Eltern, die eine betriebliche Krankenversicherung über den Arbeitgeber erhalten, stellen sich früher oder später dieselbe Frage: Können meine Kinder und mein Partner auch mitversichert werden?
Bei fast allen großen Anbietern lautet die Antwort ja, aber der Mechanismus unterscheidet sich grundlegend von der gesetzlichen Familienversicherung. Hier ist nichts kostenlos, und das Familienmitglied erhält kein geteiltes Budget mit dem Mitarbeitenden, sondern einen vollwertigen eigenen Schutz mit eigener Versicherungsnummer und eigenem Jahresbudget.
Das ist ein Punkt, der in der Kommunikation an Mitarbeitende oft zu wenig hervorgehoben wird. Wer als Vater oder Mutter versteht, dass das Kind dasselbe Budget für Kieferorthopädie, Osteopathie oder Sehhilfen nutzen kann wie man selbst, bewertet den Benefit ganz anders.
Das Wichtigste vorab:
- Jedes mitversicherte Familienmitglied erhält einen eigenständigen Versicherungsschutz mit eigenem Jahresbudget, kein geteiltes Familienbudget
- Als Familienangehörige gelten Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, häufig auch Lebenspartner in häuslicher Gemeinschaft sowie leibliche Kinder, Adoptivkinder und meist auch Stief- und Pflegekinder
- Die Mitversicherung erfolgt ohne Gesundheitsprüfung, wenn sie innerhalb des Öffnungsfensters beantragt wird, das je nach Anbieter zwischen drei und zwölf Monaten liegt
- Wo Anbieter mit Altersstaffeln rechnen, zahlen Kinder weniger: beim Münchener Verein kostet ein Kind bis 15 Jahre im 300-Euro-Budget 8,60 Euro monatlich, ein Erwachsener 16,40 Euro
- Die maximale Budgethöhe für Familienangehörige ist auf die gewählte Stufe des Mitarbeitenden begrenzt
- Beiträge für Familienangehörige werden in der Regel arbeitnehmerfinanziert, also nicht vom Arbeitgeber getragen
Leistet die betriebliche Krankenversicherung auch für Kinder und Familienangehörige?
Ja. Fast alle großen bKV-Anbieter ermöglichen die Mitversicherung von Familienangehörigen. Der Schlüsselunterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung ist der Preis: In der GKV ist die Familienversicherung für Kinder und nicht erwerbstätige Partner beitragsfrei. In der bKV zahlt jedes mitversicherte Familienmitglied einen eigenen Beitrag, meist vom Arbeitnehmer selbst finanziert, dafür aber zu vergünstigten Gruppenkonditionen ohne individuelle Gesundheitsprüfung.
Der Leistungsumfang für Familienangehörige entspricht exakt dem des Mitarbeitenden: dieselben Leistungsbereiche, dieselben Erstattungssätze, dasselbe Jahresbudget in der vom Arbeitgeber gewählten Höhe. Die maximale Budgetstufe für Angehörige ist auf die Stufe des Mitarbeitenden begrenzt, der Angehörige kann also keine höhere Stufe wählen als der Hauptversicherte.
Wer gilt als Familienangehöriger für die bKV?
Der versicherungsfähige Personenkreis ist in den Tarifbedingungen definiert und in der Branche weitgehend einheitlich.
Folgende Personen können in der Regel mitversichert werden:
- Ehepartner sowie eingetragene Lebenspartner nach LPartG
- Lebenspartner in häuslicher Gemeinschaft, bei vielen Anbietern gegen Nachweis der gemeinsamen Adresse
- Leibliche Kinder, Adoptivkinder, bei vielen Anbietern auch Stief- und Pflegekinder, sofern häusliche Gemeinschaft oder Unterhaltspflicht besteht
Eltern und Schwiegereltern bleiben außen vor, auch bei gemeinsamem Haushalt. Der Ausschluss steht dabei selten als eigene Klausel in den Bedingungen, er ergibt sich daraus, dass die Aufzählung der versicherungsfähigen Personen abschließend ist. Tauchen Eltern dennoch in einer Anbieterunterlage auf, geht es meist um Assistance-Leistungen wie Pflegeberatung und nicht um Versicherungsschutz.
Welche Altersgrenzen gelten für Kinder in der bKV?
Die Spanne ist größer, als oft dargestellt wird, und die Anbieter arbeiten mit zwei verschiedenen Systematiken. Die einen setzen eine feste Altersgrenze, die anderen knüpfen an Kindergeld oder Unterhaltspflicht an:
- Gothaer FlexSelect FAN und HanseMerkur versichern Kinder zunächst bis zum 21. Lebensjahr, bei noch nicht abgeschlossener Schul- oder Berufsausbildung bis 27
- Die Versicherungskammer Bayern versichert bis 27 ohne Ausbildungsbedingung, der Münchener Verein bis 27 bei Unterhaltsberechtigung, die Württembergische bis 25 bei Kindergeldbezug
- Die Allianz nennt in ihrem Antrag für Angehörige keine eigene Altersgrenze, sondern stellt auf “kindergeldberechtigte Kinder” ab, womit sich die Grenze mittelbar aus § 32 EStG ergibt
Der Vergleich zur GKV wird oft zu glatt gezogen. § 10 Abs. 2 SGB V kennt keine pauschale Grenze von 25 Jahren, sondern eine Staffel: bis 18 ohne weitere Bedingung, bis 23 solange das Kind nicht erwerbstätig ist, bis 25 bei Schul- oder Berufsausbildung, und ohne Altersgrenze, wenn das Kind wegen einer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Ein 24-Jähriger ohne Ausbildung ist dort also längst heraus.
Rechnen Sie beim Elterngespräch mit dem Ausbildungsende und nicht mit dem Geburtstag. In der GKV endet die beitragsfreie Mitversicherung für ein Kind ohne Ausbildung schon mit 23. Genau in dieser Lücke wird die bKV-Mitversicherung für Familien interessant, weil sie unabhängig vom Ausbildungsstatus weiterläuft.
Wie hoch ist der bKV-Beitrag für Kinder und Familienangehörige?
Bei Budgettarifen hängt der Beitrag von der Budgethöhe ab, und je nach Anbieter zusätzlich vom Alter. Entscheidend ist dabei nicht der Anbieter, sondern die Finanzierungsform: Arbeitgeberfinanziert gilt fast durchgängig ein Einheitsbeitrag, sobald Angehörige dazukommen oder der Mitarbeitende selbst zahlt, kippt die Kalkulation auf Altersstufen.
Dass Kinder dadurch automatisch günstiger wären, stimmt allerdings nicht überall. Beim Münchener Verein zahlt ein Kind im 300-Euro-Budget 8,60 Euro und damit gut acht Euro weniger als ein Erwachsener. Bei der Hallesche liegt der Kinderbeitrag im Angehörigentarif dagegen über dem, was der Mitarbeitende im Kollektiv zahlt.
Ein entscheidender Punkt für die Planung ist das Öffnungsfenster. Wer die Familie innerhalb dieser Frist anmeldet, kommt ohne Gesundheitsprüfung hinein. Die Frist ist jedoch alles andere als einheitlich: Der Münchener Verein räumt drei Monate ein, Gothaer, Versicherungskammer Bayern und Nürnberger sechs, die Allianz nennt auf ihrer Produktseite zwölf Monate. Wer das Fenster verpasst, durchläuft je nach Anbieter und Budgetstufe eine volle Risikoprüfung.
Tarifbeispiele: Beiträge für Kinder aus echten Tarifen
| Anbieter und Tarif | Jahresbudget | Alter | Monatsbeitrag | |
|---|---|---|---|---|
| Münchener Verein GemeinsamGesund Budget | 300 Euro | 0 bis 15 Jahre | 8,60 Euro | |
| Münchener Verein GemeinsamGesund Budget | 600 Euro | 0 bis 15 Jahre | 10,80 Euro | |
| Münchener Verein GemeinsamGesund Budget | 300 Euro | 16 bis 70 Jahre | 16,40 Euro | |
| Allianz MeineGesundheit | 300 Euro | Einheitsbeitrag | 13,90 Euro | |
| Allianz MeineGesundheit | 600 Euro | Einheitsbeitrag | 22,90 Euro |
Ein Hinweis zur Allianz: Die Budgettarife des Hauses sind mit Einheitsbeiträgen kalkuliert, die Beitragstabelle weist je Budgetstufe genau einen Wert je versicherter Person aus. Eine eigene Tabelle für Angehörige veröffentlicht die Allianz nicht, weshalb sich der Kinderbeitrag dort nicht belegen lässt. Der Münchener Verein arbeitet dagegen mit zwei Altersstufen und weist die Kinderbeiträge offen aus.
Zum Einordnen: Die Spanne der bKV-Beiträge reicht 2026 von rund 6 Euro für die kleinste Einstiegsstufe bis 56 Euro für das höchste Budget, jeweils je versicherter Person und Monat. Partner zahlen in der Regel ähnlich viel wie ein gleichaltriger Mitarbeitender, also die regulären Beitragssätze des gewählten Tarifs.
Tabelle: Beiträge der gängigsten Tarife für das 300-Euro-Budget (Orientierungswerte)
| Anbieter | Tarif | Monatsbeitrag 300 Euro | |
|---|---|---|---|
| Württembergische | StartBudget300 mit Zahnersatz | 7,96 Euro | |
| HanseMerkur | BKB | 9,90 Euro | |
| Gothaer | FlexSelect (Stand 2022) | 9,90 Euro | |
| Hallesche | FEELfree | 9,95 Euro | |
| Nürnberger | BudgetSelect | ab 11,70 Euro | |
| Münchener Verein | GemeinsamGesund Budget | 12,30 Euro | |
| Barmenia | BesserGesund Budget | 12,90 Euro | |
| SIGNAL IDUNA | GesundAKTIV+ | 13,00 Euro | |
| Allianz | MeineGesundheit | 13,90 Euro | |
| DKV | Budgetbausteine | 15,68 Euro |
Bei identischem 300-Euro-Budget reicht die Spanne von 7,96 Euro bis 15,68 Euro monatlich. Die Werte sind allerdings nicht eins zu eins vergleichbar, weil Leistungsumfang, Mindestteilnehmerzahl und die Beitragsbefreiung in entgeltfreien Zeiten abweichen. Die Württembergische etwa führt mit StartBudget300 eine reduzierte Einstiegsstufe, der Heilpraktiker, Arznei- und Hilfsmittel sowie die freie Krankenhauswahl fehlen.
Die Grundbeiträge aus der Tabelle gelten für arbeitgeberfinanzierte Kollektive. Für Angehörige rechnen die meisten Häuser anders, und der Partner zahlt fast immer mehr als der Mitarbeitende, weil ihm der Kollektivrabatt fehlt. Beim Münchener Verein sind es 16,40 statt 12,30 Euro, bei der Hallesche für einen 35-Jährigen 15,42 statt 9,95 Euro. Lassen Sie sich die Angehörigentabelle deshalb immer getrennt geben.
Was eine Familienmitversicherung monatlich kostet, lässt sich am Münchener Verein durchrechnen, weil dort alle Beiträge offen ausgewiesen sind:
- Zwei Kinder und die Partnerin im 300-Euro-Budget: 8,60 Euro je Kind plus 16,40 Euro, macht 33,60 Euro im Monat für 900 Euro Jahresbudget in der Familie
- Dieselbe Familie im 600-Euro-Budget: 10,80 Euro je Kind plus 27,80 Euro, macht 49,40 Euro im Monat für 1.800 Euro Jahresbudget
- Drei Kinder und die Partnerin im 300-Euro-Budget: 25,80 Euro für die Kinder plus 16,40 Euro, macht 42,20 Euro im Monat
Die Beiträge des Mitarbeitenden selbst trägt in diesen Fällen der Arbeitgeber, die Familie kommt obendrauf. Bei anderen Anbietern verschieben sich die Werte, weil Altersstufen und Kollektivrabatte anders geschnitten sind.

Eltern unterschätzen regelmäßig, wie schnell sich das rechnet. Eine einzige Zahnspange oder zwei Kinderbrillen im Jahr holen den Familienbeitrag wieder herein. Was ich dagegen jedes Mal betone: Das Öffnungsfenster läuft, und wer es verpasst, steht vor einer Gesundheitsprüfung, die bei einem Kind mit laufender Behandlung schnell zum Ausschluss führt.

Was leistet ein bKV-Budgettarif für Kinder?
Der Leistungsumfang für Kinder entspricht exakt dem des Hauptversicherten. Das Budget kann flexibel über verschiedene Bereiche eingesetzt werden, bis der Höchstbetrag ausgeschöpft ist. Besonders relevant für Familien sind vier Leistungsbereiche.
Kieferorthopädie ist für viele Eltern der entscheidende Punkt, und die Kassenleistung reicht weniger weit, als die meisten annehmen. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur, wenn das Kind bei Behandlungsbeginn das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und wenn die Fehlstellung mindestens in den Behandlungsbedarfsgrad 3 der kieferorthopädischen Indikationsgruppen fällt. Die Grade 1 und 2 sind reine Privatleistung.
Dazu kommt ein Zahlungsweg, der oft für Verwirrung sorgt: Eltern strecken nach § 29 Abs. 2 SGB V zunächst 20 Prozent der Kosten vor, ab dem zweiten Kind in Behandlung 10 Prozent. Die Kasse erstattet diesen Anteil zurück, sobald die Behandlung im geplanten Umfang abgeschlossen ist. Ein bleibender Kostenblock ist das also nicht.
Privat bleiben die Mehrleistungen, und genau die fängt ein Budgettarif auf. Der Bewertungsausschuss führt dazu seit Juli 2023 einen bundesweiten Katalog, in dem Keramik-, Mini- und Lingualbrackets ebenso stehen wie Bögen aus anderem Material als Edelstahl. Zur Größenordnung: Nach einer Befragung von 145 Eltern durch die Verbraucherzentralen wurden mehr als der Hälfte Zusatzleistungen zwischen 500 und 2.000 Euro empfohlen, bei 28 Prozent lagen die Angebote darüber. Eine amtliche Statistik zu diesen Beträgen gibt es nicht.
Sehhilfen für Kinder sind ebenfalls relevant, weil Kinder häufig früher zur Brille greifen als Erwachsene und Fassungen schneller erneuert werden. Bei Brillen bis zur Budgethöhe und LASIK zu 100 Prozent ab dem entsprechenden Alter ist das Budget gut nutzbar.
Heilmittel und Therapien bilden den Bereich, der in der bKV für Kinder oft am meisten Nutzen bringt: Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie, die die GKV nur auf Verordnung und mit begrenzter Sitzungszahl übernimmt. Das Budget kann diese Lücken schließen, ohne dass Eltern auf Kassenleistungen warten müssen.
Medikamente und Zuzahlungen runden das Bild ab. Bei ärztlich verordneten Arznei- und Verbandmitteln übernimmt die bKV den Betrag bis zur Budgethöhe, einschließlich der gesetzlichen Zuzahlungen nach § 61 SGB V.
Tabelle: Leistungsübersicht Allianz MeineGesundheit
| Leistungsbereich | Erstattung |
|---|---|
| Zahnvorsorge, PZR, Bleaching | 100 % ohne Sublimit |
| Zahnbehandlung, z. B. Wurzelbehandlung | 100 % |
| Zahnersatz, Inlays, Implantate | 100 % im Budget |
| Sehhilfe, Brille, Kontaktlinsen | 75 %, LASIK 100 % |
| Prävention, Impfungen, Naturheilverfahren, Kurse § 20 SGB V | 100 % bis Budgethöhe |
| Arznei-, Heil- und Hilfsmittel inkl. Zuzahlungen § 61 SGB V | 100 % bis Budgethöhe |
| Heilpraktiker nach GebüH | 100 % bis Budgethöhe |
| Budgetverdopplung bei Leistungsfreiheit | Ja, im Folgejahr |
Leistungen des Tarifs BesserGesund Budget der Barmenia, die für Angehörige genauso gelten:
- Ambulante Leistungen inkl. Heilpraktiker, Naturheilverfahren und Osteopathie nach GebüH/Hufeland
- Arznei-, Heil- und Hilfsmittel sowie Hörgeräte
- Vorsorge, darunter Glaukom-Vorsorge
Die SIGNAL IDUNA führt ihre Budgettarife als GesundAKTIV+, GesundAGIL+ und GesundVITAL+, die beiden oberen jeweils mit zusätzlichem Zahnersatzschutz über das Budget hinaus. Bei der Gothaer heißt die Familienvariante FlexSelect FAN, wobei FAN schlicht für Familienangehörige steht. Sie setzt mindestens 20 arbeitgeberfinanziert versicherte Mitarbeitende voraus und bietet Budgetstufen von 300 bis 1.250 Euro.
Gibt es Leistungsausschlüsse und Wartezeiten für Familienangehörige?
Trotz der weit verbreiteten Werbung mit “keine Wartezeiten” gibt es für Familienangehörige Punkte, die in der Praxis häufig zu Missverständnissen führen.
Wie lange gilt das Öffnungsfenster für die Familienmitversicherung?
Bei den meisten Anbietern gilt das Öffnungsfenster sechs Monate ab Vertragsbeginn des Mitarbeitenden. Wer Familienangehörige innerhalb dieser Frist anmeldet, kommt ohne Gesundheitsprüfung und ohne Ausschlüsse für Vorerkrankungen rein. Wer die Frist verpasst, muss je nach Anbieter und Budgethöhe eine Gesundheitsprüfung durchlaufen, was bei bestehenden Erkrankungen zu Ausschlüssen führen kann.
Werden laufende Behandlungen bei Familienangehörigen mitversichert?
Nicht bei allen Anbietern, und hier liegt der größte Unterschied im Markt. Die HanseMerkur begünstigt in ihrer Klausel zu Vorerkrankungen ausdrücklich nur Vorstand, Geschäftsleitung und Mitarbeitende, für mitversicherte Angehörige bleibt es bei der Grundregel. Bei Gothaer FlexSelect FAN ist Kieferorthopädie ohnehin nur nach einem Unfall gedeckt, der nach Versicherungsbeginn eingetreten ist, was jede bereits laufende Zahnspangenbehandlung ausschließt. Münchener Verein, Continentale und Nürnberger decken laufende Behandlungen dagegen mit ab.
Die Allianz sichert laufende und angeratene Behandlungen ab dem ersten Tag mit. Die früher genannte Ausnahme für Zahnersatz außerhalb des Budgets galt für die Tarifgeneration bis April 2025. Im aktuellen Antrag werden die Zahnfragen nur noch außerhalb des Öffnungsfensters gestellt. Das Bedingungswerk zum aktuellen Angehörigentarif veröffentlicht die Allianz nicht, weshalb dieser Punkt vor einer Zusage an die Belegschaft beim Versicherer zu bestätigen ist.
Erfährt der Arbeitgeber, welche Leistungen Familienangehörige abrufen?
Nein. Jedes Familienmitglied rechnet direkt mit dem Versicherer ab, meist per App. Der Arbeitgeber erhält keinerlei Einblick in Gesundheitsdaten oder abgerufene Leistungen der Familienmitglieder. Die Vertraulichkeit ist vertraglich gewährleistet.
Wie werden die Beiträge für Familienangehörige steuerlich behandelt?
Übernimmt der Arbeitgeber auch die Beiträge für Familienangehörige, zählen diese zum Arbeitslohn des Mitarbeitenden und werden mit dessen eigenem Sachbezug auf die 50-Euro-Freigrenze angerechnet. Eine eigene Freigrenze je Angehörigem gibt es nicht. Der Bundesfinanzhof hat diese Aufzehrung ausdrücklich in Kauf genommen: Steuerpflichtige müssten sich an einer selbst gewählten Gestaltung auch im Hinblick auf negative Auswirkungen festhalten lassen.
In der Praxis zahlt die Familie deshalb meist selbst. Der Mitarbeitende überweist den Beitrag aus seinem versteuerten Netto und nutzt dabei die Kollektivkonditionen des Gruppenvertrags, die privat so nicht zu bekommen wären. Eine Steuerersparnis über eine Entgeltumwandlung entsteht dabei nicht, diese Wirkung sieht das Gesetz allein für die betriebliche Altersversorgung nach § 3 Nr. 63 EStG vor.
Prüfen Sie vor der Zusage, wie viel Luft bis zur Freigrenze bleibt. 45 Euro für den Mitarbeitenden plus 40 Euro für Partner und Kind ergeben 85 Euro. Die Grenze ist damit gerissen, und zwar für den vollen Betrag, weil es sich um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag handelt. Ein Tankgutschein im selben Monat zählt ebenfalls mit.












