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Betriebliche Krankenversicherung und Sehhilfen: Was wird übernommen?

Alles, was Geschäftsführer über die bKV wissen müssen, einfach erklärt.

Patrick Steeger
Geschäftsführer & Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Zuletzt aktualisiert
11. September 2026
Lesezeit
11 Min.
Mann mit Brille arbeitet im Großraumbüro konzentriert am Monitor

Zwei von drei Erwachsenen in Deutschland tragen eine Brille. Die GKV zahlt dabei Erwachsenen praktisch nichts, denn der gesetzliche Anspruch auf Sehhilfen besteht nur bei Refraktionsfehlern von mehr als 6 Dioptrien oder einer schweren Sehbeeinträchtigung. Wer eine normale Kurz- oder Weitsichtigkeit hat, zahlt seine Brille vollständig selbst. Im rechnerischen Schnitt sind das rund 487 Euro je Brille, bei Gleitsicht deutlich mehr.

Genau hier greift die bKV. Als Sachbezug bis 50 Euro monatlich steuer- und sozialabgabenfrei finanziert, schließt sie die Lücke, die GKV und Arbeitgeberpflicht offenlassen.

Das Wichtigste vorab:

  • 64 Prozent aller Erwachsenen ab 16 Jahren tragen eine Brille, in der Altersgruppe 45 bis 59 Jahre sind es 72 Prozent (KGS/Allensbach-Brillenstudie 2024/25)
  • GKV zahlt Erwachsenen Sehhilfen nur bei Refraktionsfehlern über 6 Dioptrien (Myopie/Hyperopie) oder 4 Dioptrien Astigmatismus, Brillengestelle sind gesetzlich ausdrücklich ausgeschlossen (§ 33 SGB V)
  • Arbeitgeber sind nur zur Bildschirmarbeitsbrille verpflichtet, in einfachster Ausführung, arbeitsplatzgebunden, nach positivem Vorsorgeergebnis
  • Die bKV schließt diese Lücke: Je nach Tarif werden zwischen 180 Euro und 100 Prozent der Sehhilfen-Kosten bis zur Budgethöhe erstattet
  • Sehhilfen-Sublimit ist die entscheidende Kennzahl für den Tarifvergleich, nicht die beworbene Budgethöhe

Übernimmt die betriebliche Krankenversicherung Leistungen zur Sehhilfe?

Ja. Sehhilfen sind in nahezu allen modernen bKV-Budgettarifen enthalten. Was sich unterscheidet, ist das Wie: Manche Anbieter arbeiten mit festen Euro-Sublimits, andere mit prozentualen Erstattungsquoten bis zur vollen Budgethöhe. Das macht in der Praxis einen erheblichen Unterschied, besonders bei Gleitsicht.

Als Hintergrund: Der Augenoptik-Branchenumsatz lag 2025 bei 7,025 Milliarden Euro (ZVA-Branchenbericht 2025/2026). 45 Prozent des Glasabsatzes entfällt auf Mehrstärkengläser, die aber 75 Prozent des Gläserumsatzes ausmachen. Bei Belegschaften mit Altersschwerpunkt 45 plus greift ein Sublimit von 180 Euro bei einer Gleitsichtbrille nur noch symbolisch.

Welche Brillenkosten übernimmt die bKV, die GKV und Arbeitgeber nicht abdecken?

Brillen sind der Bereich, in dem die GKV-Lücke am größten ist. Was die GKV leistet, sind Festbeträge von 10 bis maximal 39,19 Euro je Glas, und das nur bei Anspruch. Gestelle sind gesetzlich ausdrücklich ausgeschlossen.

Was der Arbeitgeber leisten muss, ist noch enger gefasst: nur eine Bildschirmarbeitsbrille in einfachster Ausführung, als Arbeitgebereigentum, nur nach positivem Vorsorgeergebnis.

Tabelle: Arbeitgeberpflicht bei der Bildschirmarbeitsbrille nach ArbMedVV und BAuA

AuslöserFeststellung in der arbeitsmedizinischen Angebotsvorsorge: spezielle Sehhilfe notwendig, normale Sehhilfe nicht geeignet
EigentumBrille bleibt Eigentum des Arbeitgebers, nur am Arbeitsplatz bereitzustellen
ErstattungsumfangEinfache Fassung, einfach entspiegelte Silikatgläser, in der Regel Einstärkenbrille
MehrstärkenbrilleNur bei Arbeitsplätzen mit stetem Wechsel Bildschirm/Textvorlage nach betriebsärztlicher Prüfung
KostentragungKosten dürfen nach § 3 Abs. 3 ArbSchG nicht auf Beschäftigte abgewälzt werden

Die bKV schließt genau das ab, was GKV und Arbeitgeberpflicht offenlassen.

LeistungGKVArbeitgeberpflichtLücke für die bKV
Alltagsbrille GläserNur über 6 dpt, dann Festbetrag ab 10 Euro je GlasNeinVollständig privat
BrillengestellAusdrücklich nicht umfasst (§ 33 SGB V)Nur einfache Fassung, ArbeitgebereigentumVollständig privat
GleitsichtbrilleKein RegelanspruchNur Ausnahmefall nach betriebsärztlicher PrüfungGrößte Kostenlücke: 45 % Glasabsatz, 75 % Gläserumsatz (ZVA)
KontaktlinsenNur medizinisch zwingende AusnahmefälleNein5 % der Bevölkerung nutzen Kontaktlinsen (ZVA-Brillenstudie 2024)
VeredelungenMehrkosten selbst zu tragenNur einfache EntspiegelungPrivat
Sonnenbrille mit SehstärkeNeinNeinØ-Ausgabe 159 Euro mit Korrektionsgläsern
ZweitbrilleNeinBrille bleibt Arbeitgebereigentum35 % nennen Zweitbrille „zu teuer”
Refraktive Chirurgie LASIKNeinNeinBei allen drei untersuchten Tarifen abgedeckt

Was das für die bKV-Wahl bedeutet: Das Sehhilfen-Sublimit ist die entscheidende Kennzahl, nicht die beworbene Budgethöhe. Ein 180-Euro-Sublimit deckt bei einer 487-Euro-Durchschnittsbrille 37 Prozent der Kosten. Bei einer Gleitsichtbrille im oberen Segment noch weniger.

Gut zu wissen

Die Bildschirmarbeitsbrille bleibt Eigentum des Unternehmens und darf den Arbeitsplatz nicht verlassen. Eine über die bKV finanzierte Brille gehört der Person, die sie trägt, und lässt sich auch privat nutzen. Genau dieser Unterschied kommt in der Belegschaft an.

Was leistet die bKV bei Kontaktlinsen und Pflegemitteln?

Kontaktlinsen sind in vielen bKV-Tarifen unter dem Oberbegriff “Sehhilfen” mitversichert, ohne separate Sublimits. Bei der Hallesche ist das ausdrücklich im Infoblatt zur Tarifübersicht bestätigt. Bei der HanseMerkur gilt nach dem Bedingungswerk der Oberbegriff “Sehhilfen” ohne Einzeldifferenzierung nach Glastyp. Bei der Allianz werden Kontaktlinsen öffentlich neben Brillen benannt.

Pflegemittel für Kontaktlinsen sind in den meisten Tarifen nicht erstattungsfähig. Das ist ein häufig übersehener Punkt in der Kommunikation an Mitarbeitende: Der bKV-Vorteil liegt im Kauf der Linsen, nicht in der laufenden Pflege.

Werden Sonnenbrillen mit Sehstärke von der bKV erstattet?

Das ist der Bereich mit den größten Unterschieden zwischen den Anbietern. Sonnenbrillen mit Korrektionsgläsern, also Sonnenbrillen mit individueller Sehstärke, kosten laut ZVA-Brillenstudie 2024 durchschnittlich 159 Euro. Nicht alle Tarife decken sie ab.

Hallesche FEELfree ist der einzige der drei untersuchten Anbieter, bei dem Sonnenbrillen mit Sehstärke und Bildschirmarbeitsbrillen mit Sehstärke ausdrücklich im Infoblatt zur Tarifübersicht (Infoblatt BGR 6701) genannt sind. Bei HanseMerkur gilt der Oberbegriff “Sehhilfen” ohne Einzeldifferenzierung, Sonnenbrillen sind damit nicht ausdrücklich ausgeschlossen, aber auch nicht ausdrücklich eingeschlossen. Bei Allianz sind nur “Brillen” und “Kontaktlinsen” öffentlich benannt.

Wer für eine Außendienst-Belegschaft oder eine Belegschaft mit viel Outdoor-Tätigkeit eine bKV wählt und Sonnenbrillen ein relevanter Punkt sind, sollte das konkret im Bedingungswerk prüfen und nicht auf den beworbenen Leistungsumfang vertrauen.

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Tarifübersicht: Das übernehmen bKV-Budgettarife bei Sehhilfen

Drei Anbieter, drei grundlegend verschiedene Konstruktionen. Die Entscheidung hängt nicht allein am Beitrag, sondern daran, welches Sehhilfen-Limit realistisch die Kosten Ihrer Belegschaft abdeckt.

Allianz MeineGesundheit

Die Allianz arbeitet ohne interne Euro-Sublimits für Sehhilfen. Die Erstattung erfolgt bis zur vollen Budgethöhe. Wählbar sind drei Sehhilfen-Varianten:

VarianteErstattung Brillen und KontaktlinsenErstattung LASIKBesonderheit
Sehhilfe (Standard, im Budget)75 % bis Budgethöhe100 % bis BudgethöheIm regulären Budget enthalten
Sehhilfe Extra75 % bis separatem Extrabudget100 % bis ExtrabudgetZusatzbudget analog zur Budgetstufe
Sehhilfe 100100 % bis Budgethöhe100 % bis BudgethöheVolle Erstattung ohne Quotenabzug

Bei einem 600-Euro-Budget und der Option “Sehhilfe 100” werden bis zu 600 Euro für Brillen, Kontaktlinsen oder LASIK erstattet. Das ist die höchste Sehhilfen-Erstattung unter den drei Anbietern, wenn das Budget nicht durch andere Leistungen ausgeschöpft ist. Der Nachteil: Wer das Budget für Zahnersatz oder Heilmittel einsetzt, hat für Sehhilfen weniger übrig.

Tabelle: Monatsbeiträge Allianz MeineGesundheit nach Budgethöhe

JahresbudgetNur MeineGesundheit+ Sehhilfe Extra+ RundumZahn 70Kombiniert
300 Euro13,90 Euro15,90 Euro24,90 Euro26,90 Euro
600 Euro22,90 Euro24,90 Euro32,90 Euro35,90 Euro
900 Euro32,90 Euro35,90 Euro41,90 Euro44,90 Euro
1.200 Euro41,90 Euro45,90 Euro48,90 Euro53,90 Euro
1.500 Euro49,90 Euro53,90 Euro53,90 Euro58,90 Euro

Quelle: Allianz, Beitragsgarantie bis 31.12.2026

Hinweis: Das öffentliche Bedingungswerk der Allianz ist nicht direkt abrufbar, sondern nur über den Vermittler oder die Firmenkundenbetreuung erhältlich. Was öffentlich benannt ist: “Brillen”, “Kontaktlinsen” und “operative Sehschärfenkorrektur”. Sonnenbrillen, Bildschirmarbeitsbrillen, Pflegemittel und Fristen sind öffentlich nicht spezifiziert.

Hallesche FEELfree und FEELfree:up

Hallesche setzt ein festes Sublimit von 180 Euro jährlich, das über alle fünf Budgetstufen identisch bleibt. Das Budget selbst skaliert, das Sehhilfen-Limit nicht. Bei einem 1.500-Euro-Budget können trotzdem nur maximal 180 Euro für Sehhilfen abgerufen werden.

Dafür hat Hallesche die präziseste Leistungsdefinition der drei Anbieter: Sonnenbrillen mit Sehstärke und Bildschirmarbeitsbrillen mit Sehstärke sind im Infoblatt zur Tarifübersicht (BGR 6701) für FEELfree ausdrücklich aufgeführt. Für FEELfree:up gelten diese expliziten Nennungen nicht, das Infoblatt BGR 6407 nennt dort nur “Brillen und Kontaktlinsen” sowie brechkraftverändernde Augenoperationen.

Wichtiger LASIK-Hinweis: Anders als bei HanseMerkur BKBT gilt das 180-Euro-Limit bei Hallesche für Sehhilfen und refraktive Chirurgie gemeinsam. Der Wortlaut lautet ausdrücklich “sowie Augenoperationen zur Brechkraftveränderung (z. B. Lasik) für bis zu 180 € jährlich”. Eine LASIK-Behandlung wird damit im Hallesche-Budgettarif praktisch nur symbolisch bezuschusst.

Tabelle: Monatsbeiträge FEELfree und FEELfree:up nach Budget

JahresbudgetFEELfreeFEELfree_plusFEELfree:upFEELfree:up:plusMax. Budget FEELfree:up nach 4 JahrenSehhilfen-Sublimit
300 Euro9,95 Euro12,99 Euro14,50 Euro18,61 Euro500 Euro180 Euro/Jahr
600 Euro19,75 Euro22,88 Euro25,67 Euro29,64 Euro800 Euro180 Euro/Jahr
900 Euro28,27 Euro32,75 Euro35,30 Euro39,53 Euro1.100 Euro180 Euro/Jahr
1.200 Euro36,16 Euro41,96 Euro44,22 Euro49,14 Euro1.400 Euro180 Euro/Jahr
1.500 Euro42,24 Euro49,00 Euro49,92 Euro56,03 Euro1.700 Euro180 Euro/Jahr

Quelle: Hallesche, Infoblätter BGR 840, BGR 6407, BGR 6409, BGR 6701

Der Budget-Erhöhungsmechanismus beim FEELfree:up: Wer das Budget ausschöpft, bekommt es im Folgejahr um 50 Euro erhöht, bis maximal +200 Euro nach vier Jahren. Für Sehhilfen ist dieser Bonus wirkungslos, da das 180-Euro-Sublimit unabhängig von der Budgethöhe gilt. Auch die Grundbudgetverdoppelung bei Arbeitsunfall mit stationärem Aufenthalt greift beim Sehhilfen-Sublimit nicht.

Hallesche bietet außerdem einen separaten Sehhilfen-Baustein (Tarif S), der aber ausdrücklich nicht mit den FEELfree-Tarifen kombinierbar ist. Eine Aufstockung des 180-Euro-Limits über diesen Weg ist also ausgeschlossen.

Tarif S StufeHöchsterstattungIntervallMonatsbeitrag
160 EuroAlle 2 Jahre1,42 Euro
2120 EuroAlle 2 Jahre2,83 Euro
3180 EuroAlle 2 Jahre4,06 Euro
4240 EuroAlle 2 Jahre5,30 Euro

Das Mindestkollektiv für Hallesche liegt bei 10 Mitarbeitenden, doppelt so hoch wie bei Allianz und HanseMerkur.

Gut zu wissen

Fragen Sie im Angebot nach dem Sehhilfen-Limit in Euro. Die beworbene Budgethöhe sagt darüber nichts aus: Zwei Tarife mit identischem 600-Euro-Budget erstatten bei derselben Brille einmal 180 Euro und einmal 450 Euro. Der Wert steht selten im Angebotsblatt und fast immer im Infoblatt zur Tarifübersicht.

HanseMerkur BKB und BKBT

HanseMerkur staffelt das Sehhilfen-Sublimit mit der Budgetstufe und unterscheidet dabei klar zwischen dem Basis-Budgettarif BKB und dem Top-Tarif BKBT. Das ist die strukturell differenzierteste Lösung der drei Anbieter.

Tabelle: Sehhilfen-Sublimits HanseMerkur nach Tarif und Budgethöhe

JahresbudgetBKB Sehhilfen-LimitBKBT Sehhilfen-LimitBKBT LASIK
300 Euro200 Euro/Jahr250 Euro/JahrBis zur vollen Budgethöhe
600 Euro200 Euro/Jahr250 Euro/JahrBis zur vollen Budgethöhe
900 Euro250 Euro/Jahr350 Euro/JahrBis zur vollen Budgethöhe
1.200 Euro275 Euro/Jahr400 Euro/JahrBis zur vollen Budgethöhe
1.500 Euro300 Euro/Jahr450 Euro/JahrBis zur vollen Budgethöhe
1.700 Euro300 Euro/Jahr450 Euro/JahrBis zur vollen Budgethöhe

Quelle: HanseMerkur, Produktüberblick BKB und BKBT

Besonderheit beim BKBT: Refraktive Eingriffe wie LASIK werden bis zur vollen Budgethöhe erstattet, ohne Zweijahresregel und ohne das Sehhilfen-Sublimit anzurechnen. Das macht den BKBT für Belegschaften mit jungen Mitarbeitenden, die eine Laserkorrektur erwägen, strukturell attraktiv.

Tabelle: Monatsbeiträge HanseMerkur BKB und BKBT (Richtwerte aus Vergleichsportalen und Maklerunterlagen)

JahresbudgetBKB ca./MonatBKBT ca./Monat
300 Euroab 9,90 Euroab 10,90 Euro
600 Euro17,90 bis 18,90 Euro19,90 bis 20,90 Euro
900 Euro23,90 bis 24,90 Euro26,90 bis 27,90 Euro
1.200 Euro28,90 bis 29,90 Euroca. 32,90 Euro
1.500 Euro33,90 bis 34,90 Euro37,90 bis 38,90 Euro
1.700 Euroca. 37,90 Euroca. 41,90 Euro

Gesamtvergleich Sehhilfen der drei Anbieter

Erstattungsszenario: Was erstatten die Tarife bei einer 487-Euro-Durchschnittsbrille (rechnerisch aus ZVA-Branchenbericht 2025/2026: 5,733 Mrd. Euro Brillenoptikumsatz geteilt durch 11,77 Mio. verkaufte Brillen)? Bezugsgröße ist das 600-Euro-Budget:

Tarif (Budget 600 Euro)Erstattung bei 487-Euro-BrilleDeckungsquoteMonatsbeitragJahresbeitrag AG
Allianz Sehhilfe Standard (75 %)365,25 Euro75 %22,90 Euro274,80 Euro
Allianz Sehhilfe 100487,00 Euro100 %30,90 Euro370,80 Euro
Hallesche FEELfree180,00 Euro37 %19,75 Euro237,00 Euro
HanseMerkur BKB225,00 Euro46 %17,90 Euro214,80 Euro
HanseMerkur BKBT300,00 Euro62 %19,90 Euro238,80 Euro

Bei Gleitsichtgläsern, die 45 Prozent des Glasabsatzes aber 75 Prozent des Gläserumsatzes ausmachen, verschlechtert sich die Deckungsquote bei Fixsublimits weiter. Ein 180-Euro-Limit deckt eine Gleitsichtbrille im mittleren Segment kaum noch relevant ab.

Vollständiger Beitragsvergleich über alle Budgetstufen (alle Anbieter):

BudgetstufeAllianz BasisAllianz + Sehhilfe 100Hallesche FEELfreeHallesche FEELfree:upHanseMerkur BKBHanseMerkur BKBT
300 Euro13,90 Euro17,90 Euro9,95 Euro14,50 Euro9,90 Euro10,90 Euro
600 Euro22,90 Euro30,90 Euro19,75 Euro25,67 Euro17,90 Euro19,90 Euro
900 Euro32,90 Euro44,90 Euro28,27 Euro35,30 Euro23,90 Euro26,90 Euro
1.200 Euro41,90 Euro59,90 Euro36,16 Euro44,22 Euro28,90 Euro32,90 Euro
1.500 Euro49,90 Euro69,90 Euro42,24 Euro49,92 Euro33,90 Euro37,90 Euro
1.700 Euronicht angebotennicht angebotennicht angebotennicht angeboten37,90 Euro41,90 Euro

HanseMerkur ist auf jeder Budgetstufe der preisgünstigste Anbieter. Die Allianz mit Sehhilfe 100 beim 1.500-Euro-Budget kostet 69,90 Euro, der HanseMerkur BKBT/1.500 liegt bei 37,90 Euro, bietet aber maximal 450 Euro statt 1.500 Euro Sehhilfen-Erstattung. Welche Variante günstiger ist, hängt davon ab, wie hoch der tatsächliche Sehhilfen-Bedarf der Belegschaft ist.

Patrick Steeger

Der günstigste Beitrag hilft niemandem, wenn am Ende 180 Euro für eine Brille ankommen, die 487 Euro gekostet hat. Ich rechne Unternehmen deshalb immer beides vor, den Jahresbeitrag und die tatsächliche Erstattung für den häufigsten Fall in ihrer Belegschaft.

Unterschrift Patrick Steeger

Entscheidungslogik: Bei älteren, gleitsichtaffinen Belegschaften mit hohem Bildschirmanteil rechtfertigt der tatsächliche Kostenbedarf ein Quotenmodell ohne Sublimit oder ein hohes gestaffeltes Sublimit. Bei jungen Belegschaften ist refraktive Chirurgie das wirksamere Argument. Bei Außendienst-Belegschaften mit Outdoor-Anteil ist die ausdrückliche Einbeziehung von Sonnenbrillen mit Sehstärke der entscheidende Differenzierer.

Was kostet eine bKV?

Die Frage lässt sich ohne Kenntnis der Belegschaftsstruktur nicht pauschal beantworten, aber die Bandbreite der bKV-Kosten ist klar. Für das 600-Euro-Budget liegt der Marktbereich zwischen 9,95 Euro monatlich (Hallesche FEELfree) und 24,90 Euro (Allianz MeineGesundheit mit Sehhilfe Extra). Alle Beiträge sind altersunabhängig kalkuliert.

Tabelle: Beitragsübersicht 600-Euro-Budget im Dreiervergleich

AnbieterTarifMonatsbeitrag 600 EuroSehhilfen-LimitEinstieg ab
HallescheFEELfree19,75 Euro180 Euro/Jahr10 MA
AllianzMeineGesundheit22,90 Euro75 % bis 600 Euro (= 450 Euro)5 MA
HanseMerkurBKB17,90 bis 18,90 Euro200 Euro/Jahr5 MA
HanseMerkurBKBT19,90 bis 20,90 Euro250 Euro/Jahr + LASIK bis Budget5 MA

Steuerlich gilt: Beiträge bis 50 Euro monatlich pro Mitarbeitendem sind als Sachbezug steuer- und sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 S. 11 EStG), wenn der Arbeitgeber Versicherungsnehmer ist und monatlich direkt an den Versicherer zahlt. Alle Tarife in der 600-Euro-Stufe liegen deutlich unter dieser Grenze.

Gut zu wissen

Bei den 50 Euro handelt es sich um eine Freigrenze. Wird sie um einen Cent überschritten, versteuern Sie den gesamten Betrag ab dem ersten Euro. Ein Tankgutschein zählt dabei genauso mit wie das Jobticket, beides schmälert den Spielraum für die bKV.

Für Arbeitgeber, die ausschließlich Sehhilfen als Einstieg in einen bKV-Benefit ermöglichen wollen, ist der HanseMerkur BKB der günstigste Einstieg mit substanziellem Sehhilfen-Limit. Wer eine Gleitsicht-Belegschaft optimal versorgen will, kommt um einen Tarif ohne Euro-Sublimit oder mit hohem gestaffeltem Limit nicht herum. Sprechen Sie mich an, dann vergleiche ich die passenden Tarife für Ihre konkrete Belegschaftssituation.

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Häufige Fragen

Was ist ein Sehhilfen-Sublimit?
Ein Sublimit ist eine Obergrenze innerhalb des Gesamtbudgets. Bei einem 600-Euro-Budget mit einem Sublimit von 180 Euro bekommen Ihre Mitarbeitenden für eine Brille höchstens 180 Euro erstattet, auch wenn das übrige Budget unberührt ist. Tarife ohne Euro-Sublimit erstatten bis zur vollen Budgethöhe, teils mit einer Quote von 75 oder 100 Prozent.
Zahlt die bKV auch eine Gleitsichtbrille?
Ja, Gleitsicht fällt unter den Oberbegriff Sehhilfen und wird im Rahmen des jeweiligen Limits erstattet. Entscheidend ist die Höhe des Limits: Mehrstärkengläser machen 45 Prozent des Glasabsatzes aus, aber 75 Prozent des Gläserumsatzes. Ein Sublimit von 180 Euro deckt davon nur einen kleinen Teil ab, ein Quotenmodell ohne Euro-Grenze deutlich mehr.
Wie oft erstattet die bKV eine neue Brille?
Budgettarife rechnen je Kalenderjahr ab. Ist das Sehhilfen-Limit ausgeschöpft, steht im Folgejahr wieder das volle Budget bereit. Separate Sehhilfen-Bausteine außerhalb der Budgettarife arbeiten dagegen mit Zweijahresintervallen, der Tarif S der Hallesche etwa erstattet alle zwei Jahre.
Übernimmt die bKV die Bildschirmarbeitsbrille?
Die Bildschirmarbeitsbrille schulden Sie als Arbeitgeber ohnehin, allerdings nur in einfachster Ausführung, arbeitsplatzgebunden und nach positivem Vorsorgeergebnis. Die Hallesche führt Bildschirmarbeitsbrillen mit Sehstärke im Infoblatt zu FEELfree ausdrücklich als erstattungsfähig auf. Bei den übrigen Anbietern greift der Oberbegriff Sehhilfen ohne eigene Nennung.
Wird eine Augenlaser-Behandlung erstattet?
Refraktive Eingriffe sind bei allen drei untersuchten Anbietern abgedeckt, die Höhe unterscheidet sich allerdings stark. Bei der Hallesche gilt das Limit von 180 Euro für Sehhilfen und Augenoperationen gemeinsam. Beim HanseMerkur BKBT wird die Laserkorrektur bis zur vollen Budgethöhe erstattet, ohne das Sehhilfen-Sublimit anzurechnen.
Porträt von Patrick Steeger, Versicherungsmakler für betriebliche Krankenversicherung
Über den Autor
Patrick Steeger
Geschäftsführer & Versicherungsmakler (§ 34d GewO)

Patrick Steeger ist BDSF-zertifizierter Sachverständiger für die betriebliche Krankenversicherung, Versicherungsmakler (§ 34d GewO) und Geschäftsführer der bKV Firmenservice in Hamburg. Seit 2015 ist er auf die bKV spezialisiert und begleitet Unternehmen ungebunden und anbieterübergreifend. Seine Vergütung tragen die Versicherer, für Unternehmen entstehen keine Zusatzkosten.

BDSF-zertifizierter Sachverständiger für bKV (Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter)
Geschäftsführer der bKV Firmenservice (Brandbenefits GmbH, Hamburg)
Betriebswirt (FH Osnabrück) mit Schwerpunkt Personal und Finanzen
Über 12 Jahre Markterfahrung, seit 2015 auf die bKV spezialisiert
Über 250 ungebunden geprüfte Tarifkombinationen
Fachautor zu bKV-Themen, unter anderem für business-wissen.de
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