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Erfahrungen: Wie gut sind die bKV-Tarife der Generali?

Alles, was Geschäftsführer über die bKV wissen müssen, einfach erklärt.

Patrick Steeger
Geschäftsführer & Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Zuletzt aktualisiert
25. August 2026
Lesezeit
11 Min.
bKV-Berater Patrick Steeger als Autor des Ratgebers zur Mitarbeitergesundheit

Die Generali vermarktet ihre bKV unter der Dachmarke “Mein Gesundheitsschutz” als modularen Baukasten mit fünf Bausteinen: GesundheitsBudget als reiner Budgettarif in fünf Stufen, ZahnSchutz in drei Erstattungsstufen, VorsorgeSchutz, KlinikSchutz und ReiseSchutz. Verkauft wird ausschließlich über die Deutsche Vermögensberatung (DVAG). Das Angebot belegt im Marktvergleich eine solide Mittelposition mit echten Stärken bei Klinik und Vorsorge und klaren Schwächen bei Zahnleistungen im Budgettarif.

Das Wichtigste vorab

  • Fünf Bausteine: ein Budgettarif und vier klassische Bausteine, teils kombinierbar, teils mit Kombinationszwängen
  • Einstieg ab 5 Mitarbeitenden, keine Gesundheitsprüfung, keine Wartezeiten, Vorerkrankungen und laufende Behandlungen sofort mitversichert
  • Leistungs-Score von 6,5 von 10 Punkten laut spezialisiertem bKV-Vergleichsportal, bewertet als “solide”
  • Kein Budgetübertrag ins Folgejahr, kein Ansparmechanismus wie bei der HanseMerkur
  • Exklusiver Vertrieb über DVAG, kein öffentlicher Online-Beitragsrechner
  • Metzler-Ratings Finanzstabilitätsbewertung “B”, letzter Platz unter den untersuchten PKV-Gesellschaften

Welche bKV-Tarife können Unternehmen bei der Generali wählen?

Die Generali denkt ihre bKV als Baukasten. Arbeitgeber wählen die Bausteine, die zu ihrer Belegschaft passen, und kombinieren sie zu einem Gesamtpaket. Das klingt flexibel, hat aber einige Einschränkungen, die man kennen muss: Das GesundheitsBudget lässt sich nicht mit ZahnSchutz oder VorsorgeSchutz kombinieren, weil es Leistungsüberschneidungen gibt. ReiseSchutz und ZahnProphylaxe sind nur in Kombination mit einem anderen Baustein buchbar, nicht eigenständig.

Für alle Generali-bKV-Bausteine gilt:

  • Keine Gesundheitsprüfung
  • Keine Wartezeiten
  • Keine Leistungsausschlüsse für Vorerkrankungen, laufende Behandlungen sind ab Vertragsbeginn mitversichert
  • Einstieg ab 5 Mitarbeitenden
  • Familienmitversicherung ohne Gesundheitsprüfung innerhalb von 6 Monaten nach Vertragsbeginn
  • Beiträge altersunabhängig kalkuliert
  • Sachbezugsfreigrenze: bis 50 Euro monatlich steuer- und sozialabgabenfrei gemäß § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG

Mein GesundheitsBudget: Fünf Stufen von 300 bis 1.500 Euro

Das GesundheitsBudget ist der einzige echte Budgettarif im Generali-Portfolio. Mitarbeitende erhalten ein festes Jahresbudget, das sie flexibel für Gesundheitsleistungen einsetzen. Erstattet wird zu 100 Prozent bis zur jeweiligen Budgethöhe.

Gut zu wissen

Der Einstieg gelingt ab fünf Mitarbeitenden, ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten. Vorerkrankungen und laufende Behandlungen sind ab dem ersten Tag mitversichert.

Tabelle: Tarifstufen und Monatsbeiträge GesundheitsBudget

TarifstufeJahresbudgetMonatsbeitrag
GesundheitsBudget300300 Euro12,79 Euro
GesundheitsBudget600600 Euro21,48 Euro
GesundheitsBudget900900 Euro28,42 Euro
GesundheitsBudget12001.200 Euro35,74 Euro
GesundheitsBudget15001.500 Euro42,96 Euro

Was das Budget abdeckt:

  • Arznei- und Verbandmittel zu 100 Prozent, inkl. nicht verschreibungspflichtiger Präparate und gesetzlicher Zuzahlungen
  • Heilmittel wie Physiotherapie, Krankengymnastik und Massagen zu 100 Prozent
  • Hilfsmittel inkl. Hörgeräte unter Anrechnung einer Vorleistung
  • Sehhilfen bis 200 Euro je Kalenderjahr
  • LASIK und Augenlaser-Behandlungen zur Fehlsichtigkeitskorrektur
  • Heilpraktikerleistungen und Naturheilverfahren
  • Vorsorgeuntersuchungen ohne Altersbegrenzung und ohne vorgeschriebene Intervalle
  • Schutzimpfungen inkl. Reiseschutzimpfungen nach STIKO
  • Zahnprophylaxe bis 200 Euro pro Kalenderjahr, inkl. professioneller Zahnreinigung, Fluoridierung und Fissurenversiegelung
  • Krankenhaustagegeld von 10 Euro pro Tag

Wichtig: Zahnersatz, Kieferorthopädie und umfassende Zahnbehandlungen sind im GesundheitsBudget ausdrücklich nicht enthalten. Wer diese Leistungen braucht, muss den separaten ZahnSchutz-Baustein dazunehmen. Da sich dieser aber nicht mit dem GesundheitsBudget kombinieren lässt, ist in diesem Fall das Budget nicht die richtige Lösung, und man muss auf die Einzelbausteine ausweichen.

Kein Budgetübertrag ins Folgejahr, kein Ansparmechanismus. Nicht genutztes Budget verfällt am Jahresende vollständig. Eine Beitragsbefreiung bei Elternzeit, Pflegezeit und Arbeitsunfähigkeit über 6 Wochen ist enthalten, Sabbatical ist ausdrücklich ausgenommen.

Mein ZahnSchutz: Drei Erstattungsstufen für Zahnersatz

ZahnSchutz ist ein klassischer Baustein mit festen Erstattungssätzen für Zahnleistungen, die das GesundheitsBudget nicht abdeckt. Drei Stufen stehen zur Wahl:

LeistungZahnSchutz90ZahnSchutz80ZahnSchutz70
Zahnersatz inkl. Implantate, Inlays, Kronen (GKV-Versicherte)90 %80 %70 %
Zahnersatz (PKV-Versicherte)45 %40 %35 %
Zahnbehandlung, Parodontose, Füllungen, Wurzelbehandlung (GKV)90 %80 %70 %
Zahnbehandlung (PKV-Versicherte)45 %40 %35 %

Zusätzlich übernimmt Generali Gebühren über den GOZ-Höchstsätzen, wenn eine wirksame Honorarvereinbarung vorliegt. Bei PKV-Versicherten gilt die Gesamterstattung gemeinsam mit der PKV-Vollversicherung auf 100 Prozent begrenzt.

Beiträge ZahnSchutz: zwischen 9,41 und 29,12 Euro monatlich je nach gewählter Erstattungsstufe laut Fachpresse (Stand 2023).

Der Zusatzbaustein “Meine ZahnProphylaxe” erstattet professionelle Zahnreinigung, Fluoridierung und Fissurenversiegelung zu 100 Prozent bis 100 Euro pro Kalenderjahr, ist aber nur in Kombination mit einem weiteren Baustein buchbar, nicht eigenständig.

Mein VorsorgeSchutz: Umfangreiche Früherkennung bis 400 Euro

Der VorsorgeSchutz schließt die GKV-Lücke bei Vorsorgeleistungen und erstattet bis zu 400 Euro je Kalenderjahr. Monatsbeitrag laut Fachpresse: rund 9,51 Euro.

Patrick Steeger

Die Generali führe ich selten als Erstes an, und das liegt nicht am Produkt. Der Vertrieb läuft ausschließlich über die DVAG, damit fällt der offene Vergleich schwerer als bei Häusern mit eigenem Rechner.

Unterschrift Patrick Steeger

Erstattungsfähige Leistungen umfassen Präventionskurse nach § 20 SGB V, Schutzimpfungen nach STIKO und eine breite Palette an Vorsorgeuntersuchungen ohne Altersbegrenzung und ohne vorgeschriebene Intervalle:

  • Großer Gesundheits-Check-Up mit Belastungs-EKG, Lungenfunktion, Ultraschall und Bluttests
  • Herzinfarkt-Risikoeinschätzung
  • Osteoporose-Früherkennung per Knochendichtemessung
  • Glaukom-Vorsorge
  • Schlaganfall-Vorsorge per Doppler-Ultraschall der Halsschlagadern
  • Schilddrüsen-Check per Ultraschall
  • Brain-Check zur Demenz-Früherkennung
  • Makuladegeneration-Vorsorge
  • HIV-Test
  • Frauenspezifisch: Krebsvorsorge, Chlamydien-Test, Schwangerschaftsvorsorge inkl. Nackenfaltenmessung
  • Männerspezifisch: Nieren-, Blasen- und Hodenkrebsvorsorge, Prostata-Vorsorge inkl. PSA-Test

Mein KlinikSchutz: Privatpatienten-Status für GKV-Versicherte

Das ist der Baustein, bei dem die Generali am stärksten ist. KlinikSchutz gibt gesetzlich Versicherten den Status eines Privatpatienten im Krankenhaus: Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer, freie Krankenhauswahl. Die Leistungen im Einzelnen:

  • Chefarzt- und Spezialistenbehandlung, Erstattung über GOÄ-Höchstsätzen, inkl. vor- und nachstationärer Behandlung
  • Ein- oder Zweibettzimmer
  • Krankenhaustagegeld von 25 Euro täglich bei Verzicht auf Chefarztbehandlung, weitere 25 Euro täglich bei Verzicht auf Komfortzimmer
  • Kostenbeteiligung bei ambulanten Operationen
  • Begleitperson: Unterbringung und Verpflegung
  • Familienzimmer bei Entbindung
  • Grundgebühren für Telefon, TV und Internet
  • Krankentransport und Bergungskosten
  • Wunschverlegung in ein anderes Krankenhaus in Deutschland
  • Freie Wahl unter allen Krankenhäusern mit GKV-Zulassung

Beiträge KlinikSchutz: 23,50 bis 27,08 Euro monatlich für den vollen KlinikSchutz, ab 10 Mitarbeitenden laut Broschüre 29,84 Euro und ab 50 Mitarbeitenden 25,89 Euro. Die günstigere Unfallvariante KlinikSchutzUnfall kostet rund 4,49 Euro monatlich und leistet bei Unfällen, allerdings ohne Familienzimmer bei Entbindung.

Mein ReiseSchutz: Auslandsschutz für die ersten 60 Reisetage

ReiseSchutz deckt die ersten 60 Tage jeder privaten oder geschäftlichen Reise ab. Enthalten sind ambulante Heilbehandlungen und Krankenhausaufenthalte im Ausland, Schwangerschaftskomplikationen, schmerzstillende Zahnbehandlungen und provisorischer Zahnersatz, medizinisch sinnvoller Krankenrücktransport sowie 24/7-Telefon-Assistanceleistungen. Nur in Kombination mit einem weiteren Baustein buchbar.

Welche Vertragskonditionen gelten bei allen Generali-Tarifen?

Folgende Punkte gelten übergreifend:

  • Keine Gesundheitsprüfung, keine Wartezeiten
  • Laufende Behandlungen und Vorerkrankungen sofort mitversichert
  • Aufnahme zwischen 16 und 67 Jahren, je nach Quelle bis 70 Jahre
  • Familienmitversicherung ohne Gesundheitsprüfung innerhalb von 6 Monaten nach Vertragsbeginn
  • Beitragsbefreiung bei Elternzeit, Pflegezeit und Arbeitsunfähigkeit über 6 Wochen, kein Sabbatical
  • Ausschließlicher Vertrieb über DVAG-Berater, kein öffentlicher Online-Beitragsrechner
  • Arbeitgeber kann Beiträge zu 100 Prozent als Betriebsausgabe absetzen (§ 4 Abs. 4 EStG)

Kosten: Wie hoch sind die Beiträge der bKV-Tarife der Generali?

Im Marktvergleich liegt die Generali beim GesundheitsBudget im unteren bis mittleren Preissegment. Die 300-Euro-Stufe kostet 12,79 Euro monatlich, der Münchener Verein liegt bei 12,30 Euro, die SDK beim 500-Euro-AmbulantBudget bei 18,66 Euro. Generali ist damit preislich nah an den günstigsten Marktteilnehmern, bei den höheren Stufen zeigen sich leichte Abweichungen nach oben.

Gut zu wissen

Einen Budgetübertrag ins Folgejahr sieht die Generali nicht vor. Häuser wie die HanseMerkur bieten dafür einen Ansparmechanismus, der ungenutztes Budget mitnimmt.

Tabelle: Monatsbeiträge GesundheitsBudget pro Mitarbeiter

TarifstufeJahresbudgetMonatsbeitrag
GesundheitsBudget300300 Euro12,79 Euro
GesundheitsBudget600600 Euro21,48 Euro
GesundheitsBudget900900 Euro28,42 Euro
GesundheitsBudget12001.200 Euro35,74 Euro
GesundheitsBudget15001.500 Euro42,96 Euro

Tabelle: Monatsbeiträge ZahnSchutz pro Mitarbeiter

TarifstufeErstattungssatz ZahnersatzMonatsbeitrag ca.
ZahnSchutz9090 %ca. 29,12 Euro
ZahnSchutz8080 %ca. 19 Euro
ZahnSchutz7070 %ca. 9,41 Euro

Quelle: Fachpresse, Stand 2023

Tabelle: Monatsbeiträge Einzelbausteine pro Mitarbeiter

BausteinLeistungsumfangMonatsbeitrag
VorsorgeSchutzVorsorgeuntersuchungen bis 400 Euro/Jahrca. 9,51 Euro
KlinikSchutz (ab 10 MA)Chefarzt, Ein-/Zweibettzimmer, alle Erkrankungen29,84 Euro
KlinikSchutz (ab 50 MA)Chefarzt, Ein-/Zweibettzimmer, alle Erkrankungen25,89 Euro
KlinikSchutz MarktbandChefarzt, Ein-/Zweibettzimmer, alle Erkrankungen23,50–27,08 Euro
KlinikSchutzUnfallChefarzt, Ein-/Zweibettzimmer, nur bei Unfallca. 4,49 Euro
ZahnProphylaxePZR, Fluoridierung bis 100 Euro/Jahrnur als Kombibaustein
ReiseSchutzAuslandsschutz erste 60 Reisetagenur als Kombibaustein

Drei Kombinationsbeispiele aus der offiziellen Generali-Broschüre zeigen, wie stark der Gesamtbeitrag von der Bausteinkombination abhängt:

  • GesundheitsBudget1500 plus KlinikSchutz plus ZahnProphylaxe90: 97,96 Euro monatlich
  • Kombination mit ZahnSchutz90: 45,20 Euro monatlich
  • Günstigere Variante mit ZahnSchutz90: 26,53 Euro monatlich

Für die Sachbezugsplanung relevant: Das GesundheitsBudget1500 liegt mit 42,96 Euro noch unter der 50-Euro-Freigrenze. Sobald ein weiterer Baustein dazukommt, überschreiten viele Kombinationen diese Grenze und müssen steuerlich separat behandelt werden.

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Patrick Steeger, bKV-Experte

Wie gut sind die bKV-Tarife der Generali?

Solide im Marktmittelfeld. Das klingt nach einer diplomatischen Aussage, ist aber eine präzise Einordnung basierend auf dem Leistungs-Score von 6,5 von 10 Punkten, den ein spezialisiertes bKV-Vergleichsportal der Generali gegeben hat.

Womit überzeugt die Generali im bKV-Marktvergleich?

Wer bei der Generali genauer hinschaut, findet vor allem beim KlinikSchutz ein Produkt, das sich sehen lassen kann. Für GKV-versicherte Mitarbeitende ist das die direkteste Möglichkeit, im Krankenhaus wie ein Privatpatient behandelt zu werden, mit Chefarzt, Komfortzimmer und freier Krankenhauswahl, ohne dafür in eine vollständige Privatkrankenversicherung wechseln zu müssen. Dass Vorerkrankungen und laufende Behandlungen sofort mitversichert sind, ist ein weiterer Pluspunkt, der nicht alle Anbieter auszeichnet. Und das Vorsorge-Portfolio ist eines der umfangreichsten im Markt, von der Knochendichtemessung bis zum Brain-Check. Was die Generali im Marktvergleich stark macht:

  • KlinikSchutz mit starken Leistungen: Chefarzt, Komfortzimmer, Familienzimmer bei Entbindung, Krankenhaustagegeld, Wunschverlegung und Rücktransport zu moderaten Beiträgen von 23,50 bis 29,84 Euro monatlich
  • Vorerkrankungen und laufende Behandlungen sofort mitversichert: Das ist im Markt keineswegs bei allen Anbietern Standard und ein echter Vorteil für Arbeitgeber, deren Belegschaft unmittelbaren Bedarf hat
  • Vorsorge-Score 3 von 3 im Vergleichsportal: Die Abdeckung bei Vorsorgeuntersuchungen und Heil- und Hilfsmitteln (5 von 5) ist vollständig
  • VorsorgeSchutz-Baustein mit sehr breitem Untersuchungskatalog: Brain-Check, Demenz-Früherkennung, PSA-Test, Nackenfaltenmessung, das sind Leistungen, die in Mitarbeitergesprächen gut ankommen
  • Günstige Einstiegsbeiträge: 12,79 Euro für 300 Euro Jahresbudget, im unteren Marktbereich
  • Bekannter Konzernname: Für Arbeitgeber, die Wert auf einen vertrauten Namen legen, ist das ein nicht zu unterschätzendes Argument

Wo stößt die Generali im Vergleich zu anderen Anbietern an ihre Grenzen?

So klar die Stärken beim Klinikschutz sind, so deutlich sind die strukturellen Schwachstellen beim Budget. Der Leistungs-Score von 6,5 von 10 Punkten ist kein schlechtes Ergebnis, aber er zeigt, wo die Generali Boden verliert: bei Zahnleistungen im Budgettarif, bei den Kombinationsverboten zwischen den Bausteinen und bei der Transparenz für Arbeitgeber, die selbst vergleichen wollen. Das Metzler-Finanzstabilitätsrating “B” ist ein Punkt, den ich in der Beratung klar anspreche, auch wenn er primär die Voll-PKV betrifft. Hier sind die Grenzen im Einzelnen:

  • Kein Budgetübertrag und kein Ansparmechanismus: Ungenutztes Budget verfällt am Jahresende vollständig. Die HanseMerkur bietet nach leistungsfreien Jahren bis zu 50 Prozent mehr Budget, das ist bei der Generali nicht möglich
  • Zahnleistungen im Budgettarif weitgehend ausgeschlossen: Im Vergleichsportal erreicht das GesundheitsBudget beim Zahn nur 1 von 6 Leistungsmerkmalen. Wer Zahnschutz will, muss auf separate Bausteine ausweichen, aber ZahnSchutz und GesundheitsBudget lassen sich nicht kombinieren
  • Kombinationszwänge schränken ein: ReiseSchutz und ZahnProphylaxe sind nicht eigenständig buchbar, ZahnSchutz und VorsorgeSchutz nicht mit dem GesundheitsBudget kombinierbar. Das reduziert die tatsächliche Flexibilität
  • Kein öffentlicher Beitragsrechner: Wer schnell vergleichen möchte, muss einen DVAG-Berater kontaktieren. Anbieter wie HanseMerkur oder DKV sind transparenter aufgestellt
  • Finanzstabilitätsbewertung “B” bei Metzler Ratings: Im Vergleich der PKV-Gesellschaften 2023 landete Generali damit auf dem letzten Platz, schlechter als Allianz und Inter (AA+) oder Continentale und ERGO (A+). Das Rating bezieht sich auf die Voll-PKV, läuft aber über dieselbe Risikoträgergesellschaft wie die bKV
  • Service- und Assistance-Score 2 von 6 im Vergleichsportal: Im Servicebereich liegt Generali deutlich hinter spezialisierten bKV-Anbietern

Unsere Erfahrungen: Wie gut schneidet die Generali im bKV-Anbietervergleich ab?

Ich sehe die Generali als passable Option für Arbeitgeber, die mit einem bekannten Namen arbeiten möchten und bei denen die Klinikabsicherung im Vordergrund steht. Wer für seine GKV-versicherten Mitarbeitenden einfach Chefarzt und Komfortzimmer anbieten will, findet im KlinikSchutz ein gut ausgestattetes Produkt zu fairen Beiträgen.

Wo ich zögere: Das Finanzstabilitätsrating “B” ist ein Punkt, den ich in der Beratung anspreche. Es geht um einen langfristigen Kollektivvertrag, und die Kapitalanlagequalität des Versicherers ist kein nebensächlicher Faktor. Andere Anbieter stehen hier stabiler da. Das allein macht Generali nicht zur falschen Wahl, aber es sollte in die Abwägung einfließen.

Gut zu wissen

Metzler-Ratings bewertet die Finanzstabilität mit B, dem letzten Rang unter den untersuchten Gesellschaften. Wer langfristig plant, sollte diesen Punkt im Gespräch ansprechen.

Das Kombinationsverbot zwischen GesundheitsBudget und ZahnSchutz ist in der Praxis eine echte Einschränkung. Wer beides will, und das wollen die meisten Arbeitgeber, muss bei Generali anders vorgehen als bei einem Anbieter wie HanseMerkur oder SDK, wo Budget und Zahnbaustein frei kombinierbar sind.

Meine Empfehlung

Generali passt gut, wenn Ihr Unternehmen folgende Kriterien erfüllt:

  • Stationäre Absicherung mit Chefarzt, Komfortzimmer und umfangreichen Begleitleistungen steht im Vordergrund
  • Sie schätzen einen bekannten Versicherungskonzern mit breiter Marktpräsenz
  • Vorsorgeuntersuchungen mit sehr breitem Untersuchungskatalog sind Ihnen wichtig
  • Sie haben mindestens 5 Mitarbeitende und wollen Vorerkrankungen sofort mitversichert sehen
  • Der Vertriebsweg über DVAG-Berater passt zu Ihrer Art, Versicherungsfragen zu klären

Generali passt weniger gut, wenn Sie folgendes brauchen:

  • Ein flexibles Budgetmodell mit Zahnschutz aus einem Topf
  • Einen Ansparmechanismus oder Budgetübertrag für leistungsarme Jahre
  • Maximale Transparenz mit öffentlichem Beitragsrechner ohne Beratungsumweg
  • Ein Top-Finanzstabilitätsrating des Versicherers als Entscheidungskriterium
  • Einen Anbieter mit hohem Service-Score und umfangreichen Assistance-Leistungen

Mein Gesamturteil: Generali ist solide und kein schlechter Anbieter. Aber für Unternehmen, die entweder maximale Budgetflexibilität oder sehr hohe Leistungstiefe bei Zahn suchen, gibt es im deutschen bKV-Markt bessere Alternativen. Wer dagegen hauptsächlich Klinikschutz und Vorsorge anbieten möchte und mit dem DVAG-Vertriebsweg gut zurechtkommt, bekommt bei der Generali ein funktionierendes Produkt zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Patrick Steeger

Ohne Budgetübertrag verfällt am Jahresende, was niemand genutzt hat. Wer seine Belegschaft nicht aktiv daran erinnert, verschenkt hier Jahr für Jahr einen Teil des Beitrags.

Unterschrift Patrick Steeger

Wie sich die Generali gegen die übrigen Häuser schlägt, sehen Sie im bKV-Anbietervergleich, die Tarife im Einzelnen stehen im Anbieterprofil der Generali.

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Häufige Fragen

Welche bKV-Tarife können Unternehmen bei der Generali wählen?
Die Generali denkt ihre bKV als Baukasten. Arbeitgeber wählen die Bausteine, die zu ihrer Belegschaft passen, und kombinieren sie zu einem Gesamtpaket. Das klingt flexibel, hat aber einige Einschränkungen, die man kennen muss: Das GesundheitsBudget lässt sich nicht mit ZahnSchutz oder VorsorgeSchutz kombinieren, weil es Leistung...
Kosten: Wie hoch sind die Beiträge der bKV-Tarife der Generali?
Im Marktvergleich liegt die Generali beim GesundheitsBudget im unteren bis mittleren Preissegment. Die 300-Euro-Stufe kostet 12,79 Euro monatlich, der Münchener Verein liegt bei 12,30 Euro, die SDK beim 500-Euro-AmbulantBudget bei 18,66 Euro.
Wie gut sind die bKV-Tarife der Generali?
Solide im Marktmittelfeld. Das klingt nach einer diplomatischen Aussage, ist aber eine präzise Einordnung basierend auf dem Leistungs-Score von 6,5 von 10 Punkten, den ein spezialisiertes bKV-Vergleichsportal der Generali gegeben hat.
Womit überzeugt die Generali im bKV-Marktvergleich?
Wer bei der Generali genauer hinschaut, findet vor allem beim KlinikSchutz ein Produkt, das sich sehen lassen kann. Für GKV-versicherte Mitarbeitende ist das die direkteste Möglichkeit, im Krankenhaus wie ein Privatpatient behandelt zu werden, mit Chefarzt, Komfortzimmer und freier Krankenhauswahl, ohne dafür in eine vollständig...
Wo stößt die Generali im Vergleich zu anderen Anbietern an ihre Grenzen?
So klar die Stärken beim Klinikschutz sind, so deutlich sind die strukturellen Schwachstellen beim Budget. Der Leistungs-Score von 6,5 von 10 Punkten ist kein schlechtes Ergebnis, aber er zeigt, wo die Generali Boden verliert: bei Zahnleistungen im Budgettarif, bei den Kombinationsverboten zwischen den Bausteinen und bei der Tra...
bKV-Experte Patrick Steeger berät Unternehmen zur betrieblichen Krankenversicherung
Über den Autor
Patrick Steeger
Geschäftsführer & Versicherungsmakler (§ 34d GewO)

Patrick Steeger ist BDSF-zertifizierter Sachverständiger für die betriebliche Krankenversicherung, Versicherungsmakler (§ 34d GewO) und Geschäftsführer der bKV Firmenservice in Hamburg. Seit 2015 ist er auf die bKV spezialisiert und begleitet Unternehmen ungebunden und anbieterübergreifend. Seine Vergütung tragen die Versicherer, für Unternehmen entstehen keine Zusatzkosten.

BDSF-zertifizierter Sachverständiger für bKV (Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter)
Geschäftsführer der bKV Firmenservice (Brandbenefits GmbH, Hamburg)
Betriebswirt (FH Osnabrück) mit Schwerpunkt Personal und Finanzen
Über 12 Jahre Markterfahrung, seit 2015 auf die bKV spezialisiert
Über 250 ungebunden geprüfte Tarifkombinationen
Fachautor zu bKV-Themen, unter anderem für business-wissen.de
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