Zwei von drei Erwachsenen in Deutschland tragen eine Brille. Die GKV zahlt dabei Erwachsenen praktisch nichts, denn der gesetzliche Anspruch auf Sehhilfen besteht nur bei Refraktionsfehlern von mehr als 6 Dioptrien oder einer schweren Sehbeeinträchtigung. Wer eine normale Kurz- oder Weitsichtigkeit hat, zahlt seine Brille vollständig selbst. Im rechnerischen Schnitt sind das rund 487 Euro je Brille, bei Gleitsicht deutlich mehr.
Genau hier greift die bKV. Als Sachbezug bis 50 Euro monatlich steuer- und sozialabgabenfrei finanziert, schließt sie die Lücke, die GKV und Arbeitgeberpflicht offenlassen.
Das Wichtigste vorab:
- 64 Prozent aller Erwachsenen ab 16 Jahren tragen eine Brille, in der Altersgruppe 45 bis 59 Jahre sind es 72 Prozent (KGS/Allensbach-Brillenstudie 2024/25)
- GKV zahlt Erwachsenen Sehhilfen nur bei Refraktionsfehlern über 6 Dioptrien (Myopie/Hyperopie) oder 4 Dioptrien Astigmatismus, Brillengestelle sind gesetzlich ausdrücklich ausgeschlossen (§ 33 SGB V)
- Arbeitgeber sind nur zur Bildschirmarbeitsbrille verpflichtet, in einfachster Ausführung, arbeitsplatzgebunden, nach positivem Vorsorgeergebnis
- Die bKV schließt diese Lücke: Je nach Tarif werden zwischen 180 Euro und 100 Prozent der Sehhilfen-Kosten bis zur Budgethöhe erstattet
- Sehhilfen-Sublimit ist die entscheidende Kennzahl für den Tarifvergleich, nicht die beworbene Budgethöhe
Übernimmt die betriebliche Krankenversicherung Leistungen zur Sehhilfe?
Ja. Sehhilfen sind in nahezu allen modernen bKV-Budgettarifen enthalten. Was sich unterscheidet, ist das Wie: Manche Anbieter arbeiten mit festen Euro-Sublimits, andere mit prozentualen Erstattungsquoten bis zur vollen Budgethöhe. Das macht in der Praxis einen erheblichen Unterschied, besonders bei Gleitsicht.
Als Hintergrund: Der Augenoptik-Branchenumsatz lag 2025 bei 7,025 Milliarden Euro (ZVA-Branchenbericht 2025/2026). 45 Prozent des Glasabsatzes entfällt auf Mehrstärkengläser, die aber 75 Prozent des Gläserumsatzes ausmachen. Bei Belegschaften mit Altersschwerpunkt 45 plus greift ein Sublimit von 180 Euro bei einer Gleitsichtbrille nur noch symbolisch.
Welche Brillenkosten übernimmt die bKV, die GKV und Arbeitgeber nicht abdecken?
Brillen sind der Bereich, in dem die GKV-Lücke am größten ist. Was die GKV leistet, sind Festbeträge von 10 bis maximal 39,19 Euro je Glas, und das nur bei Anspruch. Gestelle sind gesetzlich ausdrücklich ausgeschlossen.
Was der Arbeitgeber leisten muss, ist noch enger gefasst: nur eine Bildschirmarbeitsbrille in einfachster Ausführung, als Arbeitgebereigentum, nur nach positivem Vorsorgeergebnis.
Tabelle: Arbeitgeberpflicht bei der Bildschirmarbeitsbrille nach ArbMedVV und BAuA
| Auslöser | Feststellung in der arbeitsmedizinischen Angebotsvorsorge: spezielle Sehhilfe notwendig, normale Sehhilfe nicht geeignet |
| Eigentum | Brille bleibt Eigentum des Arbeitgebers, nur am Arbeitsplatz bereitzustellen |
| Erstattungsumfang | Einfache Fassung, einfach entspiegelte Silikatgläser, in der Regel Einstärkenbrille |
| Mehrstärkenbrille | Nur bei Arbeitsplätzen mit stetem Wechsel Bildschirm/Textvorlage nach betriebsärztlicher Prüfung |
| Kostentragung | Kosten dürfen nach § 3 Abs. 3 ArbSchG nicht auf Beschäftigte abgewälzt werden |
Die bKV schließt genau das ab, was GKV und Arbeitgeberpflicht offenlassen.
| Leistung | GKV | Arbeitgeberpflicht | Lücke für die bKV |
|---|---|---|---|
| Alltagsbrille Gläser | Nur über 6 dpt, dann Festbetrag ab 10 Euro je Glas | Nein | Vollständig privat |
| Brillengestell | Ausdrücklich nicht umfasst (§ 33 SGB V) | Nur einfache Fassung, Arbeitgebereigentum | Vollständig privat |
| Gleitsichtbrille | Kein Regelanspruch | Nur Ausnahmefall nach betriebsärztlicher Prüfung | Größte Kostenlücke: 45 % Glasabsatz, 75 % Gläserumsatz (ZVA) |
| Kontaktlinsen | Nur medizinisch zwingende Ausnahmefälle | Nein | 5 % der Bevölkerung nutzen Kontaktlinsen (ZVA-Brillenstudie 2024) |
| Veredelungen | Mehrkosten selbst zu tragen | Nur einfache Entspiegelung | Privat |
| Sonnenbrille mit Sehstärke | Nein | Nein | Ø-Ausgabe 159 Euro mit Korrektionsgläsern |
| Zweitbrille | Nein | Brille bleibt Arbeitgebereigentum | 35 % nennen Zweitbrille „zu teuer” |
| Refraktive Chirurgie LASIK | Nein | Nein | Bei allen drei untersuchten Tarifen abgedeckt |
Was das für die bKV-Wahl bedeutet: Das Sehhilfen-Sublimit ist die entscheidende Kennzahl, nicht die beworbene Budgethöhe. Ein 180-Euro-Sublimit deckt bei einer 487-Euro-Durchschnittsbrille 37 Prozent der Kosten. Bei einer Gleitsichtbrille im oberen Segment noch weniger.
Die Bildschirmarbeitsbrille bleibt Eigentum des Unternehmens und darf den Arbeitsplatz nicht verlassen. Eine über die bKV finanzierte Brille gehört der Person, die sie trägt, und lässt sich auch privat nutzen. Genau dieser Unterschied kommt in der Belegschaft an.
Was leistet die bKV bei Kontaktlinsen und Pflegemitteln?
Kontaktlinsen sind in vielen bKV-Tarifen unter dem Oberbegriff “Sehhilfen” mitversichert, ohne separate Sublimits. Bei der Hallesche ist das ausdrücklich im Infoblatt zur Tarifübersicht bestätigt. Bei der HanseMerkur gilt nach dem Bedingungswerk der Oberbegriff “Sehhilfen” ohne Einzeldifferenzierung nach Glastyp. Bei der Allianz werden Kontaktlinsen öffentlich neben Brillen benannt.
Pflegemittel für Kontaktlinsen sind in den meisten Tarifen nicht erstattungsfähig. Das ist ein häufig übersehener Punkt in der Kommunikation an Mitarbeitende: Der bKV-Vorteil liegt im Kauf der Linsen, nicht in der laufenden Pflege.
Werden Sonnenbrillen mit Sehstärke von der bKV erstattet?
Das ist der Bereich mit den größten Unterschieden zwischen den Anbietern. Sonnenbrillen mit Korrektionsgläsern, also Sonnenbrillen mit individueller Sehstärke, kosten laut ZVA-Brillenstudie 2024 durchschnittlich 159 Euro. Nicht alle Tarife decken sie ab.
Hallesche FEELfree ist der einzige der drei untersuchten Anbieter, bei dem Sonnenbrillen mit Sehstärke und Bildschirmarbeitsbrillen mit Sehstärke ausdrücklich im Infoblatt zur Tarifübersicht (Infoblatt BGR 6701) genannt sind. Bei HanseMerkur gilt der Oberbegriff “Sehhilfen” ohne Einzeldifferenzierung, Sonnenbrillen sind damit nicht ausdrücklich ausgeschlossen, aber auch nicht ausdrücklich eingeschlossen. Bei Allianz sind nur “Brillen” und “Kontaktlinsen” öffentlich benannt.
Wer für eine Außendienst-Belegschaft oder eine Belegschaft mit viel Outdoor-Tätigkeit eine bKV wählt und Sonnenbrillen ein relevanter Punkt sind, sollte das konkret im Bedingungswerk prüfen und nicht auf den beworbenen Leistungsumfang vertrauen.
Tarifübersicht: Das übernehmen bKV-Budgettarife bei Sehhilfen
Drei Anbieter, drei grundlegend verschiedene Konstruktionen. Die Entscheidung hängt nicht allein am Beitrag, sondern daran, welches Sehhilfen-Limit realistisch die Kosten Ihrer Belegschaft abdeckt.
Allianz MeineGesundheit
Die Allianz arbeitet ohne interne Euro-Sublimits für Sehhilfen. Die Erstattung erfolgt bis zur vollen Budgethöhe. Wählbar sind drei Sehhilfen-Varianten:
| Variante | Erstattung Brillen und Kontaktlinsen | Erstattung LASIK | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Sehhilfe (Standard, im Budget) | 75 % bis Budgethöhe | 100 % bis Budgethöhe | Im regulären Budget enthalten |
| Sehhilfe Extra | 75 % bis separatem Extrabudget | 100 % bis Extrabudget | Zusatzbudget analog zur Budgetstufe |
| Sehhilfe 100 | 100 % bis Budgethöhe | 100 % bis Budgethöhe | Volle Erstattung ohne Quotenabzug |
Bei einem 600-Euro-Budget und der Option “Sehhilfe 100” werden bis zu 600 Euro für Brillen, Kontaktlinsen oder LASIK erstattet. Das ist die höchste Sehhilfen-Erstattung unter den drei Anbietern, wenn das Budget nicht durch andere Leistungen ausgeschöpft ist. Der Nachteil: Wer das Budget für Zahnersatz oder Heilmittel einsetzt, hat für Sehhilfen weniger übrig.
Tabelle: Monatsbeiträge Allianz MeineGesundheit nach Budgethöhe
| Jahresbudget | Nur MeineGesundheit | + Sehhilfe Extra | + RundumZahn 70 | Kombiniert |
|---|---|---|---|---|
| 300 Euro | 13,90 Euro | 15,90 Euro | 24,90 Euro | 26,90 Euro |
| 600 Euro | 22,90 Euro | 24,90 Euro | 32,90 Euro | 35,90 Euro |
| 900 Euro | 32,90 Euro | 35,90 Euro | 41,90 Euro | 44,90 Euro |
| 1.200 Euro | 41,90 Euro | 45,90 Euro | 48,90 Euro | 53,90 Euro |
| 1.500 Euro | 49,90 Euro | 53,90 Euro | 53,90 Euro | 58,90 Euro |
Quelle: Allianz, Beitragsgarantie bis 31.12.2026
Hinweis: Das öffentliche Bedingungswerk der Allianz ist nicht direkt abrufbar, sondern nur über den Vermittler oder die Firmenkundenbetreuung erhältlich. Was öffentlich benannt ist: “Brillen”, “Kontaktlinsen” und “operative Sehschärfenkorrektur”. Sonnenbrillen, Bildschirmarbeitsbrillen, Pflegemittel und Fristen sind öffentlich nicht spezifiziert.
Hallesche FEELfree und FEELfree:up
Hallesche setzt ein festes Sublimit von 180 Euro jährlich, das über alle fünf Budgetstufen identisch bleibt. Das Budget selbst skaliert, das Sehhilfen-Limit nicht. Bei einem 1.500-Euro-Budget können trotzdem nur maximal 180 Euro für Sehhilfen abgerufen werden.
Dafür hat Hallesche die präziseste Leistungsdefinition der drei Anbieter: Sonnenbrillen mit Sehstärke und Bildschirmarbeitsbrillen mit Sehstärke sind im Infoblatt zur Tarifübersicht (BGR 6701) für FEELfree ausdrücklich aufgeführt. Für FEELfree:up gelten diese expliziten Nennungen nicht, das Infoblatt BGR 6407 nennt dort nur “Brillen und Kontaktlinsen” sowie brechkraftverändernde Augenoperationen.
Wichtiger LASIK-Hinweis: Anders als bei HanseMerkur BKBT gilt das 180-Euro-Limit bei Hallesche für Sehhilfen und refraktive Chirurgie gemeinsam. Der Wortlaut lautet ausdrücklich “sowie Augenoperationen zur Brechkraftveränderung (z. B. Lasik) für bis zu 180 € jährlich”. Eine LASIK-Behandlung wird damit im Hallesche-Budgettarif praktisch nur symbolisch bezuschusst.
Tabelle: Monatsbeiträge FEELfree und FEELfree:up nach Budget
| Jahresbudget | FEELfree | FEELfree_plus | FEELfree:up | FEELfree:up:plus | Max. Budget FEELfree:up nach 4 Jahren | Sehhilfen-Sublimit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 300 Euro | 9,95 Euro | 12,99 Euro | 14,50 Euro | 18,61 Euro | 500 Euro | 180 Euro/Jahr |
| 600 Euro | 19,75 Euro | 22,88 Euro | 25,67 Euro | 29,64 Euro | 800 Euro | 180 Euro/Jahr |
| 900 Euro | 28,27 Euro | 32,75 Euro | 35,30 Euro | 39,53 Euro | 1.100 Euro | 180 Euro/Jahr |
| 1.200 Euro | 36,16 Euro | 41,96 Euro | 44,22 Euro | 49,14 Euro | 1.400 Euro | 180 Euro/Jahr |
| 1.500 Euro | 42,24 Euro | 49,00 Euro | 49,92 Euro | 56,03 Euro | 1.700 Euro | 180 Euro/Jahr |
Quelle: Hallesche, Infoblätter BGR 840, BGR 6407, BGR 6409, BGR 6701
Der Budget-Erhöhungsmechanismus beim FEELfree:up: Wer das Budget ausschöpft, bekommt es im Folgejahr um 50 Euro erhöht, bis maximal +200 Euro nach vier Jahren. Für Sehhilfen ist dieser Bonus wirkungslos, da das 180-Euro-Sublimit unabhängig von der Budgethöhe gilt. Auch die Grundbudgetverdoppelung bei Arbeitsunfall mit stationärem Aufenthalt greift beim Sehhilfen-Sublimit nicht.
Hallesche bietet außerdem einen separaten Sehhilfen-Baustein (Tarif S), der aber ausdrücklich nicht mit den FEELfree-Tarifen kombinierbar ist. Eine Aufstockung des 180-Euro-Limits über diesen Weg ist also ausgeschlossen.
| Tarif S Stufe | Höchsterstattung | Intervall | Monatsbeitrag |
|---|---|---|---|
| 1 | 60 Euro | Alle 2 Jahre | 1,42 Euro |
| 2 | 120 Euro | Alle 2 Jahre | 2,83 Euro |
| 3 | 180 Euro | Alle 2 Jahre | 4,06 Euro |
| 4 | 240 Euro | Alle 2 Jahre | 5,30 Euro |
Das Mindestkollektiv für Hallesche liegt bei 10 Mitarbeitenden, doppelt so hoch wie bei Allianz und HanseMerkur.
Fragen Sie im Angebot nach dem Sehhilfen-Limit in Euro. Die beworbene Budgethöhe sagt darüber nichts aus: Zwei Tarife mit identischem 600-Euro-Budget erstatten bei derselben Brille einmal 180 Euro und einmal 450 Euro. Der Wert steht selten im Angebotsblatt und fast immer im Infoblatt zur Tarifübersicht.
HanseMerkur BKB und BKBT
HanseMerkur staffelt das Sehhilfen-Sublimit mit der Budgetstufe und unterscheidet dabei klar zwischen dem Basis-Budgettarif BKB und dem Top-Tarif BKBT. Das ist die strukturell differenzierteste Lösung der drei Anbieter.
Tabelle: Sehhilfen-Sublimits HanseMerkur nach Tarif und Budgethöhe
| Jahresbudget | BKB Sehhilfen-Limit | BKBT Sehhilfen-Limit | BKBT LASIK |
|---|---|---|---|
| 300 Euro | 200 Euro/Jahr | 250 Euro/Jahr | Bis zur vollen Budgethöhe |
| 600 Euro | 200 Euro/Jahr | 250 Euro/Jahr | Bis zur vollen Budgethöhe |
| 900 Euro | 250 Euro/Jahr | 350 Euro/Jahr | Bis zur vollen Budgethöhe |
| 1.200 Euro | 275 Euro/Jahr | 400 Euro/Jahr | Bis zur vollen Budgethöhe |
| 1.500 Euro | 300 Euro/Jahr | 450 Euro/Jahr | Bis zur vollen Budgethöhe |
| 1.700 Euro | 300 Euro/Jahr | 450 Euro/Jahr | Bis zur vollen Budgethöhe |
Quelle: HanseMerkur, Produktüberblick BKB und BKBT
Besonderheit beim BKBT: Refraktive Eingriffe wie LASIK werden bis zur vollen Budgethöhe erstattet, ohne Zweijahresregel und ohne das Sehhilfen-Sublimit anzurechnen. Das macht den BKBT für Belegschaften mit jungen Mitarbeitenden, die eine Laserkorrektur erwägen, strukturell attraktiv.
Tabelle: Monatsbeiträge HanseMerkur BKB und BKBT (Richtwerte aus Vergleichsportalen und Maklerunterlagen)
| Jahresbudget | BKB ca./Monat | BKBT ca./Monat |
|---|---|---|
| 300 Euro | ab 9,90 Euro | ab 10,90 Euro |
| 600 Euro | 17,90 bis 18,90 Euro | 19,90 bis 20,90 Euro |
| 900 Euro | 23,90 bis 24,90 Euro | 26,90 bis 27,90 Euro |
| 1.200 Euro | 28,90 bis 29,90 Euro | ca. 32,90 Euro |
| 1.500 Euro | 33,90 bis 34,90 Euro | 37,90 bis 38,90 Euro |
| 1.700 Euro | ca. 37,90 Euro | ca. 41,90 Euro |
Gesamtvergleich Sehhilfen der drei Anbieter
Erstattungsszenario: Was erstatten die Tarife bei einer 487-Euro-Durchschnittsbrille (rechnerisch aus ZVA-Branchenbericht 2025/2026: 5,733 Mrd. Euro Brillenoptikumsatz geteilt durch 11,77 Mio. verkaufte Brillen)? Bezugsgröße ist das 600-Euro-Budget:
| Tarif (Budget 600 Euro) | Erstattung bei 487-Euro-Brille | Deckungsquote | Monatsbeitrag | Jahresbeitrag AG | |
|---|---|---|---|---|---|
| Allianz Sehhilfe Standard (75 %) | 365,25 Euro | 75 % | 22,90 Euro | 274,80 Euro | |
| Allianz Sehhilfe 100 | 487,00 Euro | 100 % | 30,90 Euro | 370,80 Euro | |
| Hallesche FEELfree | 180,00 Euro | 37 % | 19,75 Euro | 237,00 Euro | |
| HanseMerkur BKB | 225,00 Euro | 46 % | 17,90 Euro | 214,80 Euro | |
| HanseMerkur BKBT | 300,00 Euro | 62 % | 19,90 Euro | 238,80 Euro |
Bei Gleitsichtgläsern, die 45 Prozent des Glasabsatzes aber 75 Prozent des Gläserumsatzes ausmachen, verschlechtert sich die Deckungsquote bei Fixsublimits weiter. Ein 180-Euro-Limit deckt eine Gleitsichtbrille im mittleren Segment kaum noch relevant ab.
Vollständiger Beitragsvergleich über alle Budgetstufen (alle Anbieter):
| Budgetstufe | Allianz Basis | Allianz + Sehhilfe 100 | Hallesche FEELfree | Hallesche FEELfree:up | HanseMerkur BKB | HanseMerkur BKBT |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 300 Euro | 13,90 Euro | 17,90 Euro | 9,95 Euro | 14,50 Euro | 9,90 Euro | 10,90 Euro |
| 600 Euro | 22,90 Euro | 30,90 Euro | 19,75 Euro | 25,67 Euro | 17,90 Euro | 19,90 Euro |
| 900 Euro | 32,90 Euro | 44,90 Euro | 28,27 Euro | 35,30 Euro | 23,90 Euro | 26,90 Euro |
| 1.200 Euro | 41,90 Euro | 59,90 Euro | 36,16 Euro | 44,22 Euro | 28,90 Euro | 32,90 Euro |
| 1.500 Euro | 49,90 Euro | 69,90 Euro | 42,24 Euro | 49,92 Euro | 33,90 Euro | 37,90 Euro |
| 1.700 Euro | nicht angeboten | nicht angeboten | nicht angeboten | nicht angeboten | 37,90 Euro | 41,90 Euro |
HanseMerkur ist auf jeder Budgetstufe der preisgünstigste Anbieter. Die Allianz mit Sehhilfe 100 beim 1.500-Euro-Budget kostet 69,90 Euro, der HanseMerkur BKBT/1.500 liegt bei 37,90 Euro, bietet aber maximal 450 Euro statt 1.500 Euro Sehhilfen-Erstattung. Welche Variante günstiger ist, hängt davon ab, wie hoch der tatsächliche Sehhilfen-Bedarf der Belegschaft ist.

Der günstigste Beitrag hilft niemandem, wenn am Ende 180 Euro für eine Brille ankommen, die 487 Euro gekostet hat. Ich rechne Unternehmen deshalb immer beides vor, den Jahresbeitrag und die tatsächliche Erstattung für den häufigsten Fall in ihrer Belegschaft.

Entscheidungslogik: Bei älteren, gleitsichtaffinen Belegschaften mit hohem Bildschirmanteil rechtfertigt der tatsächliche Kostenbedarf ein Quotenmodell ohne Sublimit oder ein hohes gestaffeltes Sublimit. Bei jungen Belegschaften ist refraktive Chirurgie das wirksamere Argument. Bei Außendienst-Belegschaften mit Outdoor-Anteil ist die ausdrückliche Einbeziehung von Sonnenbrillen mit Sehstärke der entscheidende Differenzierer.
Was kostet eine bKV?
Die Frage lässt sich ohne Kenntnis der Belegschaftsstruktur nicht pauschal beantworten, aber die Bandbreite der bKV-Kosten ist klar. Für das 600-Euro-Budget liegt der Marktbereich zwischen 9,95 Euro monatlich (Hallesche FEELfree) und 24,90 Euro (Allianz MeineGesundheit mit Sehhilfe Extra). Alle Beiträge sind altersunabhängig kalkuliert.
Tabelle: Beitragsübersicht 600-Euro-Budget im Dreiervergleich
| Anbieter | Tarif | Monatsbeitrag 600 Euro | Sehhilfen-Limit | Einstieg ab | |
|---|---|---|---|---|---|
| Hallesche | FEELfree | 19,75 Euro | 180 Euro/Jahr | 10 MA | |
| Allianz | MeineGesundheit | 22,90 Euro | 75 % bis 600 Euro (= 450 Euro) | 5 MA | |
| HanseMerkur | BKB | 17,90 bis 18,90 Euro | 200 Euro/Jahr | 5 MA | |
| HanseMerkur | BKBT | 19,90 bis 20,90 Euro | 250 Euro/Jahr + LASIK bis Budget | 5 MA |
Steuerlich gilt: Beiträge bis 50 Euro monatlich pro Mitarbeitendem sind als Sachbezug steuer- und sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 S. 11 EStG), wenn der Arbeitgeber Versicherungsnehmer ist und monatlich direkt an den Versicherer zahlt. Alle Tarife in der 600-Euro-Stufe liegen deutlich unter dieser Grenze.
Bei den 50 Euro handelt es sich um eine Freigrenze. Wird sie um einen Cent überschritten, versteuern Sie den gesamten Betrag ab dem ersten Euro. Ein Tankgutschein zählt dabei genauso mit wie das Jobticket, beides schmälert den Spielraum für die bKV.
Für Arbeitgeber, die ausschließlich Sehhilfen als Einstieg in einen bKV-Benefit ermöglichen wollen, ist der HanseMerkur BKB der günstigste Einstieg mit substanziellem Sehhilfen-Limit. Wer eine Gleitsicht-Belegschaft optimal versorgen will, kommt um einen Tarif ohne Euro-Sublimit oder mit hohem gestaffeltem Limit nicht herum. Sprechen Sie mich an, dann vergleiche ich die passenden Tarife für Ihre konkrete Belegschaftssituation.








