteuerung als geldwerter Vorteil funktioniert es genau umgekehrt: Sie schlagen den bKV-Beitrag auf das Bruttogehalt auf. Steuern und Sozialabgaben zahlt dann der Arbeitnehmer selbst. Für Sie als Arbeitgeber fallen nur die bKV-Beiträge plus der Arbeitgeberanteil der Sozialversicherung an.
Diese Variante kostet Ihr Unternehmen weniger als die Nettolohnversteuerung. Die positiven Effekte auf die Mitarbeitermotivation fallen allerdings entsprechend schwächer aus.